Informationen für Eltern

Sie denken gemeinsam mit Ihrem Kind über einen Studienaufenthalt in Deutschland nach, aber sie machen sich Sorgen, wie es Ihrem Kind in der Fremde ergehen wird? Vieles erscheint Ihnen noch unklar? Diese Seite soll helfen, einige Ihrer Fragen zu beantworten:

1. Was bringt ein Studium im Ausland?
2. Was spricht für ein Studium in Deutschland?
3. Wie viel Deutsch muss mein Kind können?
4. Gibt es studienvorbereitende Kurse in Deutschland?
5. Welche Hochschule, welcher Studiengang passt?
6. Wie lang soll der Aufenthalt sein?
7. Wie viel kostet ein Studium in Deutschland?
8. Gibt es Stipendien oder Arbeitsmöglichkeiten?
9. Welche Dokumente braucht mein Kind für die Einreise?
10. Wie sicher ist Deutschland?
11. Wie gut ist die medizinische Versorgung?
12. Wie wird mein Kind in Deutschland betreut?
13. Wo wird mein Kind wohnen?
14. Was hat Deutschland als Reiseland zu bieten?
15. Wo gibt es mehr Informationen?

1. Was bringt ein Studium im Ausland?

Das Leben in einem anderen, fremden Land führt zu einem sehr intensiven Blick über den Tellerrand. Dieser Blick eröffnet neue Perspektiven und gibt Denkanstöße. Auslandserfahrungen prägen und bereichern die Persönlichkeit.

Eine andere Kultur kennenzulernen, erweitert den Horizont – auch dann, wenn die neue Kultur auf den ersten Blick gar nicht so fremd erscheint. Und das hilft dabei, Vorurteilen und Vorbehalten vorzubeugen. Persönlich bereichernd sind auch die internationalen Freundschaften, die man während eines Studienaufenthalts im Ausland leicht gewinnt.

Ein Studium im Ausland fördert weit mehr als ein Studium im Heimatland die Selbstständigkeit Ihres Kindes – und es verbessert berufliche Chancen. Internationale Erfahrungen qualifizieren in besonderer Weise für ein Berufsleben in der globalisierten Welt. Ein Studium im Ausland ist ein bedeutender Pluspunkt im Lebenslauf Ihres Kindes und damit ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die spätere Arbeitssuche. Außerdem gibt ein Studienaufenthalt im fremdsprachigen Ausland Ihrem Kind die Möglichkeit, seine Fremdsprachenkenntnisse deutlich zu verbessern und schon zu einem frühen Zeitpunkt internationale wissenschaftliche und berufliche Kontakte zu knüpfen.

Im Ausland zu studieren bedeutet heute nicht mehr unbedingt, dass sich die Studienzeit insgesamt verlängert. In Deutschland erbrachte Studienleistungen können in der Regel im Heimatland anerkannt werden. Zudem haben zahlreiche Hochschulen in den letzten Jahren spezielle Studienprogramme entwickelt, die den Bedürfnissen der internationalen Studierenden entgegenkommen.

Kurz: Ein Studienaufenthalt im Ausland ist eine wertvolle Investition in die Zukunft Ihres Kindes.

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2. Was spricht für ein Studium in Deutschland?

Die deutschen Hochschulen genießen weltweit einen hervorragenden Ruf. Von ihnen gehen wichtige, auch international bedeutende Impulse für Innovation und Fortschritt aus.

Bahnbrechende Erfindungen stammen aus Deutschland. Die Liste der deutschen Nobelpreisträger ist lang: 68 sind es allein in den Naturwissenschaften und der Medizin. Zu ihnen gehören Wilhelm Conrad Röntgen, Robert Koch, Max Planck, Albert Einstein, Christiane Nüsslein-Volhard und Harald zur Hausen. Und nicht umsonst gilt Deutschland als das Land der Dichter und Denker, als das Land von Kant, Hegel und Adorno, von Goethe, Heine und Brecht sowie von Bach, Beethoven und Brahms.

Wissenschaft und Forschung haben in Deutschland einen hohen Stellenwert und eine lange Tradition. Die älteste Universität wurde bereits im Jahre 1386 in Heidelberg gegründet. Heute gibt es in Deutschland mehr als 390 staatlich anerkannte Hochschulen. Sie sind auf über 180 Orte in der ganzen Bundesrepublik verteilt. Die Hochschulen bieten überaus vielfältige Möglichkeiten zu studieren und zu forschen. Insgesamt sind mehr als 17.000 Studiengänge im Angebot, über 1.000 davon sind international ausgerichtet.

Ihr Kind findet in Deutschland sehr gute Bedingungen für ein erfolgreiches Studium vor. Die Hochschulen und Forschungsinstitute sind gut ausgestattet. Die Studierenden werden hier intensiv betreut und gleichzeitig als angehende Wissenschaftler ernst genommen.

Und nicht zuletzt: Deutsch ist eine der wichtigsten Wissenschaftssprachen – und mit 125 Millionen Sprechern eine Weltsprache. Englisch ist ein Muss, Deutsch ein Plus: Während Englischkenntnisse heute als selbstverständlich gelten, verbessern fundierte Kenntnisse in einer weiteren Fremdsprache die Karrierechancen in der globalisierten Welt. Deutsch zu lernen lohnt sich!

Faszination “Studium Deutschland”

       Nach ihrem Masterabschluss in Deutschland im letzten Jahr hat unsere Tochter Chen Ning eine Anstellung beim TÜV Rheinland erhalten und ist für diesen jetzt beruflich in Stuttgart tätig. Dass unsere Tochter auf internationaler Ebene zum wirtschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und China beiträgt, macht mich sehr glücklich und stolz.

       Ich bin froh, dass ich unsere Tochter damals darin bestärkt habe, zum Studium nach Deutschland zu gehen. Das war die richtige Entscheidung. Jetzt erfüllen sich die Hoffnungen, die wir bereits damals in sie gesetzt haben.

       Durch das Studium in Deutschland hat Chen Ning nicht nur ihren Horizont erweitern können, sondern sie hat – was noch viel wichtiger ist – gelernt, selbstständig zu sein. Deutsche Universitäten verfügen über fachkundige Professoren sowie umfangreiche Bibliotheken, darüber hinaus sind die Lehrmethoden international fortschrittlich. Unter Anleitung ihrer Professoren hat unsere Tochter sich ein breites Fachwissen aneignen können. Neben einem Bewusstsein für fortschrittliches Denken und viel Auslandserfahrung hat Cheng Ning sich interkulturelle Kompetenz angeeignet, hat den Umgang mit Menschen aus anderen Ländern gelernt, hat aus erster Hand erfahren, wie man chinesische und westliche Kultur miteinander verbindet, und hat ebenfalls auch Einblicke in ausländisches Unternehmens- und Wirtschaftsmanagement erhalten.

       Natürlich war das Studium in Deutschland mit der Anfertigung einer wissenschaftlichen Masterarbeit nicht immer einfach, aber es hat ihr gezeigt, was es heißt, einen starken  Willen zu haben und diesen zu verfolgen. Außerdem hat es ihren Charakter neu geformt und sie gelehrt, gewissenhaft zu arbeiten. Durch den Aufenthalt als Studierende an einer deutschen Universität hat unsere Tochter gelernt, selbstständig zu leben und zu handeln. Dass sie heute mit zwei Fremdsprachen eigenständig ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen kann, macht mich ebenfalls außerordentlich stolz und freut mich sehr.

—Herr Chen Jieping kommt aus Fuzhou aus der Provinz Fujian/V.R. China. Seine Tochter Chen Ning hat an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg Anglistik und Betriebwirtschaftslehre studiert.

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3. Wie viel Deutsch muss mein Kind können?

Um sich in einem anderen Land wohlfühlen zu können, braucht man in der Regel gute Sprachkenntnisse. Das gilt in Deutschland wie in jedem anderen Land.

Ideal ist es natürlich, wenn Ihr Kind über Deutschkenntnisse verfügt. Es ist sinnvoll und es spart Zeit und Geld, wenn Ihr Kind bereits im Heimatland mit dem Deutschlernen beginnt – zum Beispiel an einem Goethe-Institut oder an der Heimathochschule. Eine weitere Möglichkeit sind Online-Kurse, die zum Beispiel von der Deutsch-Uni Online (DUO) (www.deutsch-uni.com) oder der Deutschen Welle (www.dw.de) angeboten werden. Allerdings wird an deutschen Hochschulen nicht erwartet, dass die internationalen Studierenden bei der Ankunft im Land perfekt Deutsch sprechen.

Welche Sprachkenntnisse Ihr Kind für ein Studium an einer deutschen Hochschule braucht, hängt ganz von dem gewählten Studiengang ab:

■ Wer sich für einen der internationalen Studiengänge entscheidet, braucht in erster Linie gute Englischkenntnisse. Mittlerweile gibt es an deutschen Hochschulen mehr als 1.000 Bachelor-, Master- und Promotionsprogramme auf Englisch. Näheres finden Sie unter www.daad.de/international-programmes.

■ Wer sich für einen deutschsprachigen Studiengang entscheidet, muss Deutschkenntnisse auf einem bestimmten Niveau nachweisen. Hierfür gibt es verschiedene Prüfungen und standardisierte Tests – zum Beispiel den Test Deutsch als Fremdsprache (kurz: TestDaF).

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, vor Ort Deutsch zu lernen. Die Hochschulen bieten studienbegleitend Sprachkurse an. Deutschlandweit gibt es zudem zahlreiche Sommerkurse, die Ihr Kind zur sprachlichen Vorbereitung auf ein Studium nutzen kann (siehe Punkt 6). Auch außerhalb der Hochschulen ist das Angebot zum Deutschlernen vielfältig: etwa an Goethe-Instituten in Deutschland, an Volkshochschulen und auch an vielen privaten Sprachschulen.

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4. Gibt es studienvorbereitende Kurse in Deutschland?

Vielleicht haben Sie Sorge, dass Ihr Kind den Anforderungen an ein Studium im Ausland nicht gewachsen ist. Die deutschen Hochschulen bieten daher eine Reihe von Kursen an, mit denen man sich gezielt auf ein Studium in Deutschland vorbereiten kann.

Eine Hilfe können zum Beispiel studienvorbereitende Propädeutika sein. Das sind Vorbereitungsprogramme, die einige Hochschulen für internationale Studienbewerber im Angebot haben. Diese Kurse bereiten sprachlich und fachlich auf ein Studium in Deutschland vor. Vielfach beinhalten sie auch eine Einführung in das deutsche Studiensystem und in die wissenschaftlichen Arbeitstechniken. Weitere Informationen zu diesen Programmen finden Sie unter www.daad.de/international-programmes.

Eine weitere Möglichkeit, sich mit den Studienanforderungen in Deutschland vertraut zu machen, ist die Teilnahme an einem Sommerkurs. Diese Kurse werden in den Sommermonaten an Hochschulen in ganz Deutschland angeboten. Näheres finden Sie dazu unter „6 – Wie lang soll der Aufenthalt sein?“ und unter www.daad.de/sommerkurse.

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5. Welche Hochschule, welcher Studiengang passt?

Die deutschen Hochschulen bieten für alle Interessen und Ausbildungsstufen geeignete Studiengänge an. Hier kann man

■ als Studienanfänger sein Erststudium aufnehmen,

■ im Rahmen eines Studiums im Heimatland Auslandserfahrung sammeln,

■ nach einem Hochschulabschluss ein weiterführendes Studium absolvieren oder promovieren.

Bei mehr als 390 staatlich anerkannten Hochschulen und 17.000 Studiengängen fällt die Auswahl vielleicht schwer. Übersichtlicher wird das Angebot bereits, wenn man sich für eine der drei Hochschularten entscheidet:

■ Universitäten (wissenschaftliches Studium),

■ Fachhochschulen (praxisorientiertes Studium) sowie

■ Kunst-, Film- und Musikhochschulen (künstlerisches Studium).

In Deutschland werden die meisten Hochschulen vom Staat finanziert. Nur knapp fünf Prozent der Studierenden besuchen eine der mehr als 100 privaten Hochschulen. Die weitaus meisten Studierenden sind an staatlichen Hochschulen eingeschrieben. Das liegt daran, dass an privaten Hochschulen zum Teil hohe Studiengebühren verlangt werden. Die Qualität der Lehre ist an beiden Hochschultypen vergleichbar gut.

Hilfen bei der Entscheidung für den richtigen Studiengang bieten die Internetseiten www.daad.de/deutschland und www.studienwahl.de. Zudem beraten die Fachleute in den Außenstellen und Informationszentren des DAAD sowie in den deutschen Botschaften.

Viele deutsche Hochschulen und auch der DAAD präsentieren sich auf internationalen Bildungsmessen. Ein Besuch dort lohnt sich, um nähere Informationen zu sammeln. Eine aktuelle Terminvorschau finden Sie unter www.study-in.de/events. Eventuell bietet die Heimathochschule Ihres Kindes spezielle Austauschprogramme mit Deutschland an. Solche Angebote vereinfachen die Organisation des Auslandsaufenthalts.

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6. Wie lang soll der Aufenthalt sein?

Die Entscheidung, zum Studieren nach Deutschland zu gehen, mag Ihnen sehr gewichtig und folgenreich erscheinen. Eventuell sind Sie unsicher, ob ein langer Auslandsaufenthalt für Ihr Kind das Richtige ist; eventuell passt ein langer Aufenthalt nicht in die bisherige Studien- und Lebensplanung Ihres Kindes.

Keine Sorge: Die Entscheidung für einen Studienaufenthalt in Deutschland muss keine Entscheidung für einen langen Zeitraum sein. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten für kürzere Aufenthalte in Deutschland, die das Studium im Heimatland unterstützen und ein Plus im Lebenslauf darstellen – und dann vielleicht auch Lust auf mehr machen.

Die deutschen Hochschulen bieten jedes Jahr Sommerkurse an. Sie finden in der Regel zwischen Juni und September statt. Das Spektrum der angebotenen Kurse ist groß: Es werden neben Sprachkursen auch Fachkurse in zahlreichen Disziplinen angeboten. Die Sommerkurse bieten eine gute Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen sowie einen ersten Einblick in das Leben an einer deutschen Hochschule zu bekommen. Einen Überblick über das Angebot finden Sie unter www.daad.de/sommerkurse.

Eine weitere Möglichkeit für einen kürzeren Aufenthalt sind Austauschprogramme, die die Heimathochschule Ihres Kindes eventuell anbietet. In deren Rahmen ist es oft möglich, für nur ein Semester nach Deutschland zu gehen. Ihr Kind könnte einen kürzeren Aufenthalt in Deutschland auch nutzen, um einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen – mit einem Praktikum.

Eventuell ist ein Sommerkurs, ein Auslandssemester oder ein Praktikum dann aber auch der Auftakt zu einem längeren Studienaufenthalt in Deutschland. Ein Aufenthalt von mehreren Semestern bietet Ihrem Kind die Möglichkeit, in Deutschland einen weltweit anerkannten Studienabschluss zu machen. Zudem lernt man in einem längeren Zeitraum das Gastland natürlich viel intensiver kennen und hat die Chance, seine Sprachkenntnisse deutlich zu verbessern.

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7. Wie viel kostet ein Studium in Deutschland?

Das Leben in Deutschland ist – im europäischen Vergleich – nicht teuer. Die Kosten für Lebensmittel, Unterkunft, Kleidung, kulturelle Angebote usw. liegen etwa im EU-Durchschnitt.

Bei einem Studienaufenthalt müssen Sie – abgesehen von den Lebenshaltungskosten – mit Ausgaben für eine Krankenversicherung, für einen Semesterbeitrag und eventuell für Studiengebühren rechnen. In Deutschland besuchen die meisten Studierenden eine staatliche Hochschule. Staatliche Hochschulen verlangen für das Erststudium und für viele Masterprogramme in der Regel keine Studiengebühren. Für bestimmte Masterprogramme können aber Studiengebühren anfallen – in manchen Fällen mehr als 10.000 Euro pro Semester (= 1/2 Semester). Auch private Hochschulen verlangen zum Teil relativ hohe Studiengebühren. Alle Studierenden einer Hochschule zahlen zusätzlich zu den eventuell anfallenden Studiengebühren einen sogenannten Semesterbeitrag. Meistens ist darin ein Semesterticket enthalten, mit dem man die öffentlichen Verkehrsmittel in der Umgebung der Hochschule kostenfrei nutzen kann. Die Höhe des Beitrags variiert von Hochschule zu Hochschule. Rechnen Sie mit ca. 200 – 250 Euro pro Semester.

Wie viel Geld ein Studierender in Deutschland im Monat benötigt, lässt sich allgemein schwer sagen. Generell gilt, dass man in kleineren Städten mit weniger Geld auskommt als in den Großstädten. Die Statistik sagt: Studierende in Deutschland haben durchschnittlich etwa 865 Euro pro Monat zur Verfügung. Den größten Anteil der monatlichen Ausgaben macht die Wohnungsmiete aus.

Übrigens: Jeder internationale Studierende muss nachweisen, dass seine Finanzierung gesichert ist – mit dem sogenannten Finanzierungsnachweis. In der Regel wird verlangt, dass Ihr Kind mindestens über rund 8.000 Euro für ein Jahr verfügt. In der deutschen Botschaft in Ihrem Land erfahren Sie, in welcher Form Sie den Nachweis erbringen müssen.

Als internationaler Studierender darf man in Deutschland nur eingeschränkt arbeiten. Ein Nebenjob kann das Budget aufbessern, aber es ist kaum möglich, allein durch Arbeit neben dem Studium den gesamten Lebensunterhalt zu finanzieren.

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8. Gibt es Stipendien oder Arbeitsmöglichkeiten?

Es gibt eine ganze Reihe von Förderungsmöglichkeiten für kürzere wie längere Studienaufenthalte in Deutschland. Internationale Studierende können bei unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen Stipendien beantragen. Lassen Sie sich in den Informationszentren oder Außenstellen des DAAD oder an der Heimathochschule beraten, ob auch für Ihr Kind eine Förderung möglich ist.

Die Stipendien-Datenbank des DAAD (www.funding-guide.de) bietet eine komfortable Möglichkeit, im Internet die verschiedenen Stipendienarten zu recherchieren. Hier finden Sie Stipendien nicht nur des DAAD, sondern auch anderer Förderorganisationen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass deutsche Förderorganisationen meist kein ganzes Studium in Deutschland und in der Regel auch keine Studienanfänger fördern.

Auch die deutschen Hochschulen vergeben eigene Stipendien; allerdings ist die Zahl im Vergleich zu einigen anderen Ländern noch eher gering. Doch da diese Angebote ständig ausgebaut werden, kann es sich auch lohnen, bei der Wunschhochschule nach Fördermöglichkeiten zu fragen.

Als internationaler Studierender darf man in Deutschland nur eingeschränkt arbeiten. Ein Nebenjob kann da Budget aufbessern, aber es ist kaum möglich, allein durch Arbeit neben dem Studium den gesamten Lebensunterhalt zu finanzieren. Studierende dürfen im Jahr maximal drei Monate arbeiten, also 120 Tage oder 240 halbe Tage.

Nach erfolgreichem Absolvieren eines Studiums können ausländische Studierende sich zum Zweck der Arbeitssuche weitere 18 Monate in Deutschland aufhalten. Wenn man eine Arbeit gefunden hat, kann ein Arbeitsvisum beantragt werden. Idealer Weise sollte man in Bereichen Arbeit suchen, zu denen man im Studium auch eine Ausbildung erhalten hat. Derzeit haben Absolventen eines ingenieurswissenschaftlichen Studiums besondere Vorteile bei der Arbeitssuche.

Das deutsche Studiensystem ist relativ streng und qualitativ hochwertig weswegen es international einen sehr guten Ruf hat. Derart kann ein Abschluss an einer deutschen Universität beim Berufseinstieg international, wie auch bei einer Rückkehr nach China von großem Vorteil sein.

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9. Welche Dokumente braucht mein Kind für die Einreise?

Hat Ihr Kind noch keine Zulassungsbestätigung der Hochschule oder Universität erhalten, muss es ein Visum zum Zweck der Studienbewerbung beantragen.

Dieses Visum hat eine Gültigkeit von drei Monaten. Es soll Ihrem Kind erleichtern, sich über ein Studium in Deutschland zu informieren und die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen. Sollten drei Monate nicht ausreichen, kann Ihr Kind die Aufenthaltsdauer in der Regel um max. sechs Monate bei der örtlichen Ausländerbehörde verlängern. Wird Ihr Kind innerhalb dieser Zeit von einer Hochschule oder Universität zugelassen, kann es eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken beantragen.

Visum zu Studienzwecken

Nach aktuellen Regelungen für ein Studium in Deutschland müssen alle Studienbewerber, einschließlich der Bewerber für ein Sprachvisum, die planen, unmittelbar nach dem Sprachkurs ein Studium in Deutschland aufzunehmen, an der Überprüfung der Akademischen Prüfstelle (APS) teilnehmen.

Durch die Überprüfung bei der Akademischen Prüfstelle wird die Echtheit des akademischen Bildungswegs und der Grad der Erfüllung der Zugangsvoraussetzungen für eine deutsche Hochschule feststellt. Nach erfolgreicher Überprüfung erhält man Zertifikate, diedie erste Voraussetzung für die Zulassung an einer deutschen Hochschule darstellen. Wenn der Bewerber den Zulassungsbescheid der Hochschule erhalten hat, muss anschließend der Visumsantrag direkt bei der APS gestellt werden. Die APS verfolgt mit diesem Programm das Ziel, den Bewerbungsprozess für chinesische Bewerber zu vereinfachen, indem die Überprüfung der Dokumente, das Bewerberauswahlverfahren zur Zulassung und die Beantragung für das Visum zusammen geführt werden.

Bei einer Aufenthaltsdauer von weniger als 90 Tagen: Hält sich Ihr Kind weniger als 90 Tage in Deutschland auf, kann es ein Schengen-Visum beantragen (max. Aufenthaltsdauer pro Halbjahr 90 Tage). Inhaber eines von einem Schengen-Staat ausgestellten und in seiner räumlichen Gültigkeit nicht beschränkten Visums für den kurzfristigen Aufenthalt („Schengen-Visum“ der Visumkategorie „C“) dürfen sich im Rahmen der Visumgültigkeit im gesamten Hoheitsgebiet der Schengener Staaten aufhalten und sich darin frei bewegen. Die deutschen Auslandsvertretungen in China habendie Annahme von Visaanträgen für Schengen-Visa an einen externen Dienstleister ausgelagert. Weitere Informationen unter www.china.diplo.de.

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10. Wie sicher ist Deutschland?

Deutschland ist ein sicheres Land – auch im internationalen Vergleich. Es gibt keinen Grund zu übermäßiger Sorge vor Kriminalität. Hier kann man sich ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen frei bewegen: in den Großstädten wie auf dem Land, bei Tag und in der Nacht.

Die Polizei ist vertrauenswürdig und hilft zuverlässig. Von jedem Telefon in Deutschland erreicht man die Polizei unter der kostenlosen Nummer 110.

Fast jedes Land der Welt ist mit einer Botschaft oder einem Konsulat in Deutschland vertreten. Bei Problemen gibt es also auch vor Ort Ansprechpartner aus Ihrem Heimatland.

Zudem kann sich Ihr Kind bei allen Fragen rund um die persönliche Sicherheit sowie bei eventuellen Problemen immer auch an das Akademische Auslandsamt oder das International Office der Hochschule wenden.

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11. Wie gut ist die medizinische Versorgung?

Die medizinische Versorgung in Deutschland ist sehr gut. Das deutsche Gesundheitssystem mit seinem dichten Netz an hochqualifizierten Ärzten gilt als eines der besten der Welt. Sollte es also dazu kommen, dass Ihr Kind medizinische Versorgung braucht, ist es in Deutschland so gut aufgehoben wie in kaum einem anderen Land.

Wer in Deutschland studieren möchte, muss krankenversichert sein. Es ist wichtig, vor der Abreise nach Deutschland zu klären, ob Ihr Kind einen Versicherungsschutz hat. Es kann sein, dass die Krankenversicherung, die Ihr Kind im Heimatland hat, auch in Deutschland gilt. So haben zum Beispiel alle Inhaber einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) auch in Deutschland Versicherungsschutz. Falls der Versicherungsschutz aus dem Heimatland nicht anerkannt wird, muss sich Ihr Kind in Deutschland versichern. In einer gesetzlichen Krankenkasse kostet dies etwa 80 Euro pro Monat.

Das Akademische Auslandsamt hilft gern bei Fragen rund um die Krankenversicherung und gibt auch Empfehlungen. Meist gibt es in der Nähe der Hochschule auch Büros der gesetzlichen Krankenversicherungen. So kann eine solche Versicherung schnell und unkompliziert abgeschlossen werden.

Mit dem Schutz einer Krankenversicherung kann man in Deutschland zum Arzt gehen. Für Notfälle gibt es einen Notdienst und die Notaufnahme in den Krankenhäusern. Die notwendigen Leistungen sind für Versicherte kostenlos. Mit der kostenlosen Nummer 112 kann man Tag und Nacht einen Notarzt und einen Krankenwagen rufen.

Gut zu wissen: Medikamente bekommt man in Deutschland nur in Apotheken. Das Arzneimittelgesetz ist in Deutschland streng. Einige Medikamente, die es in Ihrem Land möglicherweise rezeptfrei gibt (etwa Antibiotika), muss hier ein Arzt verschreiben.

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12. Wie wird mein Kind in Deutschland betreut?

Ihr Kind ist nicht allein, sondern wird bei allen organisatorischen Fragen Unterstützung bekommen. An jeder Hochschule gibt es ein Akademisches Auslandsamt oder ein Internationales Büro (International Office), das sich um internationale Studierende kümmert. Die Mitarbeiter des Auslandsamts sind zum einen die richtigen Ansprechpartner bei der konkreten Vorbereitung des Aufenthalts. Hier gibt es Informationen zu einzelnen Studiengängen, zu Zulassungsbedingungen und zur Studienvorbereitung, zu Sprachprüfungen, zu Praktika, zur Studienfinanzierung und zur konkreten Studienplanung. Das Auslandsamt hilft zum anderen aber auch vor Ort. Nach der Ankunft in Deutschland wird Ihr Kind hier mit allen notwendigen Informationen versorgt.

Einige deutsche Hochschulen haben sogenannte Patenprogramme eingerichtet. In einem solchen Programm bekommen internationale Studierende einen persönlichen Ansprechpartner: erfahrene einheimische Studierende. Sie helfen bei Behördengängen, bei Problemen im Alltag, bei Fragen zum Studium usw. Auch die Studentenwerke leisten an zahlreichen deutschen Hochschulen Unterstützung. Viele Studentenwerke bieten Servicepakete für internationale Studierende an; sie enthalten neben einer Krankenversicherung auch Unterkunft und Verpflegung – und erleichtern den Einstieg in das Leben in Deutschland.

An jeder Hochschule gibt es Studentenvertretungen, Fachschaften und Hochschulgruppen; sie sind gute Ansprechpartner bei Fragen rund ums Studium oder den Alltag. Oft organisieren sie auch Orientierungsangebote für Studienanfänger. Und schließlich: Für fachliche Fragen stehen die Lehrenden in ihren Sprechzeiten zur Verfügung.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass an deutschen Hochschulen von den Studierenden ein gewisses Maß an Selbstständigkeit erwartet wird. Sie müssen in der Lage sein, weitgehend selbst die Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen. Das bedeutet konkret: Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, aber die Studierenden müssen diese selbstständig nutzen.

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13. Wo wird mein Kind wohnen?

In Deutschland wohnen Studierende entweder in einem Studentenwohnheim oder in einer privaten Unterkunft. Anders als in anderen Ländern erhalten die Studierenden an deutschen Hochschulen nicht automatisch eine Unterkunft.

Die wenigsten deutschen Hochschulen sind Campus-Hochschulen und es gibt in der Regel keine Wohngelegenheiten auf dem Hochschulgelände. Allerdings gibt es in jeder Universitätsstadt Studentenwohnheime. Ein Zimmer dort ist meist die preiswerteste Möglichkeit zu wohnen. Man muss sich jedoch rechtzeitig um einen Platz bemühen.

Eine Alternative sind private Unterkünfte. Das Angebot ist vielfältig: Von einem leeren Zimmer bis zu einer möblierten Wohnung wird auf dem privaten Markt alles angeboten. Bei Studierenden sind besonders Wohngemeinschaften (WGs) sehr beliebt. Hier leben mehrere Personen in einer Wohnung zusammen. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, aber alle teilen sich Küche und Badezimmer. Die Vorteile: Das Leben in einer WG ist relativ kostengünstig. Außerdem lernt man hier schnell Leute kennen und das Zusammenleben ist eine ausgezeichnete Chance, Deutsch zu lernen.

Nützliche Hinweise zur Wohnungssuche geben die Akademischen Auslandsämter der Hochschulen.

Eine sehr praktische Hilfe dabei ist der DAAD-Wohnheimfinder unter www.daad.de/wohnen. Hier finden Sie Informationen über die einzelnen Wohnheime in der Hochschulstadt Ihrer Wahl. Außerdem kommen Sie mit wenigen Klicks zur Online-Bewerbung um einen Wohnheimplatz beim Studentenwerk.

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14. Was hat Deutschland als Reiseland zu bieten?

Vielleicht erwägen Sie, Ihr Kind in Deutschland zu besuchen. Das ist eine gute Idee, denn Deutschland hat äußerst viel zu bieten.

Deutschlands Landschaften sind so vielfältig wie reizvoll. Im Norden erstrecken sich Inselketten mit weiten Dünenstränden sowie Heide- und Moorlandschaften. Dichte Mischwälder und mittelalterliche Burgen säumen die Flusstäler in den Mittelgebirgen, von denen einst die Vertreter der Deutschen Romantik schwärmten. Und im Süden ragen die Alpen mit ihren klaren Gebirgsseen auf.

Nicht nur die Metropolen wie Berlin, Hamburg und München sind einen Besuch wert. Ob in kleinen oder großen Städten: die Veranstaltungskalender sind mit unterschiedlichsten kulturellen Highlights gefüllt, mit Ausstellungen, Konzerten, Festspielen, Aufführungen, Festivals, Messen, Sportereignissen etc.

Nicht zu vergessen: die Feste! Das ganze Jahr über werden in Deutschland regionale Feste gefeiert, die den Besuchern außergewöhnliche Erlebnisse bescheren – etwa der Rheinische Karneval, die Pfälzer Weinfeste und das Münchner Oktoberfest.

Auch kulinarisch präsentiert sich Deutschland ausgesprochen vielseitig: von deftigen, traditionellen Regionalgerichten wie Sauerbraten, Eisbein und Schweinshaxe mit frisch gezapftem Bier bis zu leichten Kreationen der Spitzenköche mit erlesenen Weinen. Und natürlich sind in ganz Deutschland auch Restaurants der unterschiedlichsten Nationalküchen zu finden.

Deutschland hat ein sehr gut ausgebautes Verkehrsnetz. Ob mit dem Auto, mit der Bahn oder dem Flugzeug: Sie reisen komfortabel und bequem.

Zudem liegt Deutschland im Herzen Europas und ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung anderer europäischer Länder. Überzeugen Sie sich selbst.

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15. Wo gibt es mehr Informationen?

Rat und Hilfe für die Planung des Studienaufenthalts bekommen Sie und Ihr Kind in Ihrem Heimatland. Wenden Sie sich an folgende Stellen oder Personen (hier erhalten Sie auch weitere DAAD-Publikationen mit ausführlicheren Informationen):

■ die Informationszentren und die Außenstelle des DAAD,

■ die Lektoren und Dozenten, die vom DAAD an ausländische Hochschulen vermittelt worden sind,

■ die Goethe-Institute

■ Deutsche Auslandsvertretungen – also Botschaften und Konsulate

Sie können sich auch im Internet informieren:

Umfassende Informationen zum Studium im Ausland:

www.daad.de/deutschland
www.study-in.de

zum Studienangebot:

www.daad.de/international-programmes
www.hochschulkompass.de
www.universityranking.de
www.studienwahl.de

zu Visumsfragen:

www.auswaertiges-amt.de

zu Stipendien und Förderprogrammen:

www.funding-guide.de

zum Deutschlernen:

www.learn-german.net
www.goethe.de
www.fadaf.de
www.testdaf.de
www.daad.de/sommerkurse

Und schließlich berät man Sie auch in der Geschäftsstelle des DAAD in Bonn. Zögern Sie also bitte nicht: Fragen Sie uns!

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