Treffen von Deutschland-Alumni in Dalian

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Begrüßung der Teilnehmer durch Dr. Thomas Schmidt-Dörr…

Gut 30 Deutschland-Alumni kamen am 18. Juli im Kempinski Hotel in Dalian zu einem vom DAAD organisierten Treffen zusammen. Das Treffen markierte etwas Besonderes, wie Thomas Schmidt-Dörr, der Leiter der DAAD-Außenstelle Peking bei seiner Begrüßung erklärte: es war das letzte Regionaltreffen, das der DAAD aus DACH-Mitteln unterstützen konnte. Das Projekt läuft Ende des Monats aus.

DACH steht für „Deutschland Alumni China“ und ist das große, vom deutschen Bildungs- und Forschungsministerium (BMBF) finanzierte Alumniprojekt, das es dem DAAD in den vergangenen Jahren erlaubte, den Aufbau eines chinaweiten Netzwerks von Deutschland-Alumni zu unterstützen. Gegenwärtig sind mehr als 11.000 Alumni als Nutzer registriert, was DACH in jedem Fall zu einer der größten Communities von Deutschland-Alumni weltweit macht.

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… und Prof. Qi Min von der Dalian University of Technology, dem Ansprechpartner für Deutschland-Alumni in Dalian.

Prof. Qi Min bedankte sich im Namen der Dalianer Alumni dafür, dass der DAAD nach drei Jahren wieder ein Regionaltreffen in Dalian ausgerichtet und den Alumni die Gelegenheit zu einem wiedersehen gegeben hat. Qi Min ist der Ansprechpartner für Deutschland-Alumni in Dalian und hatte die Organisation des Treffens vor Ort unterstützt. Chinaweit gibt es ein Netz von 31 Kontaktpersonen für Deutschland-Alumni.

QR-Code der Deutschland-Alumni Dalian auf Weixin.

QR-Code der Deutschland-Alumni Dalian auf Weixin.

Qi Min, Materialwissenschaftler von der Dalian University of Technology (DUT) war einer von ca. zehn ehemaligen Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung, die an dem Treffen teilnahmen. Um in Zukunft enger miteinander in Kontakt zu bleiben, hatte er auf der chinesischen Social Media-Plattform Weixin eine Nutzergruppe der Deutschland-Alumni in Dalian initiiert, für die sich viele Teilnehmer des Treffens gleich fleißig anmeldeten.

Auf dem Programm stand zunächst ein Vortrag von Frau Prof. Dr. Wang Guoyu von der DUT, die dort das Institut für Philosophie und das Zentrum für EU Studien leitet. Frau Wangs Fachgebiet, ist die Technikphilosophie. Ihr Vortragstitel lautete „Technik und Verantwortung“.

Das philosophische Nachdenken über Technik führt auf die Antike zurück. Infolge der Industrialisierung entwickelte sie sich dann zu einem eigenen Zweig der Philosophie, und der deutsche Philosoph Ernst Kapp war der Erste, der die zwei Worte „Philosophie“ und „Technik“ miteinander verband. Die Nutzung von Atomwaffen Mitte des 20. Jahrhunderts warf Fragen nach der Verantwortung des Wissenschaftlers auf und heute bilden Anwendungen der modernen Biowissenschaften und damit in Zusammenhang stehende Fragen der Bioethik einen wichtigen Gegenstand, mit dem sich Technikphilosophen auseinander setzen. In ihrem Überblicksvortrag zeichnete Frau Wang die Entwicklung der Technikphilosophie seit den 1940er Jahren nach und machte dabei deutlich, wie bleibend aktuell die Fragestellungen sind, die hier behandelt werden.

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Prof. Wang Guoyu, DUT, hielt einen Vortrag zum Thema „Technik und Verantwortung“

Bevor sie mit ihrem Fachvortrag begann, gestattete Frau Prof. Wang den Anwesenden anhand privater Fotos noch einen Einblick in ihre Be-ziehung zu Deutschland. Diese Begann 1989 kurz vor dem Fall der Ber-liner Mauer, als sie ihrem Mann, Prof. Bao Xinhe, nach Deutschland folgte, der als Postdoc mit einem Humboldt-Forschungsstipendium ans Fritz-Haber-Institut nach Berlin zu dem späteren Nobelpreisträger Prof. Gerhard Ertl ging. Für Wang Guoyu ging es zunächst zum Sprachkurs nach Göttingen und anschließend nach Berlin, wo die Absolventin der Shanghaier Fudan Universität ein Magisterstudium an der Freien Universität Berlin aufnahm.

Aber es blieb nicht bei dem ersten Aufenthalt in Deutschland. Es wurden etliche Aufenthalte daraus mit einer Gesamtdauer von etlichen Jahren. Bao Xinhe, heute Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS), machte bald nach der Rückkehr nach China als Direktor des CAS-Instituts für Physikalische Chemie in Dalian Karriere. Die wissenschaftliche Kooperation mit deutschen Kollegen setzte er erfolgreich fort. Wang Guoyu promovierte später in Technikphilosophie an der Technischen Universität Dalian, forschte hierzu an mehreren deutschen Hochschulen und war u.a. Mitausrichterin von drei deutsch-chinesischen Workshops, unter denen zwei vom Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissenschaftsförderung unterstützt wurden. Auch der Sohn der beiden verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Deutschland, machte später in Deutschland Abitur, studierte an der Freien Universität Berlin und arbeitet heute in Heidelberg. Eine deutsch-chinesische Familien-Erfolgsgeschichte!

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Zum Abschluss des Programms ließ Thomas Schmidt-Dörr noch einmal wichtige Meilensteine des sehr erfolgreich verlaufenen DACH-Projekts Revue passieren. Er betonte auch, dass mit dem Alumnitreffen in Dalian zwar das DACH-Projekt zu Ende gehe, nicht aber das Interesse und die Unterstützung des DAAD für Alumniaktivitäten in China. In Zukunft werde es aber freilich wichtiger werden, dass die Deutschland-Alumni die Organisation lokaler Alumniaktivitäten selbst in die Hand nehmen.

Anschließend ging es nahtlos zum Abendessen und dem Networkingteil des Treffens über. Unter den Speisen gab es – wie es sich in Dalian gehört – reichlich Fisch und Meeresfrüchte!

Thomas Schmidt-Dörr

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Die Teilnehmer des Treffens von Deutschland-Alumni in Dalian am 18. Juli 2015, darunter Dr. Shao Xin, Präsident der Rückkehrer aus Deutschland in der Dalian Overseas Returned Scholars Association (1. Reihe, 5. von links), daneben Prof. Qi Min, DUT, Dr. Thomas Schmidt-Dörr, Academician Prof. Bao Xinhe, Dalian Institute of Chemical Physics, Prof. Wang Guoyu, DUT und Prof. Cong Mingcai, Leiter der Deutschab-teilung an der Fremdsprachenuniversität Dalian.