Die Deutschlernererhebung 2020 zeigte in China ein steiles Wachstum um knapp 33 Prozent auf 145.000 Deutschlernende. Insbesondere an den Schulen lässt sich eine deutliche Zunahme der Deutschlernenden feststellen: Ihre Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt. Etwa 23.400 Schülerinnen und Schüler lernen Deutsch, 30 Prozent als erste und 70 Prozent als zweite Fremdsprache. Die Einführung von Deutsch als Prüfungsfach in der Hochschulzugangsprüfung zum Schuljahr 2018/19 wird diese Entwicklung weiter vertiefen.

Auch die Germanistik an den chinesischen Hochschulen entwickelt sich stabil. Ca. 20.000 Studierende sind in Germanistik Studiengängen eingeschrieben. Es gibt darüber hinaus immer mehr Studierende, die anwendungs- und berufsorientiertes Deutsch lernen möchten. Ziel ist ein Studium in Deutschland oder eine Verbesserung der Karrierechancen im eigenen Land. Mit der steigenden Zahl der Deutschlernenden ist auch die Nachfrage nach qualifizierten Deutschlehrkräften gestiegen. Aus- und Weiterbildung von chinesischen Lehrkräften genießt im DAAD-Lektorenprogramm eine hohe Priorität.

Derzeit sind in China nur zwei Studiengänge mit DaF-Pädagogikstudium bekannt. Dies ist neben der Dongbei Normal University in Changchun die Capital Normal University in Peking, wo seit 2020 der DAAD Lektor Dr. Benjamin van Well die Entwicklung des DaF Lehrercurriculums unterstützt.

Der DAAD hat mit Dhoch3 die digitale Antwort auf das gestiegene Interesse an Deutsch in anwendungs- und berufsbezogenen Kontexten und den gleichzeitigen Mangel an entsprechend ausgebildetem Lehrpersonal entwickelt. Seit 2009 veranstaltet ein DAAD-Lektorat an der Tongji-Universität in Shanghai fachdidaktische Fortbildungen für Hochschullehrer in ganz China. Derzeit wird dieses Fortbildungslektorat online von Katja Becker-Sliwa wahrgenommen. In dieser Woche beginnt die „DaF Sofa“ Reihe.

Die DAAD-Außenstelle Peking hat gemeinsam mit dem nationalen Anleitungskomitee für Germanistik und der Sprachabteilung des Goethe Instituts Ende Oktober 2021 erstmalig DaF Forschungsprojekte unter chinesischen Nachwuchsgermanistinnen und -germanisten ausgeschrieben. Bewerben konnten sich Deutschlehrerinnen und -lehrer sowie Doktorandinnen und Doktoranden der deutschen Sprache an chinesischen Universitäten, wobei auch interuniversitäre Forschungskooperationen erwünscht waren. Die DAAD Lektoren Dr. Patrik Kühnel und DAAD Lektorin Valentina Ly werden die Jury bei der Auswahl unterstützen und auch die mehrmonatigen Forschungsprojekte gemeinsam mit deutschen Hochschulexperten wissenschaftlich begleiten.

Darüber hinaus sind die DAAD-Lektorinnen und Lektoren bei der Bewerbung des DAAD Stipendiums Hochschulsommerkurse sehr aktiv. Sie informieren über dieses niederschwellige Angebot einen Sprachkurs in Deutschland zu besuchen und stellen die für die Bewerbung notwendigen Sprachnachweise aus. Aus Pandemiegründen ist die Umsetzbarkeit im kommenden Jahr allerdings weiterhin fraglich. 2020 wurden die Stipendien für Hochschulsommerkurse ausgesetzt und 2021 konnten die sich einer hohen Nachfrage erfreuenden Sprachkurse nur online angeboten werden.

Bei vielen Veranstaltungen mit Deutschland Bezug, wie die zurzeit angebotene Deutschlandwoche an der Tongji Universität unterstützen die DAAD Lektoren Dr. Stephan Renker und DAAD Lektorin Annika Heinrich mit Vorträgen und Beratungen die Aktivitäten chinesischer Hochschulen. In regelmäßigen Abständen veranstalten die DAAD Lektoren auch an ihren Gastuniversitäten eigene zusätzliche Informationsveranstaltungen wie zuletzt Dr. Gaios Tsutsunashvili in Wuhan und Dr. Daniel Jach in Chengdu.

Ein sichtbares Engagement in China für die deutsche Sprache und Kultur.

Der DAAD ist neben dem Goethe Institut und der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) Mitglied des „Netzwerk Deutsch“. Im „Netzwerk Deutsch“ arbeiten öffentlich finanzierte Institutionen zusammen, um als Teil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik die deutsche Sprache im Ausland zu fördern. Es gibt in China im sogenannten PASCH-Netzwerk (Schulen: Partner der Zukunft) derzeit ca. 40 von der ZfA betreute DSD I/II Mittelschulen und über 80 vom Goethe Institut betreute Schulen.

Ausschreibung: Bewerbungsfrist bis 2. Dezember

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