„NanoArt from Germany“ zeigt die wundersame Welt unter dem Rastertunnelmikroskop

Zum geselligen Jahresausklang lud Sakine Weikert, Direktorin des DAAD-Informationszentrums Shanghai, am 04. Dezember 2020 im Rahmen des Forschungstages „Research in Germany: Natural Sciences“ Studierende, Nachwuchsforscher und Partnerinstitutionen zur Eröffnung der „NanoArt“-Ausstellung ins Foyer und in den Garten der historischen Villa in die Julu Lu 628. Das Grußwort sprach die Generalkonsulin Dr. Christine D. Althauser.

Winzige Nanomaterialien - Ausstellung DAAD-Informationszentrum Shanghai
Konzentration unter den Gästen während des Grußwortes der Generalkonsulin

Die interdisziplinäre nanowissenschaftliche Forschung gilt vielen als abstrakt und nicht recht zugänglich. Umso relevanter sind niedrigschwellige Zugänge zu den Verfahren und Ergebnissen des Fachgebiets. Der Ausstellungstitel „NanoArt“ verweist bereits darauf, dass sich hier aus der Perspektive der Ästhetik genähert wird.

Die Motive der Ausstellung wurden vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE) zur Verfügung gestellt. Sie zeigen 26, oftmals vom Zufall gesteuerte, wissenschaftliche Kunstwerke: die für das bloße Auge nicht erkennbaren, winzigen Ansichten aus dem Kosmos der Nanowissenschaften. Nanopartikel treten nur unter Spezial-Mikroskopen in Erscheinung und sorgen für faszinierende Enthüllungen im Labor. Sie bilden ein Kaleidoskop von Texturen und Farben ab. Die flüssigen oder festen, fluoreszierenden Arrangements von Atomen bezeugen eindrucksvoll die Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst.

Richard Cuntz (Konsul Wissenschaft, GK Shanghai) betrachtet die Ausstellung

Umgekehrt zeigen sich Einflüsse naturwissenschaftlicher Forschung auf die künstlerische Praxis immer häufiger, beispielsweise in den thermodynamischen Licht-Skulpturen und Interventionen im öffentlichen Raum, die der in Berlin arbeitende, isländische Künstler Ólafur Elíasson kreiert, oder in den lebenswissenschaftlich anmutenden Laboratorien voller Insekten und Pflanzen des französischen Künstlers Pierre Huyghe.

Wie wird nun die Nano-Ästhetik interdisziplinär angewandt? Nanopartikel kommen bereits seit dem Mittelalter zum Einsatz, um beispielsweise farbige Kirchenglasfenster herzustellen. Das Innovationspotential nanowissenschaftlicher Forschung in Deutschland zeigt sich auch im Transfer der Erkenntnisse für die Bekämpfung von Krebs durch Entwicklung neuer Medikamente. Technologisch avanciert, eignen sich monokristalline, silberne Nano-Drähte als elektrische Leiter in Computern.

Austausch unter Studierenden während der „NanoArt“-Eröffnung

Als Experte gab Prof. DU Jianzhong, Leiter des Instituts für polymere Materialien an der Tongji Universität, Einblicke in seine nanowissenschaftliche Forschung, zu der er über 110 Peer Review-Artikel publiziert hat. Der promovierte Chemiker und Alexander von Humboldt-Fellow berichtete während des Vortrags im Garten darüber, wie Polymere zur Behandlung von Diabetes oder Krebs nutzbar gemacht werden.

Zuhörer beim „Nano Research“-Vortrag von Prof. DU Jianzhong

Die Vernissage bot den Gästen – darunter Professoren und Projektleiter der Shanghaier Universitäten, DAAD-Lektorinnen und -Lektoren, Vertreter des Generalkonsulats, der Deutschen Schulen Shanghai, ZfA, APS, German Centre, AHK, Abteilung Kultur und Bildung oder des Goethe-Jinchuang Sprachlernzentrums – zudem Gelegenheit, dass eigenwillige Jahr 2020 zu verabschieden und Pläne für 2021 auszutauschen. Solch ein Abend zeigt, wie wertvoll diese tatsächlichen Begegnungen sind, die der virtuelle Raum eben doch nur simulieren kann.

Ausstellungsprojektion im Garten des DAAD-Informationszentrums Shanghai

Im Anschluss an das Chinesische Frühlingsfest wird die durch „Research in Germany – Land of Ideas“ finanzierte Ausstellung mit freundlicher Unterstützung des im gleichen Haus ansässigen Goethe-Jinchuang Sprachlernzentrums für weitere zwei Monate in neuer Hängung in der Julu Lu 628 präsentiert.