Messe für Umwelttechnologie in Shanghai: Deutscher Verband organisiert Strategie-Spiel für Studierende

Die größte Messe Asiens für Umwelttechnologie, die IE expo, hat drei Tage lang, vom 5. bis zum 7. Mai, auf dem Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) in Pudong stattgefunden. Die IE expo ist ein Ableger der Münchner Internationalen Fachmesse für Abwassertechnik (IFAT), die vor 50 Jahren ins Leben gerufen wurde. Damals waren Deutschlands Flüsse nicht so klar wie heute und der Himmel nicht so blau. Seitdem hat sich viel verändert. Deutschland ist heute führend im Bereich Umwelttechnologie, Umweltschutz und alternative Energien.

Im Rahmen der Messe hat die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) zusammen mit der Tongji Universität ein Strategie-Spiel für chinesische Studierende durchgeführt. Die DWA ist ein großer, deutschlandweit agierender und gemeinnütziger Verein, der Regeln und Standards zur Reinhaltung von Wasser und zum Umgang mit demselben entwickelt, sowie Fortbildung rund um das Thema Wasser/ Abwasser anbietet. Fast alle deutschen Firmen, die etwas mit Wasserwirtschaft zu tun haben, sind Mitglieder der DWA.

Es wird in China viel über Luftverschmutzung gesprochen, aber Smog ist im Vergleich zu verseuchtem Wasser und auch zu verdrecktem Boden leicht, schnell und vergleichsweise billig zu beheben. Wasser und Böden zu reinigen ist dagegen eine viel aufwendiger, teurer und dauert auch viel länger.

Das Spiel, das die DWA entwickelt und auch schon mit Studierenden aus anderen Teilen der Welt erprobt hat, besteht aus einer grob gemalten Landkarte und einem Set von Postkarten, auf dem verschiedene wasser- und energiebezogene Maßnahmen abgebildet sind, wie z.B. Staudämme, Kläranlagen, Berieselungsfelder usw. Die Landkarte bildet eine Kulturlandschaft ab, auf der es zu Problemen in der Wasserwirtschaft gekommen ist, in diesem Fall handelte es sich um eine Meeresbucht mit drei kleinen Städten, die alle auf unterschiedliche Weise vom Meer abhängen und es zugleich verschmutzen. Die Aufgabe der Studierenden war, sich Lösungen zu überlegen: Wie kann die Bucht wieder gereinigt werden, ohne das die Wirtschaft zusammenbricht?

Neun Teams à drei Studierende von insgesamt fünf Shanghaier Universitäten (Donghua, ECUST, Fudan, Jiaotong und Tongji) waren angetreten. Sie hatten eine gute Stunde Zeit, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und die Postkarten an die Stellen der Landkarten zu kleben, wo die jeweilige Maßnahme durchgeführt werden sollte.

Die Ergebnisse stellten sie in jeweils sechs Minuten der Jury vor, die aus zwei Vertretern der DWA, einem Vertreter der Tongji und Susanne Günther, der Leiterin des Informationszentrums des DAAD, bestand. Susanne Günther hatte schon am Morgen, bevor das Spiel „angepfiffen“ wurde, die Gelegenheit genutzt und die Studierenden über Studienmöglichkeiten in Deutschland informiert. Über 32.000 Chinesen studieren zur Zeit in Deutschland, fast die Hälfte von ihnen Ingenieurswissenschaften.

Gewonnen hat ein Team der Jiaotong-Universität. Der erste Preis ist eine Reise nach Hangzhou, um die deutsche Firma Bilfinger Water Technologies als VIPs zu besichtigen. Auf den Plätzen zwei und drei lagen je ein Team der Tongji und eins der ECUST.

Die Veranstalter zeigten sich beeindruckt, dass die Studierenden Lösungs-Wege entwickelt hatten, auf die sie selbst gar nicht gekommen waren und die  Studierenden freuten sich, praktisch arbeiten und ihr Wissen erproben zu dürfen.

Die verschmutzte Bucht ist übrigens real und liegt in Montenegro.

IE Expo