Eine Gruppe internationaler Studierender, Forscherinnen und Forscher an einer HAW

Um den Anstieg des Internationalisierungsgrads von Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und Fachhochschulen (FH) weiter auszubauen, legte der DAAD letztes Jahr das Programm HAW. International auf, in dessen Rahmen 31 Modellprojekte, die nun zusammen 21 Mio. Euro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten, ausgewählt wurden.

Das Förderprogramm ist genau an die Bedürfnisse der HAW und FH angepasst, die sich international noch besser aufstellen, ihre Studierenden auf den globalen Arbeitsmarkt vorbereiten und ihr Angebot weiter digitalisieren möchten. Ein weiteres Ziel ist, die weltweite Wettbewerbsfähigkeit dieses Hochschultyps weiter zu stärken. Mithilfe internationaler Kooperation und in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft soll dies gelingen.

Was „HAW. International“ bietet

Konkret bietet HAW. International organisatorische Unterstützung: „Bislang gehen internationale Aktivitäten noch häufig auf Einzelinitiativen von Lehrenden zurück oder es sind – wenn überhaupt – nur einzelne Abteilungen oder Personen damit betraut. HAW.International bezieht alle Bereiche ein, auch die Verwaltung bis hin zur Hochschulleitung, damit alle an einem Strang ziehen“, so Nicole Ohlemüller, Leiterin des DAAD-Referats Internationalisierung digital.
Weiterhin wird praktisch unterstützt: Es werden Budgets für die Einstellung von Personal, Fortbildungen, Beratungen und internationale Dialoge, vor allem mit potenziellen Partnerhochschulen, bereitgestellt. Schließlich werden Individualstipendien finanziert.

Zusammengefasst werden diese Förderungen in zwei Linien, auf die die ausgewählten Hochschulen aufgeteilt wurden: In der ersten Linie (Modul A) fördert der DAAD die Entwicklung und Implementierung von Internationalisierungsstrategien sowie den Aufbau von internationalen Netzwerken in Studium, Lehre, Forschung und Transfer. In der zweiten Förderlinie (Modul B) stehen der Aufbau von Studienangeboten mit internationalen Kooperationspartnern und die Entwicklung von Mobilitäts- und Austauschformaten im Fokus.

Obwohl die Hochschule Trier und die Fachhochschule Dortmund das DAAD-Programm ganz unterschiedlich nutzen, profitieren beide.  

Prof. Dr. Stefan Diemer, der am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier „International Business Communication und Digital Business“ lehrt, hat sich mit dem Projekt „Hochschule Trier International: Zuhause und in die Welt“ erfolgreich im Modul A beworben.

Sein Ziel ist eine zukunftssichere Strategie für nachhaltige Internationalisierung zu finden und umzusetzen. Dieses zu erreichen sei aus mehreren Gründen nicht leicht: Alle Akteurinnen und Akteure müssen mitgenommen werden, die Fachbereiche haben verschiedene Bedürfnisse im Hinblick auf Internationalisierung und stecken in unterschiedlichen Entwicklungsstufen. „Die Förderung durch den DAAD ermöglicht uns, dauerhafte Projektteams zu bilden.“ Über Fördermittel wurde neue Projektmanagerin eingestellt und ein internationales und interdisziplinäres Team aufgestellt.

Die FH Dortmund hat sich mit dem Projekt „InduTwin (Industrial Twin Bachelor Programme)“ für Modul B beworben, das sie bei der Durchführung von Modell- und Kooperationsprojekten mit internationalen Partnern unterstützt. Prof. Dr. Stephan Weyers vom Fachbereich Wirtschaft und Clara Decelis Grewe vom Institut für die Digitalisierung von Arbeits- und Lebenswelten (IDiAL) leiten die Umsetzung des HAW.International Programms hier. Die Internationalisierung der Fachhochschule Dortmund ist schon weiter vorangeschritten: Es bestehen langjährige Partnerschaften zum Beispiel mit China. Das „Dortmunder Kompetenzzentrum China (DoKoChi)“ baut die Kontakte kontinuierlich aus.

„DoKoChi“

Das Ziel des Projekts ist es, vor allem für die Akteure im Ruhrgebiet, sowie interessierten Akteuren auf NRW und Bundesebene eine Bündelung der vorhandenen Kompetenzen und einen Aufbau neuer Kompetenzen mit einem klaren Themenfokus zu erreichen: Fachhochschulkooperation mit China. Hierbei ergeben sich drei Projektfelder.

Die Projektfelder

  1. Kooperation in der praxisorientierten Bachelorausbildung durch den Aufbau entsprechender Studiengänge (und Hochschulen) in China. Recruiting von Studierenden in China, Austausch von Lehrenden und Studierenden und Double Degrees in enger Kooperation mit Unternehmen.
  2. Einbindung chinesischer Universitäten mit anwendungsorientiertem Profil in die Masterkooperationen der FH Dortmund. Hier geht es um strategische Hochschulpartnerschaften mit Austauschprogrammen, gemeinsamen Studienangeboten und Double Degrees.
  3. Gemeinsame anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung (F&E) mit klarem Fokus auf dem Transfer in die Unternehmen. Dabei werden strategische Kooperationen der F&E Netzwerke und Verbunde im Ruhrgebiet und in China angestrebt. Themen sind vor allem Digitalisierung, Produktionstechnik und Logistik, sowie Mobilität und Energie, zudem perspektivisch Biomedizintechnik.

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