SEMIZENTRAL-Anlage zur Abwasseraufbereitung eröffnet

Deutsch-chinesische Forschungskooperation unterstützt nachhaltige Entwicklung

Anfang Mai wurde in Qingdao die weltweit erste “SEMIZENTRAL”-Anlage zur Abwasseraufbereitung eröffnet: Das innovative Ver- und Entsorgungszentrum arbeitet besonders energie- und ressourceneffizient und ist auf die Bedürfnisse der schnell wachsenden urbanen Räume von Schwellenländern, insbesondere in Wassermangelregionen, ausgerichtet.

Eine semizentrale Anlage ermöglicht die Aufarbeitung von Wasser in Städten mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern. Dabei wird sogenanntes Grauwasser, also leicht verschmutztes Abwasser aus Duschen und Waschmaschinen, aufbereitet und zur Toilettenspülung recycelt. Dadurch kann bis zu 40 Prozent Wasser eingespart werden. Ferner werden Bioabfälle zusammen mit dem restlichen Abwasser, dem sogenannten Schwarzwasser, behandelt, wodurch Energie in Form von Biogas gewonnen wird. Dies ermöglicht den energieneutralen Betrieb der gesamten Anlage. Wertvolle Klärschlämme können landwirtschaftlich verwertet werden. Die gesamte Anlage ist modular aufgebaut, so dass ein Mitwachsen mit der Stadtentwicklung möglich ist.

Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF, sagte bei der Eröffnung des Ver- und Entsorgungszentrums in Qingdao: “Wasser ist eine global knappe Ressource. Mit “SEMIZENTRAL” schaffen Deutschland und China gemeinsam einen wichtigen Baustein für die nachhaltige Ver- und Entsorgung schnell wachsender Städte der Zukunft. Dies ist ein Meilenstein im deutsch-chinesischen Forschungs- und Innovationsprogramm “Sauberes Wasser”.

Der Ansatz Semizentral wurde in den vergangenen 10 Jahren unter der Federführung des Fachgebietes Abwassertechnik des Institutes IWAR der Technischen Universität Darmstadt in enger Zusammenarbeit mit Partnern in Industrie und Wissenschaft in Deutschland und China entwickelt – u.a. an der Tongji Universität in Shanghai. Das Forschungsprojekt wurde Dank Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Ministry of Science and Technology der Volksrepublik China (MoST) ermöglicht.

Quelle:
http://www.kooperation-international.de/index.php?id=16&tx_ttnews[tt_news]=81034&cHash=8154aa8f756900d81f83f21b375d66de