Die Bundesrepublik ist eines der weltweit beliebtesten Länder für internationale Studierende: Rund 320.000 waren im Wintersemester 2019/20 an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit liegt Deutschland auf Platz vier des globalen Rankings, direkt hinter den klassischen Gastländern USA, Vereinigtes Königreich und Australien.

Im Wintersemester 2019/2020 studierten 320.000 internationale Studierende an einer deutschen Hochschule. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um rund 18.000 Studierende oder sechs Prozent gestiegen. Damit setzte sich der inzwischen zehnjährige Wachstumstrend fort, der für Qualität und Attraktivität des Studienstandorts Deutschland spricht. Seit 2010 ist die Zahl internationaler Studierender um insgesamt 76 Prozent gewachsen, wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in ihrer Publikation Wissenschaft Weltoffen 2020 zeigen, die gerade in 20. Auflage erschienen ist.

Die wichtigsten Herkunftsländer internationaler Studierender 2019 waren China mit rund 40.000 Studierenden, gefolgt von Indien (20.600), Syrien (13.000), Österreich (11.500) und Russland (10.500). Besonders deutliche Zunahmen sind bei den Zahlen der Studierenden aus Thailand (+86%), dem Iran (+52%), Syrien (+48%) und Jordanien (+38%) zu verzeichnen.

Die beliebtesten Bereiche sind die der Rechts-, Wirtschafts-, und Sozialwissenschaften (31,2%), dicht gefolgt von den Geisteswissenschaften (28%). 73 Prozent der internationalen Studierenden waren dabei an einer Universität eingeschrieben – 27 Prozent an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich bei ihnen die Zahl der internationalen Studierenden um zehn Prozent. Der DAAD unterstützt diese Entwicklung seit zwei Jahren gezielt mit seinem Programm HAW.International

Studienmobilität während der Pandemie

Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie ist auch die internationale Studierendenmobilität massiv betroffen. Rund 80.000 internationale Studierende hatten Deutschland nach einer DAAD-Umfrage temporär verlassen. Viele Hochschulen hielten aber trotz der Corona-Krise an ihren Austauschprogrammen fest: In einer nationalen Befragung des DAAD gaben nur 22 Prozent der Hochschulen an, ihre Austauschprogramme im Sommersemester 2020 komplett ausgesetzt zu haben.

Viele Studien zeigen ein optimistisches Bild: Eine Mehrheit geht von einer deutlichen Erholung der internationalen Studierendenmobilität für die kommenden Jahre aus – selbst bei einem längerfristigen Andauern der pandemiebedingten Einschränkungen. „Für eine positive Entwicklung der internationalen Mobilität sind allerdings innovative Lehrformate und Ideen, an denen durchaus schon viele Hochschulen arbeiten, mehr denn je eine wichtige Voraussetzung. Sie können ein weiterer Attraktivitätsfaktor für den Studienstandort Deutschland sein“, stellte die wissenschaftliche Geschäftsführerin des DZHW, Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans, in diesem Zusammenhang fest.

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