Die DAAD-Außenstelle Peking hat am 15. März bei den Vertreterinnen deutscher Hochschulen in China nachfragt, ob es für nach Deutschland rückkehrende Studierende oder Bewerberinnen und Bewerber aus China wegen der Ausnahmesituation durch COVID-19 besondere Regelungen gibt. Nicht nur sind auf Grund der seit Wochen andauernden umfangreichen Reise- und Arbeitsbeschränkungen in China die Vorbereitungen auf einen Studienaufenthalt in Deutschland stark behindert. Auch die in den letzten Tagen drastisch angestiegenen Zahlen von Coronavirus Infizierten in Europa und die von den europäischen Regierungen ausgerufenen Massnahmen haben massive Auswirkungen auf die Mobilität und den akademischen Betrieb.

Die hier aufgeführten Informationen sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Allein durch die sich täglich ändernde Situation in Bezug auf die Epidemie, können die zuständigen Ministerien und staatlichen Gesundheitsämter kurzfristig neue Regeln in Kraft setzen und Empfehlungen aussprechen, auf die die Universitätsverwaltungen reagieren. Studierenden und Betreuenden wird dringend geraten, sich kontinuierlich bei den Ansprechpartnern an der Gastuniversität zu informieren und die offiziellen Meldungen zu verfolgen.

Am 17. März hat der deutsche Bundesinnenminister Seehofer weitreichende Einreisebeschränkungen an den deutschen Schengen-Außengrenzen angeordnet. Einreisen von Drittstaatsangehörigen sind vorübergehend nur noch bei besonderen Voraussetzungen oder dringendem Reisegrund möglich.  LINK

  • Bayerisches Hochschulzentrum für China (BayChina)

Das bayerische Kabinett hat Anfang März beschlossen, den Vorlesungsbeginn für das Sommersemester 2020 an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Technischen Hochschulen sowie an den Kunst- und Musikhochschulen nach hinten zu verschieben und an den Start des Vorlesungsbeginns an den Universitäten im Freistaat anzugleichen.

Damit werden die Vorlesungen an allen staatlichen Hochschulen und Universitäten in Bayern erst am 20. April – nach den Osterferien – beginnen. Für den Zeitraum davor werden alle Lehrveranstaltungen abgesagt. Inwiefern ausgefallene Veranstaltungen nachgeholt werden, entscheiden die Hochschulen in eigener Verantwortung. Genaue Informationen sehen Sie bitte Hier.

Auf Grund der wachsenden Sorge der chinesischen Regierung vor dem „Import“ von Infektionsfällen und der 14-tägigen Quarantänepflicht, bitten die chinesischen Universitäten Studierende aus dem Ausland vorerst nicht nach China und an die Universität zu kommen. Falls eine Rückkehr im Einzelfall erforderlich ist, muss unbedingt die Universitätsverwaltung rechtzeitig informiert und eine explizite Rückkehrgenehmigung abgewartet werden.

  • FU Berlin

Die FU Berlin meldet auf ihrer Homepage am 13. März, dass alle Präsenzveranstaltungen eingestellt und auf digitale Formate umgestellt werden. Für Prüfungen gelten Sonderregelungen (LINK). Die Bibliotheken der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes Berlin stellen den Publikumsverkehr (Gäste oder Studierende) vollständig ein. Dort, wo es möglich ist, wird ein Onlinedienst angeboten. Leihfristen werden ausgesetzt. Mahngebühren werden in dieser Zeit nicht erhoben.  Die Mensen und Museen der Wissenschaftseinrichtungen werden geschlossen, der Hochschulsport wird eingestellt. Die Innenbereiche des Botanischen Gartens werden geschlossen, die Parkanlage bleibt offen.

Die wissenschaftlichen Einrichtungen der FU Berlin sind angehalten, sämtliche Dienstreisen unabhängig von ihrem Anlass oder Reiseziel im Inland oder im Ausland nicht zu genehmigen und etwaige Genehmigungen zurückzunehmen. Gleiches gilt für Studienauslandsaufenthalte und Forschungsauslandsaufenthalte, die noch nicht angetreten wurden im Rahmen der Programme der jeweiligen Hochschulen.

  • Universität Köln

Bewerbungen aus China werden nicht gesondert behandelt. Internationale Studierende schreiben sich wie gehabt digital ein. Die erforderlichen Dokumente können als Kopien eingereicht werden, die durch öffentlich-rechtliche Körperschaften beglaubigt wurden. Einige Studierende aus China, die die Zulassung für das Sommersemester 2020 bereits hatten, haben sich entschieden die Einschreibung zu verschieben. Dafür wurde problemlos die Gültigkeit ihrer Zulassung verlängert. Zu gegebenem Zeitpunkt wird automatisch eine neue Zulassung für das Wintersemester 2020/2021 verschickt.

Manche chinesische Partneruniversitäten, wie die Lanzhou Universität, haben entschieden, keine Austauschstudenten zum Sommersemester nach Deutschland zu schicken. Wie der Auslandsaufenthalt von deutschen Austauschstudierenden an der Partnerhochschule in Guangzhou für das Wintersemester 2020/2021 in Bezug auf die 14tägige Quarantäneregelung am besten organisiert werden kann, wird bereits jetzt mit Hilfe des Pekinger Verbindungsbüros koordiniert, um eine gute Lösung zu finden.

Am 15. März hat die Universität Köln alle laufende Präsenzlehre bis mindestens zum 20. April abgesagt. Sie schließt die Universitätsbibliotheken, den UniSport und weitere Einrichtungen mit regelmäßigem Publikumsverkehr (LINK). Alle internen und externen Tagungen, Konferenzen und Vorträge sowie Fortbildungen, Führungen oder vergleichbares finden nicht statt.

Die Universitätsleitung Köln hat gemeinsam mit den Fakultäten  beschlossen, die angesetzten Präsenzprüfungstermine im Verantwortungsbereich der Universität bis zum 20. April abzusagen. Ersatztermine oder -formate werden in den nächsten Tagen durch die Prüfungsausschüsse konkretisiert. Bachelor- und Masterabschlussarbeiten sind ab sofort so weit wie möglich im Homeoffice durchzuführen. Betroffene, die durch die ergriffenen Maßnahmen Probleme bei der Fertigstellung haben, sollen sich für Lösungen an die zuständigen Prüfungsämter/-ausschüsse wenden. Die Fakultäten werden gebeten, die Abgabefristen für Hausarbeiten ggfs. zu verlängern oder eine rein digitale Abgabe zu ermöglichen. Härtefalllösungen erfolgen durch die zuständigen Stellen der Fakultäten. Staatsexamensprüfungen sind nicht Gegenstand dieser Entscheidung, da sie der Aufsicht der staatlichen Prüfungsämter unterliegen.

  • TU München (TUM)

Die TUM meldet am 15. März, dass der Universitätsbetrieb zurzeit stark eingeschränkt ist. LINK (Englisch) Büros und Serviceeinrichtungen für Studierende sind geschlossen und nur noch per E-Mail erreichbar. Die Mitarbeitenden der Universitätsverwaltung arbeiten weitestmöglich von zuhause. Alle Lehrveranstaltungen mit Präsenzform und die meisten Prüfungen sind abgesagt. Die Bibliotheken sind für Nutzerinnen und Nutzer geschlossen. Die Einschränkungen gelten voraussichtlich bis zum Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester 2020 am 20. April.

Bereits am 4. März wurden alle betroffenen Studierenden und Personen, die sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, informiert, dass sie – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit 14 Tage zu Hause bleiben sollen. Bei Verdachtsfällen sind alle Beschäftigte und Studierende an der TUM verpflichtet, sich umgehend bei der neu eingerichtete Meldeadresse krisenstab-coronavirus@tum.de zu melden.

Das TUM Global & Alumni Office hat eine FAQ-Seite erstellt, um die wichtigsten Fragen bezüglich des Coronavirus zu beantworten. (LINK) Auf der TUM Webseite werden die Informationen regelmäßig aktualisiert.

Derzeit erreichen die TUM viele E-Mails von Studierenden vor allem aus China, die Probleme mit ihren Visaanträgen haben. Vielen ist daher nur eine verspätete Einreise möglich und sie werden individuell von der TUM betreut und um Rückmeldung bis zum 18. März bezüglich ihrer geplanten Ausreise gebeten.

Wenn die Bewerberinnen und Bewerber aus China im März und April keine Möglichkeit haben, einen Sprachprüfungstermin in China zu bekommen und aus diesem Grund bis Ende der Frist für Masterstudiengänge zum 31. Mai das Sprachzeugnis nicht einreichen können, dann kann das Sprachzeugnis zur Immatrikulation nachgereicht werden.

  • Universität Siegen

Die Einschreibung zum Sommersemester wird auf den Zeitraum vom 20. bis 30. April 2020 verschoben. Bei Interesse wird die Möglichkeit angeboten, den Studienaufenthalt in das Wintersemester 2020/2021 zu verschieben und dann einen neuen Zulassungsbescheid ausgestellt zu bekommen. Der Austausch mit Partneruniversitäten wie mit der Dongbei Universität wurde bereits verschoben.

  • Universität Jena

Am 15. März hat der Krisenstab der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus entschieden, dass der Lehrbetrieb in Präsenzform an der Universität Jena wird mit sofortiger Wirkung eingestellt wird. Der Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester 2020 wird auf den 4. Mai verschoben.

Alle schriftlichen Präsenzprüfungen (Klausuren), werden bis auf weiteres um mindestens 14 Tage verschoben. Bei unaufschiebbaren Abschlussprüfungen (Staatsexamina) müssen die neuen Hygieneauflagen der Universität Jena eingehalten werden. Mündliche Prüfungen finden weiter wie geplant als Vorort-Termin statt, außer es erfolgt eine anderweitige Absprache mit dem Prüfer beziehungsweise der Prüferin. Abgabefristen für Abschluss- und Hausarbeiten werden pauschal um die Dauer der Bibliotheksschließung (aktueller Stand: um vier Wochen) verlängert.

Gaststudierende, die ihren Aufenthalt in Jena vorfristig abbrechen oder verlängern wollen, sollten sofort mit ihrer Heimatuniversität, dem Studierendenwerk und dem Internationalen Büro der Universität Kontakt aufnehmen. (LINK) Neue Gaststudierende sollen derzeit nicht einreisen, sondern ihren Aufenthalt um ein Semester auf das Wintersemester 2020/2021 verschieben. Die Immatrikulation für reguläre internationale Studierende findet nur postalisch bis zum 15. Mai statt.

Weitere Hinweise: Wer aus Risikogebieten nach Deutschland einreist, muss sich bei der Wohnverwaltung und bei dem Gesundheitsamt des Wohnorts (Jena: incoming@uni-jena.de +49 3641 493121) anmelden und für 14 Tage in Quarantäne in der Wohnung bleiben. Das gilt dann auch für Wohnungsmitbewohner. Im Krankheitsfall soll das Fiebertelefon der Stadt Jena angerufen werden: +49 03641 493333

Die von chinesischen Bewerberinnen und Bewerber geforderten Unterlagen wie Sprachzeugnisse und APS-Zertifikat können zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden.

  • RWTH Aachen

Am 15. März hat das Rektorat der RWTH Aachen in Absprache mit den zuständigen Behörden alle anstehenden Klausuren und Praktika sowie alle sonstigen Veranstaltungen bis einschließlich 19. April abgesagt. Bereits am 13. März hatte der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen den Beginn des Sommersemesters 2020 auf den 20. April verschoben.

Die RWTH wird mit dem zuständigen Ministerium für Kultur und Wissenschaft, den Fakultäten und der Verfassten Studierendenschaft daran arbeiten, die Folgen dieser Entscheidung für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten und schnellstmöglich weitere Informationen kommunizieren. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus sind auf einer FAQ-Seite zusammengestellt. (LINK) Die Planungen für die Wiederaufnahme des regulären Prüfungsbetriebes ab dem 20. April werden umgehend begonnen, wobei die Lage täglich neu bewertet werden muss.

Für Studierende, die aus den Risikogebieten neu an die RWTH kommen, wird empfohlen, während der Inkubationszeit Kontakte möglichst einzuschränken. Die Einschreibung findet deshalb ausschließlich online statt. Für weitere Informationen wenden sich Neueinschreiber bitte an die Abteilung 2.1 des International Office unter der Telefonnummer +49 241 80 90674 oder E-Mail-Adresse int-zugang@rwth-aachen.de.

  • Zusätzliche Informationen des DAAD

Akademische Prüfstelle

Die Akademische Prüfstelle kann auf Grund der weiterhin stark eingeschränkten Arbeits- und Reisemöglichkeiten in China nur begrenzt Interviewtermine anbieten. Visumanträge zum Zweck eines Studiums können während der Einreisebeschränkungen weder gestellt noch bearbeitet werden.
Aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite der APS. (LINK)

Sprachtests

Für China haben die zuständigen Institutionen die Durchführung von Sprachtests mit Präsenzplicht bis einschließlich April abgesagt. Dies gilt für den deutschen TestDaF (LINK) wie auch für die englischen Standardtests TOEFL (LINK) und IELTS (LINK). Bewerberinnen und Bewerbern wird empfohlen bei den ausschreibenden Stellen nachzufragen, ob Sprachzertifikate ggfs. bei Bewerbungen nachgereicht oder durch andere Nachweise ersetzt werden können. Der DAAD hat dies im Einzelfall für ausgewählte Stipendienprogramme genehmigt.

DAAD Individual-Stipendien für das Studium in Deutschland zum Sommersemester 2020 können nicht angetreten werden. Angesichts der Corona-Krise haben viele Hochschulen ihren Lehrbetrieb vorübergehend eingestellt. Weitere Hinweise finden Sie auf der zentralen Webseite des DAAD (LINK)