Li Di hat bis 2016 an der TU Berlin Architektur studiert. Der dort gelehrte ganzheitliche Ansatz, Sozialforschung und Feldarbeit mit den fachlichen Planungen zu verbinden, war für ihn ganz neu. Er war begeistert von den positiven Ergebnissen und Erfahrungen in seiner Arbeitsgruppe. Zurück in China hat Li Di diese partizipative Methode in den chinesischen Kontext übersetzt und wendet sie in seinen Projekten an. In seiner Heimatstadt Chengdu gründete er die NGO UrbanXRural und arbeitete in einem Projekt der China Foundation for Poverty Alleviation mit. Sichuan ist eine bevölkerungsreiche Provinz in Südwestchina, wo die Integration der ländlichen Dorfstrukturen in die modernen Metropolen noch nicht abgeschlossen ist.

Der Architekt Li Di

Der DAAD hatte Ende Oktober in Chengdu gemeinsam mit dem dortigen Generalkonsulat und der Auslandshandelskammer von Südwest China zu einem großen Alumni Fachtreffen eingeladen. Nach den Lockerungen im innerchinesischen Reiseverkehr und in den Versammlungsvorschriften sind Präsenzveranstaltungen wieder zugelassen. So konnten sich knapp 50 Deutschlandalumni  im direkten Gespräch und bei gemütlichem Zusammensein miteinander austauschen.

(v.l.n.r.) Jin, HongDuo, Binke Lenhardt, Li Di, Ruth Schimanowski

Auch der zweite Vortrag war geprägt von der Überlegung, was Architektur für soziale Auswirkungen haben kann und sollte. Die DAAD-Alumna Binke Lenhardt hat 2005 mit ihrem Ehemann Dong Hao in Peking das Architekturbüro Crossboundaries gegründet. Sie stellte in ihrer Präsentation unter anderem die Renovierung der Chaoyang Future School vor. Das typische Schulgebäude aus den 80er Jahren wurde im Rahmen des Projektes umgebaut und modernisiert. Nun entspricht das räumliche Konzept dem Anspruch an eine zeitgemäße Erziehung, die mehr Interaktion und mehr Kreativität bei den Schülerinnen und Schülern ermöglichen soll. Noch umfassender gelingt die Umsetzung solcher Konzepte bei Neubauprojekten wie einem in der Freihandelszone Hainan. Die Inselprovinz im südchinesischen Meer möchte ein innovativer Bildungsstandort für den gesamten südasiatischen Raum werden. Auf 130.000 Quadratmetern hat Crossboundaries in Haikou ein Schulgebäude mit einem wolkenförmigen Lernzentrum entworfen. Es soll den über 3.500 Schülerinnen und Schülern ein neugieriges und Praxis orientiertes Lernen erleichtern.

Das von Crossboundaries entworfene Kunstzentrum der Chaoyang  Future School
Am Schluss versammelten sich alle Teilnehmenden zu einem Gruppenfoto

Fördermöglichkeiten und weitführende Informationen:

DAAD-Stipendien bieten ausländischen Graduierten die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Deutschland mit einem vertiefenden oder weiterführenden Studium fortzusetzen. Ausländische Bewerberinnen und Bewerber, die spätestens zum Stipendienantritt einen ersten Hochschulabschluss in den Fachbereichen Architektur, Innenarchitektur, Denkmalpflege, Stadtplanung/Städtebau, Regionalplanung, Landschaftsarchitektur oder Landschaftsplanung erworben haben.

Deutsche Architektinnen und Architekten sowie Stadtplanerinnen und Stadtplaner mit Interesse an China können sich auf ein post-graduate Stipendium des DAAD „Sprache und Praxis in China“ bewerben.

Der DAAD fördert Alumniarbeit mit verschiedenen Programmen. Engagierte Alumni können gerne ihre selbst initiierte Vorhaben vorstellen und eine finanzielle (Teil-) Förderungen beantragen.

Der DAAD betreibt seit Juli 2020 einen eigenen Alumni WeChatkanal, wo Informationen rund um die Alumniarbeit bekannt gemacht werden. Folgen Sie uns!

 

Deutsch-Chinesische Fachalumninetzwerke (DCHAN)

Das DCHAN Fachalumninetzwerk Urbanisierung und Stadtentwicklung soll die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum Themenfeld Urbanisierung und Stadtentwicklung fördern und stärken. Ziel des Vorhabens ist der systematische Aufbau eines deutsch-chinesischen Alumninetzwerks zum Thema Urbanisierung und Stadtentwicklung. Städte nachhaltig und inklusiv zu gestalten, ist eine der größten und komplexesten Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Multilaterale Netzwerke von Alumni mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik schaffen innovative Lösungsansätze.