Künstliche Intelligenz in Wissenschaft und Innovation: Deutsch-chinesischer Dialog beim Alumni-Forum 2026 in Hangzhou

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Welche Chancen und Herausforderungen bringt Künstliche Intelligenz für Forschung, Innovation und internationale Zusammenarbeit mit sich? Darüber diskutierten DAAD-, Humboldt- und Deutschland-Alumni beim Alumni-Forum 2026 am 17. Oktober 2026 an der Zhejiang University in Hangzhou. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen von KI auf Wissenschaft und Gesellschaft sowie neue Perspektiven für die deutsch-chinesische Kooperation.

Unter den mehr als 100 Gästen waren neben Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Forschung, Industrie und Wirtschaft auch zahlreiche neu nach China eingereiste DAAD-Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus Deutschland, die die Gelegenheit nutzten, mit erfahrenen Alumni und Forschenden ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Institut für Deutsche Kultur der Zhejiang University und dem DAAD-Informationszentrum (IC) Shanghai organisiert. Sie war Teil des „Jahres der globalen Zusammenarbeit – Europa 2026“ der Zhejiang University und wurde durch deren Sonderprogramm für internationale Zusammenarbeit unterstützt. Die Veranstaltung wurde vom DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert.

Starke Partnerschaft für bilaterale Wissenschaft und Alumni-Arbeit: Vertreterinnen und Vertreter des DAAD IC Shanghai, der DAAD-Außenstelle Peking, des DAAD Bonn und des Instituts für Deutsche Kultur der Zhejiang University beim gemeinsam veranstalteten Alumni-Forum 2026 in Hangzhou.© ZJU

Wissenschaftliche Zusammenarbeit im KI-Zeitalter stärken

In ihren Grußworten betonten die hochrangigen Rednerinnen und Redner die Bedeutung langfristiger deutsch-chinesischer Wissenschaftskooperationen. Prof. Zhou Jianghong, Vizepräsident der Zhejiang University, hob hervor, dass beide Länder angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen sollten.

DAAD-Generalsekretär Dr. Kai Sicks verwies auf die dynamische Innovationslandschaft Hangzhous und die vielfältigen Partnerschaften der Zhejiang University mit deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Alumni seien dabei wichtige Brücken zwischen Deutschland und China. Auch Uwe Koch, Konsul und Leiter des Wissenschafts- und Kulturreferats am Deutschen Generalkonsulat Shanghai, unterstrich die Bedeutung des wissenschaftlichen Austauschs für die weitere Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen.

Prof. Xu Shilang, Humboldtianer und Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Präsident der Vereinigung der Humboldtianer an der Zhejiang University sowie Professor am College of Civil Engineering and Architecture der Zhejiang University erinnerte daran, dass bei allen technologischen Fortschritten menschliche Kreativität und gesellschaftliche Verantwortung zentrale Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit bleiben.

Auf die enge Zusammenarbeit mit Deutschland verwies zudem Prof. Liang Junying, Direktorin des Office of Global Engagement der Zhejiang University und Professorin an der School of International Studies. Die Hochschule kooperiert derzeit mit 25 deutschen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Hochrangige Vertreter der Zhejiang University, des DAAD, des Deutschen Generalkonsulats Shanghai sowie der Vereinigung der Humboldtianer an der Zhejiang University eröffneten das Alumni-Forum 2026 und betonten die Bedeutung deutsch-chinesischer Wissenschaftskooperationen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.© ZJU

KI verändert Forschung und Lehre

Einen Schwerpunkt des Programms bildeten die Hauptvorträge. Prof. Ju Bingfeng, Dekan der Graduate School der Zhejiang University, Professor an der School of Mechanical Engineering und ehemaliger Humboldt-Stipendiat, beleuchtete die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Bildung und Hochschullehre. KI verändere nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die Rolle von Lehrenden und Lernenden. Neben fachlichem Wissen gewönnen menschliche Kompetenzen wie kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und Reflexion weiter an Bedeutung.

Die kulturelle Dimension deutsch-chinesischer Zusammenarbeit stand im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Fan Jieping, Deutschland-Alumnus und Professor an der School of International Studies der Zhejiang University, sowie ehemaliger Direktor des Office of Global Engagement und der Fakultät für Geisteswissenschaften, ehemaliger Prodekan der School of International Studies sowie ehemaliger Direktor des Instituts für deutsche Kultur der Zhejiang University. Er betonte, dass nachhaltige Partnerschaften nicht allein von bestehenden Beziehungen leben, sondern durch konkrete gemeinsame Projekte und neue gemeinsame Interessen weiterentwickelt werden müssen.

Die Hauptvorträge beleuchteten die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Forschung, Lehre und Innovation sowie die Bedeutung kultureller Vielfalt für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit.© ZJU

Zahlreich junge Gäste aus China und Deutschland nahmen an der Veranstaltung teil, darunter auch viele neu in China eingereiste DAAD-Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus Deutschland.© ZJU

Zwischen technologischen Chancen und gesellschaftlicher Verantwortung

In zwei Podiumsdiskussionen diskutierten Alumni sowie Expertinnen und Experten aus Forschung und Wirtschaft über die Auswirkungen von KI auf Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Themen waren unter anderem die Verlässlichkeit KI-generierter Inhalte, neue Anforderungen an Bildung und Forschung, Fragen der Datensicherheit sowie die Regulierung von KI-Anwendungen.

Dabei wurde deutlich, dass technische Innovation und menschliche Verantwortung untrennbar miteinander verbunden bleiben. Die Podiumsgäste waren sich einig, dass kritisches Denken, ethische Reflexion und zwischenmenschliche Kommunikation auch im KI-Zeitalter zentrale Voraussetzungen für wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt sind.

Gleichzeitig boten die Diskussionen Einblicke in konkrete Anwendungsfelder von KI – von der Arzneimittelentwicklung über die Sprachvermittlung bis hin zum Gesundheits- und Rechtswesen. Es wurde erkennbar, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und der Austausch über unterschiedliche regulatorische und gesellschaftliche Perspektiven für die weitere Entwicklung von KI sind.

Wie verändert KI Wissenschaft und Industrie? Die Teilnehmenden diskutierten Chancen, Herausforderungen und Verantwortlichkeiten im digitalen Wandel.© ZJU

Brücke oder Trennlinie? Die Diskussion beleuchtete Potenziale und Grenzen von KI aus Perspektiven der Wissenschaft, des Rechts und des Gesundheitswesens.© ZJU

Alumni als Impulsgeber für die Zukunft

In einer Alumni-Runde berichteten chinesische DAAD- und Deutschland-Alumni aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft über ihre Erfahrungen. Die Beiträge verdeutlichten die vielfältigen Karriere- und Lebenswege, die ein Deutschlandaufenthalt eröffnen kann. Zugleich betonten die Alumni die bleibende Bedeutung internationaler Erfahrungen, interkultureller Kompetenz und persönlicher Netzwerke für Forschung, Innovation und berufliche Entwicklung.

Hervorgehoben wurde, dass die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, im KI-Zeitalter zunehmend wichtiger werde. Vertrauen, Kreativität und persönliche Beziehungen seien auch künftig nicht durch Technologie zu ersetzen.

Dr. Lu Yunjie, Dr. Shen Xiaoyang und Liu Yao berichteten in der Alumni-Spotlight-Session über persönliche Karrierewege, Künstliche Intelligenz und die nachhaltige Wirkung ihrer Deutschlanderfahrungen.© ZJU

Einblicke in Forschung und Innovation an der Zhejiang University

Neben den Fachvorträgen und Diskussionen bot das Alumni-Treffen Gelegenheit, die Zhejiang University näher kennenzulernen. Auf dem Programm standen Besuche des Museums für Kunst und Archäologie, des Nationalen Schlüssellabors für Strömungsdynamik und elektromechanische Systeme sowie des studentischen Robotik- und Innovationszentrums der Universität.

Die Besichtigungen verdeutlichten die enge Verbindung von akademischer Bildung, technologischer Spitzenforschung und praxisnaher Innovationsförderung. Besonders das Robotik- und Innovationszentrum für Studierende zeigte, wie Studierende bereits frühzeitig an der Entwicklung zukunftsweisender Technologien mitwirken und eigene Forschungsprojekte umsetzen.

Einblicke in Forschung und Innovation: Besuch des studentischen Robotik- und Innovationszentrums der Zhejiang University.© ZJU

Der DAAD dankt der Zhejiang University, dem Institut für Deutsche Kultur sowie allen Referierenden, Alumni und Gästen für ihren Beitrag zu einer gelungenen Veranstaltung, die den deutsch-chinesischen Wissenschaftsdialog und die Vernetzung der Alumni nachhaltig gestärkt hat.

 

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