Die Ausstellung „NanoArt from Germany“, die ursprünglich im Rahmen des Forschungstages „Research in Germany: Natural Sciences“ gezeigt wurde, ist am 15. März in neuer Hängung wiedereröffnet worden. Zu sehen ist die wundersame Welt unter dem Rastertunnelmikroskopsie im gesamten Haus des DAAD-Informationszentrums Shanghai und des Goethe-Jinchuang Sprachlernzentrums, in der historischen Villa in die Julu Lu 628, mitten im französischen Viertel Shanghais. Die Kunst der winzigen Nanopartikel wird noch bis zum 15. April zu sehen sein.

Winzige Nanomaterialien - Ausstellung DAAD-Informationszentrum Shanghai

Die interdisziplinäre nanowissenschaftliche Forschung gilt vielen als abstrakt und nicht recht zugänglich. Umso relevanter sind niedrigschwellige Zugänge zu den Verfahren und Ergebnissen des Fachgebiets. Der Ausstellungstitel „NanoArt“ verweist bereits darauf, dass sich hier aus der Perspektive der Ästhetik genähert wird.

Konzentration unter den Gästen während des Grußwortes der Generalkonsulin

Die Motive der Ausstellung werden vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE) zur Verfügung gestellt. Sie zeigen 26, oftmals vom Zufall gesteuerte, wissenschaftliche Kunstwerke: die für das bloße Auge nicht erkennbaren, winzigen Ansichten aus dem Kosmos der Nanowissenschaften. Nanopartikel treten nur unter Spezial-Mikroskopen in Erscheinung und sorgen für faszinierende Enthüllungen im Labor. Sie bilden ein Kaleidoskop von Texturen und Farben ab. Die flüssigen oder festen, fluoreszierenden Arrangements von Atomen bezeugen eindrucksvoll die Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst.

Richard Cuntz (Konsul Wissenschaft, GK Shanghai) betrachtet die Ausstellung

Umgekehrt zeigen sich Einflüsse naturwissenschaftlicher Forschung auf die künstlerische Praxis immer häufiger, beispielsweise in den thermodynamischen Licht-Skulpturen und Interventionen im öffentlichen Raum, die der in Berlin arbeitende, isländische Künstler Ólafur Elíasson kreiert, oder in den lebenswissenschaftlich anmutenden Laboratorien voller Insekten und Pflanzen des französischen Künstlers Pierre Huyghe.

Wie wird nun die Nano-Ästhetik interdisziplinär angewandt? Nanopartikel kommen bereits seit dem Mittelalter zum Einsatz, um beispielsweise farbige Kirchenglasfenster herzustellen. Das Innovationspotential nanowissenschaftlicher Forschung in Deutschland zeigt sich auch im Transfer der Erkenntnisse für die Bekämpfung von Krebs durch Entwicklung neuer Medikamente. Technologisch avanciert, eignen sich monokristalline, silberne Nano-Drähte als elektrische Leiter in Computern.

Austausch unter Studierenden während der „NanoArt“-Eröffnung

Während der Eröffnung im Rahmen des Forschungstages gab Prof. DU Jianzhong, Leiter des Instituts für polymere Materialien an der Tongji Universität, Einblicke in seine nanowissenschaftliche Forschung, zu der er über 110 Peer Review-Artikel publiziert hat. Der promovierte Chemiker und Alexander von Humboldt-Fellow berichtete wie Polymere zur Behandlung von Diabetes oder Krebs nutzbar gemacht werden.

Zuhörer beim „Nano Research“-Vortrag von Prof. DU Jianzhong