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S&P Studienfahrt nach Suzhou

© DAAD

Die dreitägige Exkursion des 30. Jahrgangs des DAAD-Programms „Sprache und Praxis“ führte im November 2025 in die ostchinesische Stadt Suzhou und ihr Umland, insbesondere nach Taicang und Kunshan. Ziel der Reise war es, Einblicke in wirtschaftliche Strukturen, Unternehmenspraxis sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen deutscher und chinesischer Akteure im Yangtze-Delta zu gewinnen. Ergänzt wurde das Programm durch kulturelle Aktivitäten in der historischen Altstadt Suzhous.

Suzhou ist Teil einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Chinas und verbindet industrielle Stärke mit historisch-kulturellem Erbe. Das Programm umfasste Unternehmensbesuche bei deutschen und chinesischen Firmen, einen Austausch mit einer Inklusionsinitiative sowie Einblicke in Unterstützungsstrukturen für ausländische Unternehmen.

Programm und Ablauf

Am ersten Tag erfolgte die Anreise per Hochgeschwindigkeitszug aus Peking, gefolgt vom Besuch des Suzhou Museums und einer Erkundung der Altstadt. Der zweite Tag stand im Zeichen von Unternehmensbesuchen in Taicang, darunter das German Centre, Tünkers und die Inclusion Factory. Am dritten Tag wurden Bosch Manufacturing Solutions, die Startup Factory Suzhou sowie das chinesische High-Tech-Unternehmen Royma besucht.

Das vom berühmten Architekten I.M. Pei entworfene Suzhouer Museum© DAAD

German Centre

Das German Centre fungiert als Plattform für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Taicang. Es bietet Büro- und Veranstaltungsflächen sowie Beratungs- und Netzwerkstrukturen. Der Austausch verdeutlichte die enge Zusammenarbeit deutscher Firmen untereinander und mit der lokalen Regierung, insbesondere in Fragen der Ansiedlung, Fachkräftequalifizierung und dualen Ausbildung. Der Besuch machte deutlich, dass deutsche Unternehmen in Taicang auf ein vergleichsweise kooperatives lokales Umfeld treffen, das ihre langfristige Etablierung unterstützt.

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Tünkers

Tünkers ist ein international tätiger Anlagenbauer mit starkem Fokus auf den Automobilsektor. Der Standort im Yangtze-Delta profitiert von ausgereiften Lieferketten und lokaler Fertigung. Das Unternehmen kombiniert deutsche Ingenieurtradition mit chinesischer Produktion und bedient große OEMs, darunter chinesische Hersteller. Thematisiert wurden zudem Arbeitsmarkt- und Arbeitsrechtsfragen, die sich in China zunehmend europäischen Standards annähern. Die Diskussion zeigte, wie stark chinesische Automobilhersteller global expandieren und dabei zunehmend chinesische Zulieferer und Montagefirmen einsetzen, wovon lokal verankerte Unternehmen wie Tünkers profitieren.

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Inclusion Factory

Die Inclusion Factory ist eine Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen und verfolgt seit 2014 ein deutsch-chinesisches Modell inklusiver Beschäftigung. Neben der Produktion einfacher industrieller Komponenten steht die Ausbildung und soziale Integration der Beschäftigten im Mittelpunkt. Der Besuch verdeutlichte sowohl die gesellschaftlichen Hürden für Menschen mit Behinderungen in China als auch die emanzipatorische Wirkung solcher Projekte. Gleichzeitig wurde die strukturelle Abhängigkeit der Initiative von Aufträgen – vor allem internationaler Unternehmen – thematisiert, was sie anfällig für wirtschaftliche Umbrüche, insbesondere im Automobilsektor, macht.

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Bosch Manufacturing Solutions (BMG)

Der Bosch-Standort in Suzhou ist Teil des globalen Industrie- und Automobilgeschäfts des Konzerns. Der Fokus liegt auf Fertigungslösungen für den Fahrzeugbau. Deutlich wurde der steigende Wettbewerbsdruck im chinesischen Markt sowie die wachsende Bedeutung lokaler Forschung und Entwicklung. Thematisiert wurden Veränderungen im Qualifikationsprofil der Belegschaft, der hohe Stellenwert betriebsinterner Weiterbildung und Unterschiede in Entscheidungs- und Innovationsgeschwindigkeit zwischen China und Deutschland. Zukunftsfelder sieht Bosch insbesondere in der Elektromobilität und der Wasserstofftechnologie.

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Startup Factory Kunshan

Die Startup Factory unterstützt vor allem deutsche Mittelständler beim Markteintritt in China, indem sie Infrastruktur, Managementdienstleistungen und administrative Unterstützung bereitstellt. Nach pandemiebedingten Rückgängen ist die Nachfrage zuletzt wieder gestiegen. Der Besuch zeigte anschaulich, aus welchen Gründen Unternehmen lokalisieren: Kundennähe, Kosten, regulatorische Anforderungen und schnellere Reaktionsfähigkeit. Das Modell der Startup Factory wurde als effiziente Antwort auf steigende Anforderungen an „in China für China“ bewertet.

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Royma Tech

Royma ist ein chinesisches High-Tech-Unternehmen für industrielle Röntgen- und CT-Prüfsysteme. Die Führung durch Ausstellung und Produktion vermittelte Einblicke in kundenspezifische Fertigung, vergleichsweise geringe Automatisierung und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen. Royma positioniert sich als globaler Anbieter mit hoher technischer Leistungsfähigkeit und internationaler Ausrichtung.

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Fazit

Die Exkursion vermittelte ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Realität im Raum Suzhou/Taicang/Kunshan. Deutlich wurden die fortgeschrittene Industrialisierung und Innovationsdynamik der Region. Das Inklusionsprojekt führte als Vorzeigeprojekt die noch unzureichende Förderung und Sichtbarkeit von marginalisierten Gruppen vor Augen. Insgesamt bot die Reise praxisnahe Einblicke in deutsch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen, Lokalisierungsstrategien und aktuelle Transformationsprozesse in einem zentralen Wirtschaftsraum Chinas.

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