Das Jahr 2020 hat bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie viele Menschen und Organisationen in herausfordernde Situationen gebracht. Auch der globale Wissenschaftsbetrieb ist von den Einschränkungen massiv betroffen. Wie in vielen anderen Ländern auch, wurden im Sommersemester in China landesweit Lehrveranstaltungen mit Hilfe von Videokonferenz-Tools digitalisiert. Ergänzend wurde verstärkt die Messenger-Plattform WeChat benutzt, um eine regelmäßige und kursbegleitende Kommunikation zwischen Lehrkraft und Studierenden zu gewährleisten. Auch die Prüfungen zum Semester- oder Studienabschluss fanden vielerorts virtuell statt.

Nun hat an vielen Universitätsstandorten in China das Wintersemester bereits wieder begonnen. In den Sommerferien kehrten zunächst die chinesischen Lehrkräfte und Forschenden wieder zurück auf den Campus; im Anschluss gruppenweise aufgeteilt die chinesischen Studierenden. Von einer Rückkehr zur Normalität kann man aber nicht sprechen. So wird beispielsweise im Rahmen eines strikten Campus-Managements an Ein- und Ausgängen der Zugang zum Campus reglementiert. An der Sun Yat-sen Universität in Guangzhou zum Beispiel dürfen sich aufgrund der strikten Einlasskontrollen die Studierenden und Lehrkräfte frei auf dem Campus bewegen und der Unterricht findet wie gewohnt im Klassenzimmer statt. Pünktlich zum Semesterbeginn sind auf dem Südcampus zwei neue Gebäude fertig geworden: die Zhongshan Halle und die neue Mensa.

Die neue Mensa
Zhongshan Halle

Zurzeit ist es für ausländische Studierende aufgrund der Einreisebeschränkungen noch nicht möglich, an ihre Studienstandorte in China zurückzukehren. Die Teilnahme an rein virtuellen Kursen ist zwar auch aus der Ferne möglich, allerdings ist viel technisches Knowhow gefragt, wenn Präsenzveranstaltungen in attraktive und effiziente hybride Formate umgewandelt werden müssen.

Seit Mitte August 2020 dürfen ausländische Lehrkräfte, die über gültige Aufenthaltsgenehmigungen verfügen, ein Visum beantragen, das zur einmaligen Einreise gedacht ist.  Im Laufe der nächsten Wochen und Monate können zumindest einige ausländische Forschende und Lehrkräfte nach China zurückkehren. Die Regelungen für die Rückkehr und die Bereitschaft der Universitäten das notwendige Einladungsschreiben auszustellen und andere eventuell notwendigen Genehmigungen vorab einzuholen, variieren aber regional.

Dieses Angebot haben bereits einige deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch DAAD Lektorinnen und Lektoren angenommen. Allerdings gibt es derzeit  nur ein eingeschränktes Angebot von Flügen nach China, unter anderem finden seit September auch keine Charterflüge der Auslandshandelskammer mehr statt. Bereits ausgereiste Lehrkräfte berichten von einer bürokratisch aufwändigen Einreise nach China, unter anderem ist eine 14-tägige Quarantäne in einer zentralen Unterkunft Pflicht. Auch nach der Zeit in Quarantäne ist nicht automatisch der Zugang auf den Campus für aus dem Ausland Zurückgekehrte erlaubt. Es gelten zusätzliche Wartezeiten oder der Vorweis weiterer negativer Coronatests, bevor die Universität selbst betreten werden darf.

Das Homeoffice in Deutschland ist daher weiterhin der Arbeitsplatz vieler DAAD-Lektorinnen und Lektoren. Die Zeitverschiebung stellt dabei eine zusätzliche organisatorische Belastung dar.

Zum Semesterbeginn sind die DAAD-Informationszentren an den Standorten Shanghai und Guangzhou wieder persönlich besetzt, genau wie die Außenstelle Peking. In den nächsten Monaten wird verstärkt auf digitale Beratung gesetzt. Wenn Sie Fragen zum Studium in Deutschland haben oder sich umfassend informieren wollen, kontaktieren Sie uns gerne.

Virtuelle und hybride DAAD-Veranstaltungsformate sind für das aktuelle Semester in Planung. Da Präsenzveranstaltungen aller Voraussicht nach nur mit reduzierten Teilnehmerzahlen stattfinden können und der Zugang zu Universitäten für Besucherinnen und Besucher nur als Ausnahme möglich ist, werden digitale Veranstaltungsformate, auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der DAAD-Aktivitäten sein. (Veranstaltungskalender

Dominik Gerland, Leiter des DAAD-Informationszentrums in Guangzhou