Kapitel 1: Überblick über die Hochschullandschaft in Deutschland

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Kapitel 1: Überblick über die Hochschullandschaft in Deutschland
(Hochschularten, Bologna-Prozess, Hochschulrankings, Exzellenzinitiative, Studiengebühren, Anerkennung von Studienleistungen, ECTS)

Hochschulbildung in Deutschland
1. Können Sie einen kurzen Überblick über die deutsche Hochschullandschaft geben?
2. Was macht deutsche Hochschulen so besonders?
3. Wie kann ich mich am besten an das Studentenleben in Deutschland anpassen?

Hochschularten
4. Welche Typen von Hochschulen und Universitäten gibt es in Deutschland?
5. Was ist der Unterschied zwischen Fachhochschulen und Universitäten?
6. Wie unterscheiden sich staatliche und private Hochschulen?
7. Überblick über die Kunst- und Musikhochschulen in Deutschland

Studienabschlüsse
8. Welche Arten von Studienabschlüssen gibt es?
9. Was sind ECTS-Punkte?
10. Welche Arten von Prüfungen gibt es?

Anerkennung von Universitätsausbildung
11. Wie werden die deutschen Abschlüsse in China anerkannt?
12. Erkennen die deutschen Hochschulen die Universitätsausbildung in China an?

Die Wahl der Hochschule
13. Gibt es ein Ranking deutscher Universitäten?
14. Die Exzellenzinitiative an deutschen Universitäten

Studiengebühren und Lebenshaltungskosten
15. Werden an den Hochschulen in Deutschland Studiengebühren erhoben?
16. Wie viel Geld braucht ein Studierender in Deutschland im Monat, um seine Lebenshaltungskosten abdecken zu können?
17. Dürfen ausländische Studierende in Deutschland jobben und darf dies als Einkommensquelle betrachtet werden?
18. Welche Stidpendien gibt es?

Hochschulbildung in Deutschland

1. Können Sie einen kurzen Überblick über die deutsche Hochschullandschaft geben?

Die deutsche Hochschullandschaft ist sehr vielfältig. Es gibt in den 16 Bundesländern  398 Hochschulen mit insgesamt über 2,8 Mio. eingeschriebenen Studierenden. Darunter gibt es 111 Universitäten (einschließlich Technischer Universitäten und Pädagogischer Hochschulen), 229 Fachhochschulen und 58 Kunst- und Musikhochschulen. Zusammen genommen bieten diese Hochschulen mehr als 18.000 Studiengänge an.

Die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen und liegt inzwischen bei über 340.000, was einen Anteil von 12.3% aller Studierenden ausmacht.

Die meisten deutschen Hochschulen befinden sich in kulturell und landschaftlich ansprechenden Gegenden. Ausgezeichnete Unterrichts- und Forschungseinrichtungen garantieren den Studierenden einen erfolgreichen Ablauf des Studiums.

2. Was macht deutsche Hochschulen so besonders?

Viele deutsche Hochschulen blicken auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Seit Hochschulreformer Wilhelm von Humboldt (1767-1835) gilt das Prinzip der „Einheit von Forschung und Lehre“, welches bis heute im Mittelpunkt des Studiums steht. Die Universitäten haben das vorrangige Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, fundierte Fachkenntnisse zu vermitteln und selbständig arbeitende und forschende Wissenschaftler auszubilden.

Durch die rasanten Veränderungen in Wirtschaft und Industrie in den letzten Jahren ist es nötig geworden, Menschen mit speziellen Fachkenntnissen auszubilden, die die Fähigkeit besitzen, im Produktionsprozess auftretende Probleme zu lösen. Aufgrund dieses Bedarfs sind die Fachhochschulen entstanden, in deren Ausbildung die Lehre sehr eng mit der Praxis verknüpft wird. Deshalb werden Fachhochschulabsolventen aufgrund ihrer theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten bei Firmen gerne eingestellt.

Kunsthochschulen fördern die Entwicklung der Individualität und der Freiheit des künstlerischen Schaffens sowie die Entfaltung individueller Kreativität.

Jede Hochschule genießt eine begrenzte Autonomie, d.h. sie kann über die Berufung von Professoren und über die Zulassung von Studierenden selbst entscheiden.

3. Wie kann ich mich am besten an das Studentenleben in Deutschland anpassen?

An deutschen Hochschulen herrscht die sogenannte „akademische Freiheit“, d.h. es gibt keinen festgelegten Studienplan. Neben wenigen Pflichtvorlesungen ist die Gestaltung der Kurse fast vollständig dem Studierenden nach eigenem Interesse überlassen. Manchen Studierenden aus dem Ausland, die ein eher „verschultes“ Lernen an der Universität gewohnt sind, fällt das Studieren in Deutschland daher zunächst schwer. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium sind deshalb eine finanzielle Absicherung, ausgezeichnete Leistungen, Eigenständigkeit im Lernen, Fähigkeit zur Selbstständigkeit und Arbeitsorganisation. Ebenso sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache und deren sichere Anwendung eine wichtige Voraussetzung.

Hochschularten

4. Welche Typen von Hochschulen und Universitäten gibt es in Deutschland?

Nach Aufbau und Aufgaben werden folgende drei Typen unterschieden:

  • Universität: Diese Form von Hochschule bietet ein breites Spektrum an Fächern und Fachrichtungen an; die Ausbildungsschwerpunkte liegen bei der Vermittlung von fundierten Grundkenntnissen sowie der theoretischen Forschung und Lehre. Folgende Fachrichtungen werden üblicherweise an Universitäten angeboten: Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften, Theologie, Medizin, Agrarwissenschaften, Forstwissenschaften etc.. Vergleichbare Hochschulen sind zudem Technische Universitäten (TU), Pädagogische Universitäten/Hochschulen (PU/PH), Sporthochschulen, Verwaltungshochschulen und Hochschulen der Bundeswehr.
  • Fachhochschule: Diese Art der Hochschule ist im Vergleich zu Universitäten relativ neu. Fachhochschulen sind meist nicht sehr groß und ihr Fächerkanon ist begrenzt. Meist sind Fachhochschulen auf einige wenige Fachrichtungen spezialisiert. Es gibt Fachhochschulen mit folgenden Fachrichtungen: Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Agrar- und Forstwirtschaften, Design und Krankenpflege. Normalerweise werden keine geisteswissenschaftlichen Fächer angeboten. Der Aufbau des Studiums verbindet notwendige Grundlagentheorie mit der Praxis und ist strenger reguliert als an Universitäten. Die Studienzeit ist in der Regel kürzer als an Universitäten. An den meisten Fachhochschulen ist das Absolvieren eines Praktikums während des Studiums Pflicht.
  • Kunst- und Musikhochschulen sowie Theater- und Filmhochschulen: Diese vergleichsweise wenigen Hochschulen bieten den Studierenden kleine Klassen und Einzelunterricht um ihre individuellen künstlerischen Fähigkeiten auszubilden.

5. Was ist der Unterschied zwischen Fachhochschulen und Universitäten?

Man kann Fachhochschulen und Universitäten wie folgt unterscheiden:

Hochschulart Universität Fachhochschule
Durchschnittliche Größe (Zahl der Studierenden) ca. 15.000 ca. 4.000
Studienangebot alle Disziplinen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Agrar- und Forstwirtschaften, Design, Krankenpflege usw.
Studienabschlüsse Bachelor (3-4 Jahre) Master (2 Jahre)           PhD (2-5 Jahre) Bachelor (3-4 Jahre)      Master (2 Jahre)
Promotionsrecht ja, direkt nach Abschluss möglich nein, aber weiterführendes Studium an Universität möglich
Forschung vorrangig Grundlagenforschung Begrenzter Auftrag zur angewandten Forschung

6. Wie unterscheiden sich staatliche und private Hochschulen?

Die meisten Hochschulen in Deutschland werden vom Staat finanziert. Einige wenige Hochschulen werden von der protestantischen oder der katholischen Kirche unterhalten. Daneben gibt es mittlerweile über 120 private Hochschulen, deren Studienabschlüsse vom Staat anerkannt werden. Ein Großteil davon sind Fachhochschulen.

Der Großteil der Studierenden in Deutschland ist an staatlichen Hochschulen eingeschrieben. Nur knapp 7% besuchen eine private Hochschule. Das liegt daran, dass die Studiengebühren an privaten Hochschulen oft sehr hoch sind. Die Qualität der Lehre ist an beiden Hochschultypen vergleichbar gut.

7. Überblick über die Kunst- und Musikhochschulen in Deutschland

An staatlichen Kunsthochschulen in Deutschland kann man Bildende Kunst, Architektur, Regie, Schauspiel, Kunstdesign und weitere Fächer studieren.

Normalerweise sind die Abschlüsse an einer Kunsthochschule gleichwertig mit denen normaler Universitäten. Eine Kunsthochschule hat das Recht, in Ihren jeweiligen Fachbereichen Doktortitel zu vergeben.

Im Hochschul-Rahmengesetz ist festgelegt, dass Hochschulen der bildenden Kunst die Weiterentwicklung der Kunst und der Wissenschaft durch Lehre und Forschung vorantreiben sollen, insbesondere die Förderung von neuen Entwicklungsperspektiven.

Für die Zulassung muss der Bewerber eine Begabtenprüfung ablegen, bei der er seine künstlerische Begabung unter Beweis stellen muss. Menschen mit überragenden künstlerischen Fähigkeiten können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Hochschulreife an einer Kunsthochschule studieren.

Staatlichen Musikhochschulen in Deutschland bieten ein breites Spektrum an musikbezogenen Fächern an. Dazu gehören beispielsweise Gesang, Instrumentalmusik, Komposition, Chor- oder Orchesterleitung, Musikerziehung, Musikwissenschaft, Kirchenmusik, Ton- und Musikproduktion und Kommunikationswissenschaft. Manche Hochschulen bieten darüber hinaus die Fächer Musikinszenierung, Bühnentanz und weitere Performing Arts an.

Einige dieser Hochschulen bilden nicht nur im Bereich Musik aus, sondern auch im Bereich „Bildende Kunst“ wie z.B. Malerei oder Bildhauerei. Darüber hinaus gibt es Universitäten, die neben normalen Studiengängen, wie Betriebswirtschaft oder Ingenieurswesen, auch einen Teilbereich Musik eingerichtet haben (Universitäten Mainz, Münster, Greifswald). Diese Musikstudiengänge unterscheiden sich stark von denen der reinen Musikhochschulen. Angeboten werden unter anderem Studiengänge, in denen Musiktheorie und Musikpraxis kombiniert werden kann.

Studienabschlüsse

8. Welche Arten von Studienabschlüssen gibt es?

Bachelor und Master
Der Bachelor ist in den angelsächsischen Ländern der übliche Titel für den ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde der Titel nun auch an deutschen Hochschulen eingeführt. Um den Bachelor zu erwerben, muss man im Laufe des Studiums je nach Studienordnung 180 bis 240 Leistungspunkte (Credit Points) sammeln. Das Bachelorstudium ist so angelegt, dass Studierende mit etwa 40 Arbeitsstunden pro Woche und 45 Arbeitswochen im Jahr das Studium in der Regelstudienzeit abschließen können.

Wer sich nach dem Bachelor weiter spezialisieren möchte, kann ein Master-Studium beginnen – entweder direkt nach dem Bachelor oder nach einigen Berufsjahren. Der gewählte Masterstudiengang sollte in enger Beziehung zum Bachelor-Hauptfach stehen. Auf den Internetseiten der meisten deutschen Hochschulen findet man Informationen zu den Voraussetzungen für einen weiterführenden Masterstudiengang.

Für den Master sind 60 bis 120 Leistungspunkte erforderlich. In der Masterarbeit zeigen die Studierenden, dass sie in der Lage sind, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen.

Staatsexamen

Wer Medizin, Jura, Pharmazie oder auf Lehramt studiert, schließt sein Studium in der Regel mit dem Staatsexamen ab. Das Staatsexamen ist eine Prüfung, die vor einem staatlichen Prüfungsausschuss abgelegt wird. Da die Absolventen oft ein Amt im Staatsdienst bekleiden werden, sind die Inhalte des Studiums und der Prüfung gesetzlich geregelt. Das erste Staatsexamen besteht meist aus einer theoretischen Prüfung, die mit den akademischen Examina vergleichbar ist. Nach dem universitären Studium erfolgt eine berufsbezogene, praktische Ausbildungsphase. Nach dieser Phase kann man das zweite Staatsexamen ablegen.

Auch internationale Studierende können das Staatsexamen ablegen. Sie sollten aber prüfen, ob sie damit ihren angestrebten Beruf im Heimatland ausüben können.

Promotion

Der Doktortitel ist der höchste akademische Grad. Er gilt als Nachweis dafür, dass der Träger dieses Titels zu eigenständiger wissenschaftlicher Forschung fähig ist.

Die Promotion ist der Einstieg in die wissenschaftliche Laufbahn und in einigen Fächern auch ein wichtiges Plus für Karrieren außerhalb der Wissenschaft. Sie umfasst eine Forschungsarbeit (Dissertation), die neue wissenschaftliche Erkenntnisse enthält, sowie eine mündliche Prüfung (Rigorosum) oder „Verteidigung“ der Arbeit (Disputation). Nach Erwerb des Doktorgrades kann man den Doktortitel als Namenszusatz tragen. Eine Promotion dauert je nach Fachgebiet etwa zwei bis fünf Jahre. Wer promovieren möchte, muss in der Regel ein Master-Studium mit überdurchschnittlichen Leistungen abgeschlossen haben. In Ausnahmefällen können aber auch Inhaber eines Bachelorgrades zur Promotion zugelassen werden, wenn sie die Eignung in einem speziellen Verfahren nachgewiesen haben.

9. Was sind ECTS-Punkte?

Die Beurteilung von Leistungen in Bachelor- und Masterstudiengängen erfolgt nach dem European Credit Transfer System (ECTS). Das ECTS bemisst die Leistung der Studierenden nach dem Arbeitsaufwand, der für einen erfolgreichen Studienabschluss erforderlich ist – einschließlich des Aufwands für die Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen, für Leistungsnachweise und die Vorbereitung auf Prüfungen. Die erbrachten Leistungen werden benotet und gehen in die Abschlussnote ein. Ein Leistungspunkt (auch Credit Point oder ECTS-Punkt genannt) entspricht in etwa 30 Arbeitsstunden. Die Studiengänge sind in der Regel so aufgebaut, dass man 30 Leistungspunkte pro Semester sammeln muss, um das Studium innerhalb der Regelstudienzeit abschließen zu können.

10. Welche Arten von Prüfungen gibt es?

Um einen Kurs erfolgreich abzuschließen, muss man regelmäßig am Unterricht teilnehmen und zusätzlich eine Prüfung ablegen. Die Prüfungen können sehr unterschiedlich sein, es gibt unter anderem:

  • Klausuren (schriftliche Prüfungen, die das gelernte Wissen abfragen),
  • Referate (meist kurze Präsentationen über ein bestimmtes Thema),
  • Hausarbeiten (eine schriftliche Abhandlung über ein bestimmtes Thema),
  • Mündliche Prüfungen.

Bitte achten Sie darauf, beim Verfassen von schriftlichen Hausarbeiten unbedingt auf das Kopieren von fremden Texten zu verzichten; die Stellen, an denen Sie die Werke anderer Autoren benutzen, müssen Sie unbedingt kennzeichnen. In jedem deutschen Bundesland haben die Universitäten diesbezüglich sehr strenge Regelungen, in schweren Fällen kann es sogar zur Exmatrikulation des betreffenden Studierenden kommen.

Anerkennung von Universitätsausbildung

11. Wie werden die deutschen Abschlüsse in China anerkannt?

China und Deutschland haben ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Studienabschlüssen unterzeichnet. Ein an einer offiziell anerkannten deutschen Universität erworbener Bachelor- und/oder Masterabschluss wird in China als Bachelor und/oder Master anerkannt. Hier finden Sie die Liste staatlich anerkannter Hochschulen in China.

12. Erkennen die deutschen Hochschulen die Universitätsausbildung in China an?

Die deutschen Hochschulen anerkennen ausländische Abschlüsse nach den von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland verabschiedeten „Vorschlägen für die Einschätzung der Universitätsausbildung der ausländischen Studierenden“. Laut den derzeitigen Regelungen wird das Studium mit vier- bzw. dreijähriger Studiendauer an solchen Hochschulen oder Junior-Colleges anerkannt, die vom Bildungsministerium der VR China offiziell genehmigt und auf einer von der deutschen Seite erstellten Liste aufgenommen worden sind. Die jeweilige Hochschulausbildung wird in die entsprechenden deutschen Studienausbildungsstufen umgerechnet. Die Zeugnisse von höheren Berufsschulen, von nicht ordentlichen Hochschulen, Abschlüsse von Berufsschulen mit 2-jährigen berufsbildenden Studiengängen, sowie nicht ordentliche höhere Ausbildungsgänge werden normalerweise nicht anerkannt.

In den letzten Jahren haben sich manche chinesische Hochschulen umstrukturiert bzw. vereinigt und umbenannt. In diesem Fall müssen die Studierenden bei der Bewerbung um einen Studienplatz an den deutschen Hochschulen eine Bescheinigung der jetzigen Universität mit einem Amtstempel vorlegen, der eine notariell beglaubigte Übersetzung ins Deutsche oder Englische beigefügt werden muss.

Die Wahl der Hochschule

13. Gibt es ein Ranking deutscher Universitäten?

Es gibt kein offizielles Ranking deutscher Hochschulen und auch keine Trennung nach „Schwerpunkt“- und „normalen“ Universitäten. Jede Universität hat ihre eigenen Besonderheiten und setzt im Curriculum ihre eigenen Schwerpunkte. Das CHE (Center of Higher Education Development) und die Wochenzeitung „Die Zeit“ vergleichen aus unabhängiger Perspektive die aktuellen Verhältnisse an deutschen Hochschulen, und zwar nach Kriterien wie Fächer, Lehrkräfte, Ausstattung und dergleichen. Genauere Informationen finden Sie auf der Webseite www.das-ranking.de.

14. Die Exzellenzinitiative an deutschen Universitäten

Die Exzellenzinitiative wurde 2005 vom Bund und den Ländern beschlossen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde zusammen mit dem Wissenschaftsrat als ausführende Institution bestimmt.

Das Ziel der „Exzellenzinitiative“ ist nicht einfach nur, die besten deutschen Hochschulen auszuwählen, sondern umfasst drei unterschiedliche Förderlinien: Graduiertenschule, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte. Die Graduiertenschulen sind ausgerichtet auf den akademischen Nachwuchs. So sollen z.B. für Doktoranden bestmögliche Bedingungen für die Forschung bereitgestellt werden. In Exzellenzclustern arbeiten deutsche Universitäten mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und der Wirtschaft zusammen, um Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen mit internationalem Charakter zu schaffen. Die dritte Förderlinie der Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau universitärer Spitzenforschung hat das Ziel der Schwerpunktbildung an Eliteuniversitäten. Die Förderung eines Zukunftskonzeptes setzt das Vorhandensein mindestens einer Graduiertenschule und eines Exzellenzcluster voraus.

Aus der ersten Phase sind im Oktober 2006 und Oktober 2007 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und 9 Zukunftskonzepte ausgewählt worden. Für die zweite Förderphase wurde am 15. Juni 2012 in Bonn beschlossen, dass 45 Graduiertenschulen, 43 Exzellenzcluster und 11 Zukunftskonzepte finanziert werden. Insgesamt werden 39 Universitäten mit 2,4 Milliarden Euro gefördert.

Die für ihr Zukunftskonzept ausgezeichneten Hochschulen werden allgemein als „Eliteuniversität“ bezeichnet. Momentan gibt es in Deutschland elf ausgewiesene Eliteuniversitäten. Diese sind die RWTH Aachen, die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität Bremen, die TU Dresden, die Universität Heidelberg, die Universität Konstanz, die Universität zu Köln, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die TU München und die Eberhard Karls Universität Tübingen.

Im Juni 2016 wurde von Bund und Ländern die Exzellenzstrategie beschlossen. Sie wird im Jahr 2017 die Exzellenzinitiative ablösen, die nach 12 erfolgreichen Jahren ausläuft. Für das neu angelegte Programm werden jährlich 533 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, mit denen langfristig bis zu elf Exzellenzuniversitäten und bis zu fünfzig Exzellenzcluster gefördert werden sollen.

Studiengebühren und Lebenshaltungskosten

15. Werden an den Hochschulen in Deutschland Studiengebühren erhoben?

In Deutschland besuchen die meisten Studierenden eine staatliche Hochschule. Staatliche Hochschulen verlangen für das Erststudium und für viele Masterprogramme in der Regel keine Studiengebühren. Weitere Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt Ihrer Wunschhochschule.

In einigen Bundesländern werden Studiengebühren für ein Zweitstudium oder ein Langzeitstudium erhoben. Auch für bestimmte Masterstudiengänge können Gebühren anfallen, teilweise über 10.000 Euro pro Semester. Außerdem sind an privaten Hochschulen hohe Studiengebühren durchaus üblich.

Die Höhe der Studiengebühren sagt in Deutschland nichts über die Qualität der Ausbildung aus. Auch die kostenfreien Studiengänge sind von sehr guter Qualität.

Weitere Informationen finden Sie unter www.studis-online.de/Gebuehren.

16. Wie viel Geld braucht ein Studierender in Deutschland im Monat, um seine Lebenshaltungskosten abdecken zu können?

Die monatlichen Lebenshaltungskosten eines deutschen Studierenden belaufen sich auf etwa 600 bis 800 Euro. Darin enthalten sind die Kosten für Miete (im Studentenwohnheim), Lebensmittel, Krankenversicherung (ca. 80 Euro), Sozialgebühren, Immatrikulationsgebühren, Semesterticket, Büchern, Schreibwaren, Artikel des täglichen Bedarfs sowie Taschengeld etc.

Mehr zum Thema Studiengebühren und Lebenshaltungskosten finden Sie in dieser Broschüre.

17. Dürfen ausländische Studierende in Deutschland jobben und darf dies als Einkommensquelle betrachtet werden?

Studierende, die formell an einer Universität eingeschrieben sind, dürfen während der vorlesungsfreien Zeit im Winter oder im Sommer zur Ergänzung der Lebenshaltungskosten arbeiten. Den einschlägigen Bestimmungen gemäß dürfen Studierenden jedes Jahr höchstens vier Monate bzw. 120 volle Tage oder 240 Halbtage jobben.

Doch gerade in der Anfangszeit in Deutschland wird man viel Zeit und Energie auf das Studium und die Gestaltung des Lebens verwenden müssen. Manche Studierende müssen innerhalb kurzer Zeit die DSH bestehen. Ein Studierender verdient zwar Geld, wenn er arbeitet, läuft jedoch Gefahr zu wenig Zeit für sein Studium aufwenden zu können, was den Studienerfolg beeinträchtigen kann.

Aus den verschiedensten Gründen ist es gegenwärtig in vielen Städten kaum möglich, während der Ferien rechtzeitig oder überhaupt eine Arbeit zu finden. Schon allein aus diesem Grunde kann der Nebenjob nicht als alleinige Einnahmequelle dienen, um die Kosten, die mit einem ordentlichen Studium und Leben in Deutschland verbunden sind, abzudecken.

Darüber hinaus konzentrieren sich manche Studierende so sehr aufs Geldverdienen, dass sie das Studium vernachlässigen, wodurch sie mehr verlieren als verdienen, was sie schließlich bereuen. Es ist notwendig die Studierenden darauf aufmerksam zu machen, nicht leichtgläubig auf leere Versprechungen zu hören, wenn sie vermeiden wollen, enttäuscht zu werden oder in eine missliche Lage zu geraten.

18. Welche Stidpendien gibt es?

Stipendien werden in Deutschland in der Regel nicht von Universitäten vergeben, sondern hauptsächlich von Organisationen wie dem DAAD oder von verschiedenen Stiftungen angeboten. DAAD-Stipendienprogrammen für chinesische Studierende finden Sie unter www.daad.org.cn im Menü „Stipendien“. Bewerbungsfristen und die Art der einzureichenden Unterlagen können sich je nach Programm unterscheiden. Bitte richten Sie sich daher nach den Bestimmungen des jeweiligen Programms.

Die Stipendien-Datenbank des DAAD bietet die Möglichkeit, im Internet die verschiedenen Stipendien Arten zu recherchieren. Hier finden Sie übrigens nicht nur Stipendien des DAAD, sondern auch anderer Förderorganisationen. Recherchieren Sie unter www.funding-guide.de

 

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