Die Volksrepublik China zählt mehr als 2.800 Hochschulen sowie mehrere zehntausend Forschungseinrichtungen und Forschungszentren. Diese ungeheure Vielzahl erschwert es sowohl Hochschulmanagerinnen und Hochschulmanagern als auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Potenziale einer binationalen Kooperation einzuschätzen – insbesondere abseits der Großregion Beijing. Hilfestellung für Ratsuchende leistet nun ein Monitoring-Bericht, der aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft, Technologie und Innovation im Asiatisch-Pazifischen Forschungsraum (Asia-Pacific Research Area, kurz APRA) zusammenträgt.

Die Hauptstadt XiAn der Provinz Shaanxi erreichte 2020 erstmals ein BIP von über einer Billionen Yuan und wuchs damit um durchschnittlich 2,2% mehr als andere Provinzen Chinas.

Seit drei Jahren veröffentlicht ein Konsortium, bestehend aus dem DLR Projektträger, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, dem German Institute of Global Area Studies (GIGA) und dem DAAD, im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich einen solchen Bericht. „Seit 15 Jahren steigen in den APRA-Staaten die Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation sowie die Zahlen der Studierenden, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die der Publikationen, Patentanmeldungen und Forschungsinfrastrukturen. Diese Region entwickelt sich rasant“, sagt Dr. Christian Schäfer, der als Leiter des DAAD-Referats Forschung und Studien seine Expertise in den Bericht eingebracht hat.

China: Regionen abseits von Beijing und Shanghai holen auf

In den Fokus des diesjährigen APRA-Berichts rücken nun unter anderem die Regionen Chinas abseits Shanghais und der Hauptstadt Beijing. Ein Befund: Zwar stehen die Ballungsräume Beijing, Shanghai und Jiangsu weiterhin im Zentrum vieler internationaler Kooperationen, doch in der jüngsten Vergangenheit haben auch andere Regionen, insbesondere in Südchina, Hochschulen und Forschungseinrichtungen stark ausgebaut und damit ein Niveau erreicht, das internationale Aufmerksamkeit rechtfertigt. In Südchina liegt etwa das Perlflussdelta, das Teile der Provinz Guangdong sowie die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau umfasst. „China arbeitet mit großem Druck daran, diese Gebiete miteinander zu verflechten und damit eine wohl einmalige Technologie-, Forschungs- und Wirtschaftsregion zu schaffen“, sagt Schäfer. Ein anderes Beispiel ist die westliche Region Shaanxi: Mehr als 50 Universitäten bilden dort Studierende in verschiedenen Ingenieursdisziplinen aus, von der Luftfahrt über den Staudammbau bis hin zur Kohle- und Gasförderung. Hinzu kommt eine Vielzahl von Forschungsinstituten. Ausschlaggebend für die hohe Dichte an wissenschaftlichen Einrichtungen in dieser Region sind die Reserven an Kohle, Öl und Erdgas, die zu den größten in China zählen. „Das sind gute Voraussetzungen für eine mögliche deutsch-chinesische Partnerschaft“, so Schäfer.

Dr. Christian Schäfer leitet beim DAAD das Referat Forschung und Studien.
Dr. Christian Schäfer leitet beim DAAD das Referat Forschung und Studien.

Klicken Sie hier, um den dritten APRA-Bericht einzusehen.

 

Frühere Fachstudien

Hier können Sie die APRA-Berichte der Jahre 2018 und 2020 in deutscher Sprache einsehen.

1. Bericht (2018)  2. Bericht (2020)