Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Rede in der Huazhong-Universität für Wissenschaft und Technologie

Am 7. September besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen ihrer Chinareise auch die zentralchinesische Stadt Wuhan. Bei ihrem Besuch betonte sie erneut die Wichtigkeit der bilateralen deutsch-chinesischen Beziehungen. Die Tatsache, dass Frau Merkel bereits zum zwölften Mal das Reich der Mitte besucht, zeigt einmal mehr, welch wichtige Rolle China für die deutsche Außenpolitik aufgrund seiner wachsenden Wirtschaft inzwischen spielt. Der Besuch in Wuhan hatte allerdings keinen primär wirtschaftlichen, sondern vielmehr einen akademischen Charakter. Wuhan ist mit seinen 1,3 Millionen Studierenden weltweit der größte Bildungsstandort. Insgesamt gibt es hier 89 staatliche und private Hochschuleinrichtungen.

Für einen Ortstermin hatte sich die Kanzlerin die Huazhong University of Science and Technology ausgesucht, die zu den herausragenden Bildungsinstitutionen der Stadt gehört. Kanzlerin Merkel wurde von ca. 250 Studierenden und Hochschullehrern überaus freundlich empfangen. In ihrem zehnminütigen Vortrag ging sie zuerst auf die Städtepartnerschaft zwischen Wuhan und Duisburg ein, die bereits 1982 als erste deutsch-chinesische Zusammenarbeit dieser Art geschlossen wurde.

Den Kernpunkt ihres Vortrages an der Universität bildeten jedoch die Chancen und Herausforderungen für die Wissenschaft in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts. Merkel sprach in ihrer Rede vor allem über die Rolle der künstlichen Intelligenz und die Gefahren des Klimawandels. Die Studierenden hörten ihr interessiert zu und stellten im Anschluss zahlreiche Fragen, die sowohl den Umweltschutz als auch den Wettbewerb zwischen China und Deutschland im Bereich der Robotik thematisierten. Des Weiteren wollten die Studenten wissen, warum Frau Merkel ausgerechnet nach Wuhan gekommen war.

Die Kanzlerin berichtete daraufhin, dass sie bereits früher über Wuhan geflogen sei und hierbei der Jangtsekiang und der Gewässerreichtum der Metropole ihr Interesse geweckt hätten. Tatsächlich nennt man Wuhan mit seinen 66 Binnenseen die Stadt der tausend Seen. Vor dem Rückflug besuchte die Kanzlerin noch ein deutsch-chinesisches Tongji-Krankenhaus und nahm an der Neueröffnungszeremonie des deutschen Autozulieferers Webasto teil.

Autor: Dr. Gaios Tsutsunashvili, DAAD-Lektor, Wuhan, VR China.