Mit der Ausbreitung des Corona-Virus ist der internationale akademische Austausch nach China weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit März 2022 wird auch die Mobilität lokaler Studierender zunehmend eingeschränkt. Die Marketingaktivitäten der deutschen Hochschulen sind davon unmittelbar betroffen: Informationsveranstaltungen zum Studienstandort Deutschland können jederzeit von Behörden oder der Universitätsleitung abgesagt werden. In den vereinzelten Fällen, in denen die Präsenzveranstaltungen umsetzbar sind, ist die Teilnahme externer Besucherinnen und Besucher oftmals nicht möglich.

Die DAAD-Außenstelle konnte in den letzten Jahren vermehrt Erfahrung mit den Möglichkeiten digitaler Veranstaltungsformate sammeln. Erstmalig rief das Marketingteam 2020 den DAADialog ins Leben: eine digitale Interviewserie mit Expertinnen und Experten, Forschenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die chinesischen Studierenden spannende Fachgebiete und Themen im Livestream näherbringen. Studierende erhalten chinaweit mit nur einem Klick auf ihrem Handy Informationen zu Studieninhalten, möglichen Berufen oder konkreten Bewerbungsanforderungen.

Am 21. April knüpften die Kolleginnen daran an und stellten den GATE-Tag vor. “Es war uns besonders wichtig, über unsere Veranstaltungen weiterhin Stabilität und Verlässlichkeit zu vermitteln”, sagt WAN Xue, Mitarbeiterin des Marketingteams der DAAD-Außenstelle Peking.

GATE-Germany Verlinken zu GATE-Germany

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Hochschulkonsortium, dessen Geschäftsstelle im DAAD verortet ist, unterstützt deutsche Hochschulen durch das Bereitstellen von Marketinginstrumenten und Expertise darin, sich mit ihren Studien- und Forschungsangeboten international zu präsentieren und zu positionieren. Das Portfolio reicht von Informationsmöglichkeiten wie Fachpublikationen, Kongressen, Seminaren und Online-Vorträgen bis hin zu konkreter Unterstützung bei der Sichtbarmachung von Studienangeboten in internationalen Märkten und der Gewinnung internationaler Studieninteressentinnen und -interessenten.

Mitgliedshochschulen profitieren vom weltweiten DAAD-Netzwerk der Außenstellen und Informations Points https://www.daad.de/en/the-daad/daad-network/ sowie seiner umfassenden internationalen Kompetenz. Knapp 40.000 Chinesen und Chinesinnen studieren zurzeit an deutschen Hochschulen. Um auf diesem Erfolg aufzubauen, bieten die DAAD-Außenstelle und ihre angegliederten Information Points regelmäßig Informationsveranstaltungen an:

Der GATE Tag

Der GATE-Tag vermittelt wichtige Informationen zum Studium in Deutschland und bietet Vertreterinnen und Vertretern deutscher Hochschulen und Forschungsinstitutionen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Die Studierenden nehmen die aktuellsten Tipps zur Studienvorbereitung und Hochschulwahl mit und können ihre Fragen im direkten Gespräch klären“, so fasst Shi Jia, Marketingleiterin der DAAD-Außenstelle, das Angebot zusammen.

Ausklappen: Die Themenbereiche im Detail

  • Vorträge zum Thema “Studieren in Deutschland”
  • Erläuterungen tertiären Bildungssektor in Deutschland (Universität, Fachhochschule, Kunsthochschule)
  • Allgemeine Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsverfahren (APS, TestAS, TestDAF etc.)
  • Vorträge der Hochschulen
Veranstaltungsplakat

Der GATE-Tag erfreut sich hoher Aufmerksamkeit, da er unter anderem auf dem Weibo-Account der Außenstelle verbreitet wurde; Dieser zählt mittlerweile knapp 62.000 Follower. Das Marketingteam veröffentlicht hier mehrmals täglich Neuigkeiten rund ums Studium in Deutschland.

Folgen Sie der DAAD-Außenstelle auf Weibo!

Zum ersten GATE-Tag lud das Team der Außenstelle Peking drei deutsche Hochschulen sowie die Akademische Prüfstelle (APS) https://www.aps.org.cn/zh/ ein.

Zunächst stellte die Außenstelle das deutsche Hochschulsystem vor und gab Auskunft über Studium und Arbeit in Deutschland. Im Anschluss gab die APS einen detaillierten Einblick in die verschiedenen Prüfverfahren https://www.aps.org.cn/zh/verfahren-und-services-deutschland für den Erhalt eines APS Zertifikats und die anschließende Visabearbeitung. https://www.aps.org.cn/zh/verfahren-und-services-deutschland/visum-fur-deutschland. „Wir wollen Interessenten Schritt für Schritt in den Prozess einführen“, erklärt Shi Jia.

Die APS ist für chinesische Studienbewerber das Tor zum Studium in Deutschland und eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Deutschen Botschaft Peking. Sie überprüft auf Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) die formale Hochschulzugangsberechtigung von Studierenden, die sich auf Grundlage von in China erbrachten Studienleistungen an deutschen Hochschulen bewerben.

Das Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), https://www.kit.edu/english/index.php  die Fachhochschule Bielefeld und die Hochschule Magdeburg-Stendal https://www.h2.de/no_cache/en/home.html   informierten über ihre jeweiligen Programme und Bewerbungsvoraussetzungen sowie -verfahren.

Herr LIU vom KIT stellte die Fakultäten „Karl Benz School of Engineering“ und die „HECTOR School of Engineering and Management“ vor und konzentrierte sich damit auf die vielen Studieninteressierten aus dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften.

Frau NI von der Fachhochschule Bielefeld sprach nicht nur über Studienpläne und Bewerbungsvoraussetzungen ihres Instituts, sondern das neue Vorhaben auf Hainan.

Die FH Bielefeld hat eine Rahmenvereinbarung mit der Provinzregierung der Insel zur Errichtung einer „German University of Applied Sciences“. Geplant ist ein Angebot praxisintegrierter Studiengänge. Sie können nach dem dualen Modell – also mit einem Arbeitsvertrag mit einem kooperierenden Unternehmen – oder mit einer intensiven Praxisvertiefung studiert werden. Für die besten Studierenden sollen perspektivisch auch Auslandphasen an der FH Bielefeld und ein Doppelabschluss mit den entsprechenden Studiengängen in Deutschland möglich sein.

Das Projekt wird bis 2024 aus Titeln des BMBF gefördert. Von chinesischer Seite erfährt das Vorhaben hohe Aufmerksamkeit. Im 14. Fünfjahresplan heißt es, man wolle auf Hainan einen Beitrag Hainan zum Aufbau einer „internationalen Bildungs- und Innovationsinsel“ leisten.

Schließlich erläuterte Frau Stiawa von der Hochschule Magdeburg-Stendal das Prüfungsverfahren der Hochschule und fokussierte sich dabei auf Studierende, die für ihr Grundstudium nach Deutschland gehen möchten.

Vortrag des KIT
Vortrag des KIT

Während der anschließenden Fragerunde tauschten sich die Teilnehmenden lebhaft untereinander aus und stellten gezielte Fragen zu den Themen Förderfähigkeit, Zeitplanung und Studienfachwahl. Das Marketingteam der Außenstelle freute sich sehr über den großen Andrang von Fragen und Kommentaren: Die Veranstaltung wurde insgesamt 7000 angeklickt.

DAAD-Außenstelle Peking