Rundum digital: Die Digitalisierung erweitert die Möglichkeiten international ausgerichteter Studiengänge. Das Programm IP Digital unterstützt sie dabei.

Mit dem Programm IP Digital unterstützt der DAAD deutsche Hochschulen bei der Digitalisierung international ausgerichteter Studiengänge mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Nicole Ohlemüller, Leiterin des Referats „Internationalisierung digital, Fachhochschulen/HAW“, erklärt, wie Hochschulen von der Förderung profitieren können und warum Digitalisierung zu mehr Chancengleichheit führt.

IP Digital ist darauf zugeschnitten, bereits erfolgreiche international ausgerichtete Studienprogramme zu digitalisieren. Was bedeutet das konkret?
IP Digital richtet sich an Hochschulen, die Masterstudiengänge für internationale Studierende anbieten. Dabei soll das bisherige Präsenzangebot um digitale Angebote erweitert werden und somit auch in Zeiten einer Pandemie attraktiv und studierbar bleiben. Ein Studierender, beispielsweise in Südafrika, kann den Studiengang online absolvieren, ohne dafür je nach Deutschland zu kommen. Damit das möglich wird, müssen nicht nur die Lehr- und Lerninhalte, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Verwaltungsprozesse angepasst werden. Dafür braucht es auch eine entsprechende IT-Infrastruktur. Darüber hinaus sind in der digitalen Lehre ganz andere didaktische Mittel gefragt und es müssen innovative Lehr- und Lernkonzepte entwickelt werden. Ebenso spielt Interkulturalität eine große Rolle, wenn international Studierende digital an die Art und Weise herangeführt werden sollen, wie in Deutschland gelernt und geforscht wird. Die Herstellung des Deutschlandbezugs spielt dabei eine sehr große Rolle. Dafür sind neue, digitale Betreuungsformen notwendig. Mit IP Digital wollen wir die Hochschulen motivieren, neue Konzepte und Formate zu entwickeln.

Digitalisierung führt zu mehr Chancengleichheit: Nicole Ohlemüller, Leiterin des Referats „Internationalisierung digital, Fachhochschulen/HAW“.

Vor welchem Hintergrund wurde IP Digital entworfen?
Das internationale Interesse an Deutschland als Studien- und Forschungsstandort ist nach wie vor groß. Deshalb ist es wichtig, der Nachfrage bezüglich digitaler Studiengänge entgegenzukommen und dafür die passenden Voraussetzungen zu schaffen. Denn nur wenn das Angebot solcher Studiengänge kontinuierlich auch für ausländische Studieninteressierte erweitert wird, bleibt Deutschland als Studien- und Wissenschaftsstandort international wettbewerbsfähig. Zudem hat uns gerade Corona vor Augen geführt, dass Studierenden das Reisen nicht immer möglich ist. Mit digitalen Programmen sprechen Hochschulen aber insbesondere auch diejenigen Zielgruppen an, die ohnehin nicht reisen können – sei es aus finanziellen, familiären oder anderen Gründen. Digitalisierung führt somit zu mehr Chancengleichheit – einem wichtigen strategischen Ziel des DAAD. Durch die Erweiterung der Zielgruppen wird der Studien- und Wissenschaftsstandort Deutschland international noch attraktiver.

IP Digital ist ein Programm, mit dem der DAAD wichtige Impulse für digitale Internationalisierung und Zusammenarbeit setzt. Welche Zielsetzungen stecken hinter den anderen Projekten?
Mit den Angeboten unterstützen wir sowohl einzelne Lehrende als auch Hochschulen umfassend darin, internationale Hochschulkooperationen und weltweite Mobilität virtuell zu gestalten und zu vertiefen. Das neue Programm IVAC – International Virtual Academic Collaboration – ist auf Lehrveranstaltungen im Rahmen von internationalen Kooperationen ausgerichtet. Mit IVAC fördern wir Lehr- und Lernszenarien, die gemeinsam mit einem ausländischen Partner durchgeführt werden. Mit dem Programm IMKD „Internationale Mobilität und Kooperation digital“ sollen deutsche Hochschulen neue Maßstäbe in der Verknüpfung von Internationalisierung und Digitalisierung setzen. Im Mittelpunkt des Programms steht die sogenannte „Student Journey“. Darunter versteht man den individuellen Studienverlauf, den Studierende im Rahmen ihres Studiums durchlaufen. Dabei bedient IMKD mehrere Säulen: Entwicklung von Lehr- und Lernszenarien, Kompetenzerweiterung der Lehrenden, Aufbau von IT-Infrastruktur und die „Student Journey“. Die geförderten Projekte begleiten und erweitern diesen Zyklus durch den Einsatz digitaler Elemente, beispielsweise mit Online-Studienangeboten, dem Ausbau der digitalen Service-Infrastruktur für Studierendenaustausch und transnationale Lehre oder der Optimierung der digitalen Studierendenverwaltung. Dafür werden Lösungen entwickelt, die später zu digitalen Standards werden können. Letztlich ist es entscheidend, dass die IT-Systeme aller Hochschulen miteinander kommunizieren können, damit globale Zusammenarbeit möglich wird.

Britta Hecker (25. September 2020)

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