Literaturstraße – 17 Jahre Flaniermeile der Germanistik zwischen China und Deutschland

Bei strahlendem Sonnenschein wurde auf dem Campus der Pekinger Renmin Universität im 80. Jahr ihres Bestehens das 17. Symposium der germanistischen Fachzeitschrift Literaturstraße am 13. und 14. Oktober 2017 ausgerichtet.

Zu dem Thema „Lebensgeschichten in Literatur, Sprache und Medien“ trafen sich mehr als 100 Germanistinnen und Germanisten aus ganz China sowie Vertreter*innen der Zunft aus Deutschland sowie aus Korea und Japan.

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© Renmin Universität

Blickte die Renmin Universität auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück, so geht die Literaturstraßein ihr stolzes 18. Jahr. Zeit für eine Rückschau, aber auch für einen Ausblick auf die Zukunft. Für ersteres sorgten u. a. die Mitinitiatoren und Mitbegründer der Literaturstraße, Prof. Dr. h.c. Zhang Yushu (Beijing) als Ehrenherausgeber der Literaturstraße, Prof. Dr. Edeltrut Kim (Korea) sowie Prof. Dr. Naoji Kimura (Japan), deren Grußworte den Start der Zeitschrift in Erinnerung riefen.

Mitglieder der gegenwärtigen Redaktion der Literaturstraße sowie der China Publishing Group, der Deutschabteilung sowie des Deutschland-Forschungszentrums der Renmin Universität als Veranstalter knüpften an und konnten mit der Präsentation der Übersetzung von Stefan Zweigs Marie Antoinette auf jüngste Schaffenserfolge chinesischer Germanist*innen hinweisen.

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Aber nicht allein Erreichtes wurde gewürdigt: das breite Spektrum der rund 80 Vorträge spiegelt die vielfältigen Forschungsinteressen und -gebiete und auch die Forschungsansätze in der chinesischen Germanistik wider. So widmeten sich die Arbeiten sehr bekannten Autor*innen wie Goethe, Hesse oder Herta Müller, aber auch weniger bekannten bzw. wiederentdeckten Namen wie etwa Klara Blum oder Irmgard Keun.

Im Bereich der Sprache gerät die wissenschaftliche Kommunikation sowie kommunikatives Verhalten im Kontext von kulturellen Lern- und Austauschsituationen zunehmend ins Blickfeld, wohingegen sich medienorientierte Untersuchungen mit Erinnerungskulturen und ihrer Breitenwirkung in Deutschland und Asien befassten.

Sichtbar präsent war jedoch nicht nur die Generation der bereits etablierten Germanist*innen. Auch eine junge Generation germanistischer Nachwuchsforscher*innen nutzte die Gelegenheit des Symposiums, ihr fachliches Wissen und Können in Vorträgen und Diskussionen unter Beweis zu stellen.

Den Abschluss bildete ein Empfang beim Goethe Institut im 798 (Beijing), dem bekannten Industrieareal, das einen Wandel in eine Kunst- und Kulturzone geschafft hat.

Über das Symposium hinaus bietet die Fachzeitschrift Literaturstraße ein Forum, germanistische Forschung zu Literatur, Sprache und Medien aus und in China, in Deutschland, aber auch international verfügbar zu machen und darin einen wichtigen Beitrag im fachlichen transnationalen Austausch zu leisten. Dafür ist beiden Formaten, Symposium und Fachzeitschrift, die notwendige Unterstützung zu wünschen, damit sie weiterhin Dokumente fruchtbar schaffender Geister bereichernd wirken können.

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Dr. phil. Gabriele E. Otto