Erste ostasiatische DAAD-Zentrenkonferenz in Peking

An der Peking Universität fand vom 21. bis 23. Oktober 2015 die erste Konferenz der vom DAAD geförderten Zentren für Deutschland- und Europastudien in Ostasien statt, über deren Eröffnung wir bereits berichtet hatten.

Nachfolgend dokumentieren wir hierzu noch einen Kurzbericht von Prof. Dr. Huang Liaoyu, dem Direktor des Zentrums für Deutschlandstudien an der Peking Universität (ZDS).

Die 1. Konferenz der Ostasiatischen DAAD-Zentren fand an der Peking Universität statt

Bild: ZDS

Vom 21. bis 23. Okt. 2015 fand im neuen Gebäude der School of Foreign Languages der Peking Universität die 1. Konferenz der Ostasiatischen DAAD-geförderten Zentren zum Thema „Nation, Nationalismus und nationales Gedächtnis“ statt, an der über 20 Vertreter der drei DAAD-Zentren in Ostasien – das Zentrum für Deutschlandstudien der Peking Universität (ZDS), das Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Chung-Ang Universität in Seoul (ZeDES) und das Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Tokio (DESK) – teilnahmen. Beteiligt an der Konferenz waren auch Wissenschaftler aus Deutschland und aus Ostasien, die mit den drei Zentren zusammenarbeiten. Zum Vortrag kamen Wissenschaftler von ca. neun Disziplinen. Die Vorträge und Diskusssionen drehten sich vornehmlich um drei Themenbereiche: 1) die Entwicklungsgeschichte des Nation-Begriffs in den vier Ländern und die Ausdrucksformen des Nationalismus; 2) Nationales Gedächtnis und Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und Japan; 3) der Nationalcharakter im Modernisierungsprozess.

Die Konferenz gilt zumindest in dreifacher Hinsicht als äußerst erfolgreich. Zunächst zeichnete sie sich aus durch viele inhaltsreiche Vorträge mit spannenden Themen; zum zweiten gab es reichliche lebhafte Gespräche und Diskussionen unter den Beteiligten, und es herrschte eine freundliche und stets angenehme Atomsphäre. Zum dritten passt es gut zum Tagungsthema, dass sowohl bei den Vorträgen als auch bei den Diskussionen so etwas wie der „Nationalcharakter“ durchschien.
Unter den Referenten waren sechs aus China: Frau Prof. Dr. Lian Yuru (Politologin, PKU), Prof. Dr. Han Shuifa (Philosoph, PKU), Prof. Dr. Qin Mingrui (Soziologe, PKU), Prof. Dr. Liu Xiaofeng (Theologe/Politologe, Renmin University of China), Prof. Li Bojie (Germanist, University of Business and Economy), Dr. Hu Chunchun (Germanist, Tongji Universität). Aus Japan referierten Prof. Dr. Hideto Hiramatsu und drei Doktoranden vom DESK. Unter den fünf Referenten aus Korea waren Frau Prof. Dr. Yeon Jeong Gu (Germanistin, Chung-Ang Universität), Prof. Inho Na (His-toriker, Daegu Universität) und Prof. Dr. Pil-Ryul Lee (Wissenschaftshistoriker, Korea National Open University). Aus Deutschland waren sechs Wissenschaftler mit dabei: Prof. Dr. Arnd Bauerkämper (Historiker, FU Berlin), Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Rechtswissenschaftlerin, ehemalige Bundesministerin für Justiz), Dr. Torsten Weber (Deutsches Institut für Japanstudien Tokyo, Sinologe/Japanologe), Prof. Dr. Manfred Hettling (Historiker, Martin Luther Universität Halle-Wittenberg) und dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Tino Schölz.

Bild: ZDS

Moderiert wurden die fünf aufeinander folgenden Panels jeweils von Prof. Dr. Huang Liaoyu (Direktor des ZDS), Prof. Dr. Seony-Kyun Oh (Direktor des ZeDS), Prof. Dr. Hideto Hiramatsu (Geschäftsführer des DESK), Dr. Hu Chunchun (Zentrum für Deutschlandstudien an der Tongji Universität), Frau Prof. Dr. Gu Yu (Stellv. Direktorin des ZDS). Die Konferenz begann mit einem Grußwort, das Dr. Thomas Schmidt-Dörr, Leiter der DAAD-Außenstelle Peking, im Namen des DAAD gehalten hat, und wurde abgeschlossen mit den Schlußworten von den Direktoren der drei Zentren – Prof. Yuichi Morii (Direktor des DESK), Prof. Oh und Prof. Huang. Alle drei haben ihrer großen Zufriedenheit und ihrer Vorfreude auf die nächste ostasiatische Zentren-Konferenz Ausdruck verliehen.
Dem DAAD und der School of Foreign Languages der Peking Universität sei aller Dank für die großzügige Unterstützung der 1. Ostasiatischen Zentrenkonferenz.

Prof. Dr. Huang Liaoyu

Bild: ZDS