Klimaschutz durch Energie- und Ressourceneffizienz: Das zeichnet die Blechwarenfabrik Limburg unter der Geschäftsführung der Geschwister Annike und Hugo Sebastian Trappmann seit über zehn Jahren aus. Sie gehört bundesweit zu den führenden nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen. Mit der Umsetzung eines neuen Gesamtkonzepts mit selbst entwickelten Maschinen und Prozessen stößt der Familienbetrieb jährlich etwa 2.600 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger aus und spart rund 100 Tonnen Weißblech ein.

Die Geschwister Trappmann in ihrer Fabrik in Limburg

Für diesen Erfolg erhalten die Geschwister am 25. Oktober 2020 den von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehenen Deutschen Umweltpreis. „Die ergriffenen Maßnahmen gehen weit über das übliche Maß hinaus und sind als Best Practice Beispiel richtungsweisend für viele andere produzierende Branchen“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Das Preisgeld für die jungen Pioniere umfasst 250.000 Euro.

Die beiden Jungunternehmer zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen nicht auf starre Standardlösungen zurückgreifen müssen, sondern mithilfe selbst entwickelter Maschinen, intelligenter Wärme- und Beleuchtungssysteme und integrierter Solarstromanlage einen großen Beitrag zum Naturschutz leisten können. Geschäftsführer Trappmann: „Zusammen mit unserem Team haben wir viel Herzblut und Engagement in das Entwickeln neuer Maschinen gesteckt..“

Hugo Sebastian Trappmann hält einen Doppelmasterabschluss der RWTH Aachen und der Pekinger Tsinghua Universität. Das Doppelmaster-Programm für Maschinenbau in den Fachbereichen „Automotive Engineering“ und „Industrial Engineering“ wird seit 2001 angeboten. 2006 studierte der heutige Unternehmer mit Unterstützung des DAAD und des CSC (Chinese Scholarship Council) an der renommierten chinesischen Hochschule. „Meine Vertiefung war Industrial-Engineering. Meine Abschlussarbeit hatte den Titel: Engagement of German SMEs in the PR China. Hier habe ich viele deutsche Mittelständler im Umkreis von Peking besucht und mich in Interviews über die spezifischen Herausforderungen und Lösungen informiert“, so Trappmann.

Noch heute ist der Unternehmer mit der RWTH Aachen im engen Kontakt. Seine Alma Mater freute sich daher ganz besonders über die Auszeichnung mit Deutschlands höchstdotiertem Umweltpreis.

Die damaligen RWTH-Aachen Doppelmaster-Absolventen

Es freue die Universität stets mitzuerleben, welche Persönlichkeiten aus dem internationalen Austausch hervorgehen, so die RWTH Aachen. Die Kommilitonen Trappmanns sind heute alle in wichtigen Positionen der deutschen Wirtschaft angekommen.

Seiner Zeit in China hat der Preisträger Einiges zu verdanken: „Ich konnte viel von der chinesischen Mentalität lernen, was schlussendlich auch zum Gewinn des Bundesumweltpreises beigetragen hat. Wir haben in unserem neuen Werk viele Maschinen und Prozesse selbst entwickelt. Den Mut mit einem gewissen Halbwissen in diese Projekte zu gehen, habe ich mir in China abgeguckt.“

Der Doppelmaster Jahrgang 2006

Der Unternehmer fliegt heute beruflich häufig nach China, um Weißblech und Maschinen einzukaufen. „Ich habe einen breiteren Blick auf die Welt bekommen und die chinesische Kultur und seine Menschen lieben und schätzen gelernt.“

 

Das Doppelmaster-Angebot der RWTH-Aachen

Unter dem Motto: „Gemeinsam studieren - gemeinsam forschen“ wurde der Doppelmaster 2001 als erstes internationales Programm der Tsinghua Universität gestartet. Maximal jeweils 30 Studierende können sich für ein Jahr an der Pekinger Institution einschreiben und erhalten nach erfolgreicher Teilnahme jeweils eine Master-Urkunde von beiden Universitäten. Bislang haben über 180 RWTH-Studierende am Department of „Industrial Engineering“ an der Tsinghua University studiert.