Am 4. November fand im Niccolo Chengdu das von der DAAD-Außenstelle Peking und dem Deutschen Generalkonsulat in Chengdu ausgerichtete Fachalumnitreffen  2021 statt, an dem fast 50 Deutschland-Alumni teilnahmen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto Food for Though: Three course dinner and three Leaders”. Drei Branchenexpertinnen und -experten teilten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse mit dem Publikum: Christoph Yew, Senior Brand Manager Thrasio – Leah Liang, CMO Women Who Tech – Prof. Dr. Benjamin Becker, Professor für Neurowissenschaften und Direktor des Labors für Neurotherapie & Soziale Kognition und Affektive Neurowissenschaften.

Melanie Späthe, stellvertretende Leiterin der DAAD-Außenstelle Peking konnte aufgrund der Pandemie leider nicht vor Ort teilnehmen, sondern richtete den Deutschland Alumni ihre Grüße aus und stellte die Arbeit des DAAD in China vor.
Sebastian Dern, Vizekonsul des deutschen Generalkonsulats in Chengdu
Wen Xiaofei, Regionaldirektor der Deutschen Handelskammer in China für Sichuan und Chongqing

Christoph Yew

Christoph Yew, ist seit 2012 in der Crossboarder E-Commerce-Branche tätig ist und unterstützt eine der wichtigsten Akteure der chinesischen Tech-Brache bei ihrem Online-Vertrieb und Marketing – darunter Anker, TCL und DJI. Seit 2021 ist er in der Amazon-Aggregator-Branche tätig und arbeitet als Senior Brand Manager in Shenzhen für Thrasio. Die Frage wurde gestellt, wie sich diese dynamische Brache in den letzten Jahren verändert hat und welche Möglichkeiten für junge Führungskräfte möglich sind.

Vor etwa einem Jahrzehnt erkannten chinesische Unternehmen, das Potenzial des Crossborder E-Commerce: Plattformen wie Amazon ermöglichten es Unternehmen, einen schnell wachsenden und enormen Markt mit sehr niedrigen Eintrittsbarrieren und scheinbar unendlicher Größe zu erschließen. „Alles, was man einst dazu brauchte, war im Grunde lediglich ein Computer, sagt Christoph Yew, „dies hat sich stark gewandelt; Denn heute, im Jahr 2021, ist der elektronische Handel erwachsen geworden und hat mittlerweile die Welt verändert.“

Leah Liang

Ladies Who Tech (LWT) wurde von Frauen aus MINT-Bereichen und Branchen gegründet, die sich das Ziel gesetzt haben, Bewusstsein für den Mangel an weiblichen Angestellten und Führungskräften in der MINT-Branche zu schärfen und Unternehmen dabei zu helfen, mehr Vielfalt zu schaffen.

In Anbetracht des raschen digitalen Wandels und der digitalen Kluft wird die Bedeutung von Vielfalt und Integration noch größer. Insbesondere die bestehende Unterrepräsentation von Frauen in der Technologiebranche, die Frauen in der Zukunft der Arbeit an den Rand drängen, verdient besondere Aufmerksamkeit. Leah Liang sagte: „Als wir den WHT ins Leben gerufen hatten, stellten wir fest, dass es sowohl in China als auch weltweit an Statistiken über die Karriereentwicklung von Frauen in der digitalen Wirtschaft mangelt“. Daher beschloss Microsoft als erstes Gründungsmitglied, Ladies Who Tech zu sponsern und zu unterstützen, um mit iResearch an einer umfassenden Umfrage zu arbeiten.

Einige Einblicke in das Ergebnis dieser vorausgegangenen Studie mit dem Titel „White Paper – Women in the digital economy – a look at China könnten an diesem Abend gewonnen werden: „Mehr Einblicke müssen in die Entwicklung chinesischer Karrierefrauen in der digitalen Wirtschaft gewonnen werden und dieses White Paper soll als Leitfaden dienen, um Frauen für die Zukunft zu stärken, damit sie ihre Karriereziele erreichen und der Branche und der Gesellschaft dienen können“, resümiert Leah Liang.

Benjamin Becker

Nach seinem Studium und Postgraduiertenausbildung an den Universitäten Trier, Düsseldorf und Universitäten Trier, Düsseldorf und Bonn in Deutschland nahm er eine Stelle als staatlich angeworbener ausländischer Experte an der UESTC an und gründete eine internationale Forschungsgruppe.

Prof. Dr. Beckers Forschung zielt auf die Bestimmung der neuronalen Mechanismen von Emotionen und wie diese Mechanismen durch neuartige neuromodulatorische Strategien mit dem Ziel, innovative Behandlungen für psychische Störungen zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden in über 180 Veröffentlichungen in wichtigen neurowissenschaftlichen und psychiatrischen Fachzeitschriften sowie in Buchkapiteln veröffentlicht. Prof. Becker ist Mitglied des Redaktionsbeirats von mehreren wissenschaftlichen Zeitschriften und erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Preis für „Academic and Technology Leader“ und den so genannten „Tianfu-Freundschaftspreis“ der Provinz Sichuan.

Als Ausgangspunkt seines Vortrages meint Prof. Becker, dass ein intaktes emotionales Erleben und eine intakte Emotionsregulation für das evolutionäre Überleben und das tägliche Leben unerlässlich seien. Psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände sind durch starke und nicht zu kontrollierende negative Emotionen gekennzeichnet und haben sich zur weltweit führenden Ursache für chronische Beeinträchtigungen entwickelt. Allerdings profitiert nicht jede betroffene Person von den derzeit verfügbaren Behandlungen, und neue Therapien werden dringend benötigt. Vor diesem Hintergrund erläutert Prof. Becker zum einen welchen Beitrag die Neurowissenschaften bereits geleitet haben, um die dem intakten und deregulierten emotionalen Erleben zugrunde liegenden Gehirnprozesse zu bestimmen und wie diese Gehirnprozesse mittels neuer neurowissenscaftlicher Verfahren beeinflusst werden können. „Diese Prozesse können durch Neuroenhancement wie Echtzeit fMRI-Neurofeedback verbessert werden, somit eröffnen sich völlig neue und neurowissenschaftlich-basierte Therapieoptionen für psychische Störungen“ sagt Prof. Becker. „Die transdisziplinäre Forschung, und hier meine ist in der Tat über die traditionellen Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen, sowie Technologien und Kulturen hinweg, bleibt wichtiger denn je.“

Förderprogramme für Alumni

Mit unseren Alumniprogrammen möchten wir ehemalige Stipendiaten und Alumni weiter unterstützen und bieten ihnen als Teil des weltweiten DAAD-Alumninetzwerks verschiedene Fördermöglichkeiten an. Die Förderprogramme richten sich überwiegend an DAAD-Alumni. Die fachlichen Alumni-Sonderprojekte sind offen für mittlerunabhängige Deutschland-Alumni. Sind Sie DAAD-Alumnus oder DAAD-Alumna und leben in China? Möchten Sie Teil des Alumni-Netzwerkes der DAAD-Außenstelle Peking sein?