Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie über die Besonderheiten eines Studiums in China informieren.
1. Allgemeines zum Studium in China[1]
2. Möglichkeiten eines Studienaufenthaltes in China[2]
3. Anerkennung der Studienleistungen aus China in Deutschland[3]
4. Unterricht an einer chinesischen Universität[4]
5. Sprachkenntnisse[5]
6. Wahl der Universität bzw. Wahl des Studienortes[6]
7. Studiengebühren und sonstige Kosten[7]
8. Bewerbung an einer chinesischen Universität und Zulassungsvoraussetzungen[8]
9. Nach dem Studium: Praktikum in China[9]
10. Weiterführende Informationen zum Studium in China[10]
11. Weitere wichtige Links[11]
1. Allgemeines zum Studium in China
Chinas Erfolg als Wirtschaftsgigant und wichtiger Spieler in der Weltpolitik hat bei vielen Studierenden das Interesse an einem Studium der Sinologie oder einem Studienaufenthalt in China entfacht. Viele Studierenden verbringen während ihres Studiums ein oder zwei Semester in China, um Sprache und Land besser kennenzulernen oder entscheiden sich sogar, ein komplettes Studium in China zu absolvieren.
Ein Studium in der VR China erfordert eine lange Vorarbeit und das Sammeln vieler Informationen. Für ein Stipendium muss man sich oft bereits ein Jahr im Voraus bewerben. Auf dieser Seite sollen den Interessenten an einem Studium in China die wichtigsten Informationen an die Hand gegeben werden, die die Vorbereitungsphase erleichtern und den Start ins Studium in China erfolgreich machen.
Chinas Universitäten stehen nicht nur wegen der großen Nachfrage chinesischer Studenten nach Studienmöglichkeiten stark unter Druck, sondern auch die Zahl der internationalen Studenten, die an Chinas Universitäten strömen, steigt von Jahr zu Jahr. Dies erfordert einen kontinuierlichen Ausbau der Universitäten, die Erneuerung von Studiengängen sowie sogar die Neugründungen von Universitäten.
Im Jahr 2010 haben insgesamt 4.873 Deutsche in der VR China studiert (Quelle: MoE). Im Jahr 2010 legte die chinesische Regierung einen Bildungsreformplan bis zum Jahr 2020 vor. Ein wichtiges Ziel dieses Planes ist die Internationalisierung der chinesischen Hochschulen. So soll u.a. die Zahl ausländischer Studierender in China bis 2020 auf 500.000 verdoppelt (vgl. 2010 265.000 Studierende) sowie die Zahl der Kooperationen chinesischer Hochschulen mit dem Ausland deutlich ausgebaut werden. Ein gemeinsames Ziel von Deutschland und China ist es, mehr deutsche Studierende für einen Studienaufenthalt in China zu gewinnen, so soll u.a. über Modellpartnerschaften im Hochschulbereich in den kommenden vier Jahren ein Austausch von 20.000 Studierenden und Wissenschaftlern aus beiden Ländern erreicht werden.
Um die Hochschulausbildung in China für ausländische Studierende noch attraktiver zu machen und die zunehmende Internationalisierung der Universitäten zu betonen, werden auch immer mehr englischsprachig ausgerichtete Studiengänge eingeführt bzw. ausgebaut.
In China können Studierende den Bachelor- und Masterabschluss sowie eine Promotion erwerben, wobei nicht jede Universität alle diese akademischen Grade anbietet. Außer an den dreijährigen eher beruflich ausbildenden Hochschulen beträgt in China die Regelstudienzeit für den Bachelor acht Semester, für einen Master je nach Studienfach vier bis sechs Semester und für eine Promotion zwischen sechs und zehn Semester. Ein Studienjahr gliedert sich in zwei Semester (Wintersemester Beginn im September, Sommersemester Beginn Mitte Februar bis Anfang März). Die meisten Studenten beginnen das Studium zum Wintersemester.
2. Möglichkeiten eines Studienaufenthaltes in China
Ausländische Studierende kommen in der Regel auf drei verschiedenen Wegen für ein Studium nach China:
a) Gaststudium: Aufenthalt für ein oder zwei Semester im Rahmen eines Studiums in Deutschland.
Vorteil: Ein kurzzeitiges Fernbleiben von Deutschland verlangt kein langfristiges Planen und minimiert die privaten Umstellungen.
Nachteil: Erfahrungsgemäß wird dieser Zeitraum als zu kurz empfunden, um Land und Leute ausreichend kennenzulernen.
b) Vollzeitstudium: Bachelor, Master, Promotion
Vorteil: Die längere Zeitspanne ermöglicht es, sich in China zu integrieren und das Land gut kennenzulernen.
Nachteil: Ohne Stipendium mit hohen Kosten (Studiengebühren und Lebenshaltung) verbunden.
c) Aufbaustudium: Zwei oder mehr Semester, nach bereits erworbenem Hochschulabschluss in Deutschland
Vorteil: Genug Zeit zum Einleben. Evtl. Berufseinstieg in China direkt im Anschluss möglich.
Nachteil: Verschieben des Berufseinstiegs in Deutschland.
3. Anerkennung der Studienleistungen aus China in Deutschland
Das zwischen den Regierungen Deutschlands und Chinas im Jahr 2004 in Kraft getretene Deutsch-chinesisches Äquivalenzabkommen über die Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich vereinfacht den Austausch von Studierenden beider Länder. Die einzelnen Hochschulen entscheiden individuell über die Anerkennung. So können Deutsche Studierende, die in China einen Bachelor-Abschluss erworben haben, diesen ggf. in Deutschland anerkennen lassen und ein Masterstudium im gleichen Fachbereich beginnen. Weitere Informationen über die Anerkennung von Studienabschlüssen finden Sie auf www.anabin.de[13] oder kontaktieren Sie das Akademische Auslandsamt Ihrer Hochschule in Deutschland.
4. Unterricht an einer chinesischen Universität
Trotz erheblicher Entwicklungen im Bildungsbereich ist die Unterrichtsform an chinesischen Universitäten noch als sehr verschult zu bezeichnen.
Der Unterricht findet meist als Frontalunterricht statt. Erbrachte Leistungen werden oft innerhalb des Semesters in Zwischenprüfungen und Tests abgefragt. Hausaufgaben werden regelmäßig aufgegeben und kontrolliert. In chinesischen Sprachkursen gibt es wöchentliche Diktate. Ähnlich wie in Deutschland wird auch in China ein Punktesystem als Bewertungsskala herangezogen.
5. Sprachkenntnisse
Kamen noch vor einigen Jahren Ausländer hauptsächlich für ein Sprachstudium oder Sprachkurse nach China, so ist heute vermehrt zu beobachten, dass internationale Studierende vollständige Bachelor-, Master- und PhD-Programme absolvieren, die auf Englisch angeboten werden und für die keine Chinesischkenntnisse notwendig sind. Weiterführende Informationen zu englischsprachigen Programmen finden Sie hier[14].
Entscheidet man sich für ein Sprachstudium, wird das Level der Chinesischkenntnisse zu Beginn des Semesters in einem Einstufungstest ermittelt. Die Zuteilung zu einem Kurs erfolgt dann gemäß des ermittelten Levels.
Für ein Fachstudium auf Chinesisch sind die Sprachkenntnisse über einen standardisierten HSK-Test (HSK-Zertifikat, HSK steht für hànyǔ shuǐpíng kǎoshì) nachzuweisen. Um sich für einen chinesischsprachigen Studiengang einzuschreiben, ist mind. Stufe 4 notwendig.
6. Wahl der Universität bzw. Wahl des Studienortes
Um die richtige Universität und den passenden Studienort in China auszuwählen, sollte man sich vor allem seines Studienziels bewusst sein. Wie auch an deutschen Universitäten haben unterschiedliche Hochschulen verschiedene fachliche Schwerpunkte und Qualitäten. Darüber hinaus sollte man sich des stark variierenden Niveaus chinesischer Universitäten im Hinblick auf Lehre und Forschung bewusst sein. Einen ersten Anhaltspunkt dazu geben diverse Hochschullisten und Hochschulrankings. Ebenfalls sollte man beachten, dass in Regionen in Süd- und Westchina ein Dialekt des Hochchinesischen gesprochen wird und es evtl. schwieriger ist, ein gutes und akzentfreies Mandarin (普通话) zu lernen. Viele Studierende die während ihres Chinaaufenthaltes so intensiv wie möglich Chinesisch lernen wollen, entscheiden sich eher für in kleinere Städte als Studienort, da dort weniger Ausländer leben und man mehr gezwungen ist, den Kontakt zu den Einheimischen zu suchen.
Daneben ist zu beachten, dass nicht alle Hochschulen ausländische Studierende aufnehmen. Es gibt so genannte Schlüsselhochschulen, die direkt dem chinesischen Bildungsministerium und nicht den Provinzregierungen unterstehen. Sie sind fast deckungsgleich mit den Hochschulen, die auch Selbstzahlern und Stipendiaten aus dem Ausland offen stehen. Vgl. hierzu die Liste der offenen Hochschulen für Ausländer[15].
7. Studiengebühren und sonstige Kosten
In China werden Studiengebühren erhoben. Wie auch in vielen anderen Ländern üblich, fallen diese für internationale Studenten höher aus als für einheimische. Die Kosten für ein Studienjahr an einer Hochschule in China variieren je nach Hochschule und Fachbereich von 15.000 RMB bis 54.000 RMB, je nach gewähltem Programm (Sprachprogramm, Bachelor, Master oder Promotion), Fachbereich und Hochschule. MBA-Programme sind noch um ein Vielfaches teurer. Zusätzlich fällt eine Bewerbungsgebühr von etwa 400 RMB an, welche nicht zurück erstattet wird. Die Studiengebühr ist in der Regel am Tag der Einschreibung in bar zu entrichten. Bezahlt werden sollte in RMB oder in Ausnahmefällen in USD.
Während eines Aufenthaltes in China benötigt man eine Auslandskrankenversicherung, die die gesamte Dauer des Aufenthaltes abdeckt. Fast jede Versicherungsgesellschaft bietet eine solche Auslandskrankenversicherung an. Sowohl Preise als auch Leistungen sind sehr variabel, vergleichen kann sich lohnen (siehe auch www.mawista.com[16] und www.auslandsversicherung.de[17]). Als DAAD-Stipendiat kann man aber auch das Versicherungsangebot des DAAD in Anspruch nehmen.
Um das Auslandsstudium in China zu finanzieren, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
• Bildungskredit: Es besteht die Möglichkeit, einen Bildungskredit aufzunehmen. Dieser muss beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt werden. Eine solche Inanspruchnahme verlangt keine oder nur eine sehr geringe Verzinsung. Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.bmbf.de[18] oder www.bundesverwaltungsamt.de[19] oder per E-Mail an bildungskredit@bva.bund.de[20].
• Auslandsbafög: Für ein Auslandsstudium kann unter bestimmten Voraussetzungen BAföG gezahlt werden. Ausführliche Informationen erhält man dazu unter www.auslandsbafoeg.de[21]
• Jobben: Da man sich als ausländischer Student mit einem Studentenvisum (X-Visum) in China aufhält, ist eine Arbeitsaufnahme nicht gestattet. Wenn man in China tätig werden möchte, benötigt man eine Arbeitserlaubnis, die man vor Ort beantragen muss, was nur mit Z-Visum möglich ist. Ein Z-Visum kann nur außerhalb Chinas und mit Unterstützung des Arbeitgebers beantragt werden.
• Stipendium: Stipendienangebote für Deutsche bieten sowohl der DAAD als auch die chinesische Regierung an. Meist muss man sich bereits ein Jahr im Voraus bewerben.
8. Bewerbung an einer chinesischen Universität und Zulassungsvoraussetzungen
Sofern der Student kein Stipendiat ist, erfolgt die Bewerbung entweder schriftlich oder online um einen Studienplatz direkt bei der Hochschule. Die Aufnahmeanträge sind recht individuell, da die Universitäten oft verschiedene Ansprüche und Bedingungen stellen. Am besten informieren Sie sich über die Internetseite der jeweiligen Hochschule. Der Bewerbungszeitraum für einen Studienbeginn zum Wintersemester ist je nach Universität zwischen Februar und Mai.
Ein Studienbeginn zum Sommersemester ist nur bei einigen Sprachprogrammen möglich.
Meist müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:
• ausgefüllter Bewerbungsbogen der Hochschule
• Zeugnis der Hochschulreife
• Zeugnis des höchsten erreichten akademischen Grads
• Nachweis der Einzelleistungen an der Heimathochschule
• Kopie des gültigen Reisepasses
• Zwei Empfehlungsschreiben von Professoren der Heimathochschule (bei Einschreibung für Studiengänge ab Masterniveau)
sowie eine Bescheinigung der Chinesischkenntnisse durch ein HSK-Zertifikat, sofern die Bewerbung nicht für ein Sprachprogramm erfolgt. Für manche Studiengänge ist ggf. noch ein Aufnahmetest zu absolvieren. Informationen hat das International Office.
Je nach Art des angestrebten akademischen Grades gibt es eine Altersbeschränkung. Für ein Bachelor-Programm kann man sich nur einschreiben, wenn man noch unter 25 Jahren ist. Für ein Master-Programm gilt eine Altersgrenze von 35 Jahren. Bei Promotion muss das Alter unter 40 Jahren liegen.
Nach Einschreibung an der Hochschule in China muss zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis für einen Aufenthalt länger als sechs Monate ein Gesundheitszeugnis eingereicht werden.
9. Nach dem Studium: Praktikum in China
Einige Studierenden entscheiden sich nach dem Studium für ein anschließendes Praktikum in China. Es gibt viele deutsche wie auch internationale Unternehmen, die gerne Praktikanten einstellen. Meist erhält man ein kleines Praktikantengehalt, mit dem man zumindest die Kosten für eine Wohnung decken kann. Während des Praktikums kann man sich bereits ein gutes Netzwerk an Kontakten aufbauen, die bei einem späteren Berufseinstieg in China behilflich sein können.
Informationen über offene Praktikumsstellen findet man z.B. auf dem Stellenmarkt der AHK[22] oder auf zhaopin.com[23]
10. Weiterführende Informationen zum Studium in China
DAAD Länderreferat China/Mongolei[24]
Studieren in China[25]
E-Fellow[26]
China Seite[27]
Deutsche Botschaft Peking[28]
11. Weitere wichtige Links
Chinesische Botschaft in Deutschland[29]
Deutsch-Chinesische Gesellschaft e.V.[30]
Deutsche Botschaft Peking[28]
China Scholarship Council[31]
China Internet Information Center[32]
Hochschulkompass[33]
CUCAS – China’s University and College Admission System[34]
- 1. Allgemeines zum Studium in China: #1.AllgemeineszumStudiuminChina
- 2. Möglichkeiten eines Studienaufenthaltes in China: #2.MöglichkeiteneinesStudienaufenthaltesinChina
- 3. Anerkennung der Studienleistungen aus China in Deutschland: #3.AnerkennungderStudienleistungenausChinainDeutschland
- 4. Unterricht an einer chinesischen Universität: #4.UnterrichtaneinerchinesischenUniversität
- 5. Sprachkenntnisse: #5.Sprachkenntnisse
- 6. Wahl der Universität bzw. Wahl des Studienortes: #6.WahlderUniversitätbzw.WahldesStudienortes
- 7. Studiengebühren und sonstige Kosten: #7.StudiengebührenundsonstigeKosten
- 8. Bewerbung an einer chinesischen Universität und Zulassungsvoraussetzungen: #8.BewerbunganeinerchinesischenUniversitätundZulassungsvoraussetzungen
- 9. Nach dem Studium: Praktikum in China:
- 10. Weiterführende Informationen zum Studium in China: #10.WeiterführendeInformationenzumStudiuminChina
- 11. Weitere wichtige Links: #11.WeiterewichtigeLinks
- [Image]: http://www.daad.org.cn/wp-content/uploads/2011/12/DSC02667_450-e1324957189118.jpg
- www.anabin.de: http://www.anabin.de
- hier: http://www.daad.org.cn/studium-und-forschung-in-china/studium-in-china/englischsprachige-angebote-chinesischer-hochschulen
- Liste der offenen Hochschulen für Ausländer: http://daad.org.cn/wp-content/uploads/2011/09/Fuer_Auslaender_offene_Hochschulen.pdf
- www.mawista.com: http://www.mawista.com
- www.auslandsversicherung.de: http://www.auslandsversicherung.de
- www.bmbf.de: http://www.bmbf.de
- www.bundesverwaltungsamt.de: http://www.bundesverwaltungsamt.de
- bildungskredit@bva.bund.de: mailto:bildungskredit@bva.bund.de
- www.auslandsbafoeg.de: http://www.auslandsbafoeg.de
- Stellenmarkt der AHK: http://china.ahk.de/job-market
- zhaopin.com: http://english.zhaopin.com
- DAAD Länderreferat China/Mongolei: http://www.daad.de/miniwebs/china/de/index.html
- Studieren in China: http://www.studieren-in-china.de/17,1,sprache__.html
- E-Fellow: http://www.e-fellows.net/wiki/index.php/Studieren_in_China
- China Seite: http://www.chinaseite.de/studium-china.html
- Deutsche Botschaft Peking: http://www.peking.diplo.de/Vertretung/peking/de/06__Kultur/Studium/Studium__Seite.html
- Chinesische Botschaft in Deutschland: http://www.china-botschaft.de/det/
- Deutsch-Chinesische Gesellschaft e.V.: http://www.chdg.de/
- China Scholarship Council: http://en.csc.edu.cn/
- China Internet Information Center: http://german.china.org.cn/german/de-gywm/index.htm
- Hochschulkompass: http://www.hochschulkompass.de/
- CUCAS – China’s University and College Admission System: http://www.cucas.edu.cn/
[12]