„Die Corona-Pandemie zeigt uns: In globalen Krisen müssen wir global zusammenarbeiten. Dies gilt für die Gesundheitsforschung, wie etwa aktuell bei der Suche nach Therapeutika und Impfstoffen zur Pandemiebekämpfung, aber genauso auch für die gigantische Herausforderung der Klimaveränderung und ihrer Folgen. Mit den neuen Zentren zur Klima- und Gesundheitsforschung wollen wir einen weiteren Beitrag zur Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit leisten“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee.

„Wir stehen in den 2020er Jahren vor enormen Aufgaben: Wir wollen und müssen weltweite Krisen meistern, um die natürlichen Lebensgrundlagen in dieser Welt zu erhalten. Forschung zum Klimawandel, zu Umwelt-, Gesundheits- und Pandemiefragen ist dabei – die vergangenen Monate haben es gezeigt – der zentrale Hebel, um durch grenzüberschreitende wissenschaftliche Arbeit die drängenden Probleme zu bewältigen“, sagte Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kultur- und Bildungspolitik im Auswärtigen Amt.

Für den Aufbau eines der acht Zentren kann sich jeweils eine deutsche Hochschule bewerben und dabei eng mit deutschen wie internationalen Partnerorganisationen zusammenarbeiten. Die Zentren sollen dabei in den Ländern des Globalen Südens eingerichtet werden. Jedes Zentrum erhält pro Jahr jeweils 600.000 Euro Förderung, zunächst bis 2025 mit Verlängerungsmöglichkeit bis 2030. Wichtig für mögliche Zentren ist ein interdisziplinärer Ansatz, eine starke internationale Vernetzung über verschiedene Kontinente sowie der enge Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um den Transfer neuer Erkenntnisse in die Praxis sicherzustellen. Zum Aufbau der Globalen Zentren steht interessierten Hochschulen zudem eine breite Palette an Fördermaßnahmen zur Verfügung: von digitalen Austauschformaten in Forschung und Lehre und dem Aufbau von Studiengängen über Personalaustausch und Stipendien bis zur Errichtung von Gastlehrstühlen.

Zentren für Gesundheit

Die vier Zentren für Gesundheit und Pandemievorsorge sollen ihren Fokus auf Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten legen. Ziel ist es, Präventions-, Behandlungs- und Reaktionsmechanismen in Gesundheits- und Pandemiefragen auszubauen und zu verbessern. Entsprechend werden sie sich eng mit nationalen und internationalen Behörden der Seuchenbekämpfung, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der pharmazeutischen wie medizintechnischen Industrie vernetzten.

Zentren für Klimaforschung

Die vier Zentren für Klima und Umwelt sollen Forschungsfragen wie die Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase, die Förderung einer klimafreundlichen Wirtschaft oder die Anpassung an die Folgen des Klimawandels aus unterschiedlicher fachlicher und transnationaler Perspektiven bearbeiten. Sie sollen neben der Klimaforschung auch Disziplinen wie Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften einbeziehen, um sich mit klima- und umweltrelevanten Fragen auseinanderzusetzen.

Auswahlprozess der Zentren

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte deutsche Hochschulen gemeinsam mit mindestens einer Partnerinstitution aus dem Zielland, in dem das jeweilige Zentrum etabliert werden soll. Zur Auswahl der Zentren ist ein zweistufiges Verfahren geplant. Interessierte Hochschulen können bis Ende November zunächst eine Interessensbekundung mit Projektskizze einreichen. Nach einer Auftaktveranstaltung zur Vorauswahl und Vernetzung Mitte Dezember können voraussichtlich bis zum 23. Februar Anträge eingereicht werden. Bei Interesse können chinesische Hochschulen auf ihre deutschen Partneruniversitäten zugehen und Sie auf dieses Programm hinweisen.

Was wird gefördert

Gefördert werden können u.a. Ausgaben für einen Gastlehrstuhl und/oder Kurzzeitdozenturen, Stipendien für Studien- und Forschungszwecke, Maßnahmen zur Entwicklung gemeinsamer Master- und Doktorandenprogramme, zur Förderung digitaler Formate in Lehre/ Forschung und Kooperation, zur Vernetzung mit anderen Zentren und mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie zur Unterstützung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Praxis.

Wer wird gefördert

Masterstudierende, Promovierende, PostDocs, Habilitanden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Professorinnen und Professoren, administratives Personal, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Alumni.