Welches Potential an Wissenschaftlerinnen weltweit gibt es, die für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland gewonnen werden könnten? Welche Bedarfe haben sie, um international mobil zu forschen? Und was hindert Frauen womöglich daran? Diese und weitere Leitfragen stelle sich das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) am GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften im Auftrag der Stiftung. Die Ergebnisse der Potential- und Bedarfsanalyse liegen nun vor und zeigen, dass das Potenzial an internationalen Wissenschaftlerinnen, die für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland gewonnen werden könnten, nicht ausgeschöpft wird.

So ist länderübergreifend beispielsweise die Übernahme von Care-Arbeit in Familien ein Hindernis für Frauen, international mobil zu werden. Zugleich weist die Studie darauf hin, dass Frauen durch die Zuschreibung von Care-Arbeit und die Annahme, dass internationale Forschungsaufenthalte wegen familiärer Verpflichtungen nicht möglich seien, häufig gar nicht erst dafür in Betracht gezogen werden. Auch institutionelle Hürden in den Herkunftsländern wie im Vergleich zu Männern schlechter bezahlte und schlechter ausgestattete Stellen sowie prekäre Beschäftigung können Frauen daran hindern, international mobil zu werden, auch weil eine temporäre Abwesenheit die Karriere im Herkunftsland gefährden könnte.

Weiterhin zeigt die Studie, dass Internationale Wissenschaftlerinnen eher von Frauen eingeladen werden während Männer häufiger mit Männern kooperieren. Daneben gibt es zu wenig Dual Career-Angebote für die Gruppe der hochqualifizierten international mobilen Forscherinnen, die häufig keine Kinder und keine so genannten „portable partner“ hat, sondern Partner oder Partnerinnen mit eigenem Beruf und eigener Karriere, die es bei einem Forschungsaufenthalt zu vereinbaren gilt.

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