Ende Juni neigt sich an Universitäten in ganz China das Sommersemester dem Ende zu. Für den DAAD ein gelungener Zeitpunkt, um seine Alumni zu einem Netzwerktreffen ins zentral gelegene Xi’an einzuladen. Rund Vierzig Teilnehmende folgten dem Ruf in die alte Hauptstadt des Kaiserreichs und knüpften nach langer Zeit der Onlinelehre und erschwerten Reisebedingungen alte und neue Kontakte.

Melanie Späthe, stellvertretende Leiterin der DAAD-Außenstelle in Peking und Prof. Dr. Zhang Shisheng, Dekan der Fakultät für Europastudien der Fremdsprachenuniversität Xi’an und DAAD-Alumnus, begrüßten als Organisationsteam die Anwesenden und stellten Möglichkeiten und Chancen der Alumniarbeit in China vor.

Melanie Späthe, stellvertretende Leiterin der DAAD-Außenstelle Peking stellt die Möglichkeiten und Chancen der Alumni-Arbeit in China vor.
Melanie Späthe, stellvertretende Leiterin der DAAD-Außenstelle Peking stellt die Möglichkeiten und Chancen der Alumni-Arbeit in China vor.

Den fachlichen Auftakt machte Professor Chen Qi, stellvertretender Leiter des International Office der University of Shanghai for Science and Technology (USST). Von der Frage ausgehend, welches Deutsch im DaF-Unterricht vermittelt werden soll, zeigte er anschaulich anhand konkreter Beispiele Konzepte und Didaktisierungspotenziale der interaktionalen Linguistik im DaF-Unterricht auf.

All diejenigen, die sich mit der Vermittlung der deutschen Sprache befassen, sehen sich immer wieder mit der Frage konfrontiert: "Welches Deutsch vermitteln wir?" Lange Jahre schien die Antwort eindeutig: die deutsche Standardsprache. Doch was ist die deutsche Standardsprache, und wer spricht sie?

Prof. Chen Qi, stellvertretender Leiter des International Office der University of Shanghai for Science and Technology (USST): „All diejenigen, die sich mit der Vermittlung der deutschen Sprache befassen, sehen sich immer wieder mit der Frage konfrontiert:
Prof. Chen Qi, stellvertretender Leiter des International Office der University of Shanghai for Science and Technology (USST): „All diejenigen, die sich mit der Vermittlung der deutschen Sprache befassen, sehen sich immer wieder mit der Frage konfrontiert: "Welches Deutsch vermitteln wir?"

Als Maßstab für die Wohlgeformtheit dieser grammatisch richtigen Sätze entspringen konzeptionell der Schriftsprache. „Die ganze Sprache, das ist erheblich mehr. Sie umfasst sowohl die Schriftlichkeit als auch die Mündlichkeit“, sagt Prof. Chen Qi.

Anregend verwies er auf rezente Erkenntnisse der Forschung über die gesprochene Sprache sowie deren unmittelbare Auswirkung auf die aktuelle Entwicklung der chinesischen Germanistik.  Zuletzt adressierte er die sich hieraus ergebenden Chancen und Herausforderungen für die Vermittlung des gesprochenen Deutsch in China.

Dr. Stephan Renker, DAAD-Lektor an der Fremdsprachenuniversität Shanghai, ging im Anschluss der Frage nach dem „Wozu?“ von Vernetzungspraktiken nach. Erscheint diese Frage in unserer Zeit als obsolet, wenn nicht sogar töricht oder gefährlich zeigen sich dennoch - nicht zuletzt durch die derzeitige Pandemie - offensichtliche Schwachstellen einer (über-)vernetzten Welt. Ausgehend von Urs Stähelis neuester Publikation zur Soziologie der Entnetzung (Suhrkamp 2021) ging Renker der Frage nach, wie einem offenen Nachdenken über Ver- und Entnetzung stattgegeben werden kann, ohne in romantische Vorstellungen einer „authentischeren“ Welt und kulturessentialistische Paradigmen zu verfallen.

Dr. Stephan Renker, DAAD-Lektor an der Fremdsprachenuniversität Shanghai: Impulse zu einem offenen Nachdenken über Ver- und Entnetzung in unserer Gesellschaft.
Dr. Stephan Renker, DAAD-Lektor an der Fremdsprachenuniversität Shanghai: Impulse zu einem offenen Nachdenken über Ver- und Entnetzung in unserer Gesellschaft.

Aus diesen Impulsen ergaben sich fruchtbringende Gespräche über Hoffnungen, Sorgen und Wünsche des künftigen Austausches zwischen den Alumni, die alle Teilnehmenden noch weit über das Semesterende hinausbegleiten werden.

Melanie Späthe: „Dem DAAD ist der Kontakt zu den Alumni ein sehr wichtiges Anliegen. Begegnungen wie die heutige sind elementar, um kontinuierlich die Bindung der ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten an Deutschland oder das Gastland zu erhalten, ein aktives und stetig wachsendes weltweites Netzwerk zu knüpfen und mit den Alumni als Partnern zusammezuarbeiten.“
Melanie Späthe: „Dem DAAD ist der Kontakt zu den Alumni ein sehr wichtiges Anliegen. Begegnungen wie die heutige sind elementar, um kontinuierlich die Bindung der ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten an Deutschland oder das Gastland zu erhalten, ein aktives und stetig wachsendes weltweites Netzwerk zu knüpfen und mit den Alumni als Partnern zusammenzuarbeiten.“

 

Dr. Stephan Renker und Melanie Späthe

Förderprogramme für Alumni

Mit unseren Alumniprogrammen möchten wir ehemalige Stipendiaten und Alumni weiter unterstützen und bieten ihnen als Teil des weltweiten DAAD-Alumninetzwerks verschiedene Fördermöglichkeiten an. Die Förderprogramme richten sich überwiegend an DAAD-Alumni. Die fachlichen Alumni-Sonderprojekte sind offen für mittlerunabhängige Deutschland-Alumni.

Sind Sie DAAD-Alumnus oder DAAD-Alumna und leben in China? Möchten Sie Teil des Alumni-Netzwerkes der DAAD-Außenstelle Peking sein?

Registrieren Sie sich gerne bei uns und nutzen Sie die unsere vielfältigen Angebote.
Einfach über unsere DATENBANK.

Follow us on Wechat!