“Let’s start from the end” Proposal Writing Training für Sozial- und Geisteswissenschaftler

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“Let’s start from the end” forderte Dr. Agnes Kneitz die Teilnehmer des ersten Proposal  Writing Trainings für Sozial- und Geisteswissenschaftler zu Beginn auf. Folgerichtig wurde zunächst nicht darüber gesprochen, was ein Research Proposal – ein Forschungsplan – ist oder wie er aufgebaut ist. Stattdessen ging es zunächst um „stupid mistakes“, die dazu führen können, dass ein Projektantrag bei der Begutachtung abgelehnt wird; Fehler, die vermeidbar sind und die man deshalb kennen und vermeiden sollte.

Der DAAD hat in den letzten Jahren gemeinsam mit chinesischen Spitzenuniversitäten zahlreiche Trainings für Naturwissenschaftler und Ingenieure angeboten. Masterstudierende und Doktoranden sollen durch die Trainings dabei unterstützt werden, einen Promotionsaufenthalt in Deutschland vorzubereiten und einen Forschungsplan für einen Stipendienantrag auszuarbeiten.

In den Sozial- und Geisteswissenschaften gelten in Deutschland demgegenüber andere Regeln, die in einer eigenen nationalen Tradition begründet sind. Auf Anregung der Peking Universität hatten jetzt Studierende der Sozial- und Geisteswissenschaften, die sich für eine Promotion in Deutschland interessieren, erstmals die Chance an einem speziell für sie konzipierten Training teilzunehmen. Die Peking Universität, die führende chinesische Universität in den Geistes- und Sozialwissenschaften, stellte dankenswerter Weise die Räumlichkeiten für das Training zur Verfügung.

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Die 18 Teilnehmer kamen von unterschiedlichen Hochschulen in Peking und Tianjin. Neben der Peking Universität waren Beijing Normal University, China Agricultural University, Minzu University of China, Renmin University of China, Central University of Finance and Economics, University of the Chinese Academy of Science, Beijing Institute of Technology, Beijing University of Posts and Telecommunications sowie die Nankai University vertreten.

Die Spannbreite der vertretenen Fächer reichte von der Philosophie bis zu Wirtschaftswissenschaften und Management, von der Psychologie über Journalismus bis zur Kunsttheorie und von Erziehungswissenschaft über Religionsstudien bis zu Politikwissenschaft und Linguistik.

Das Training für Sozial- und Geisteswissenschaftler wurde eigens von der Leiterin des Trainings, Dr. Agnes Kneitz, in Zusammenarbeit mit der DAAD-Außenstelle Peking konzipiert. Dr. Kneitz ist von Hause aus Historikerin und lehrt in Peking an der School of History der Renmin University of China. Es besteht aus zwei eintägigen Einheiten in einem zeitlichen Abstand von vier Wochen. Dieses Format eröffnet den Teilnehmern nicht nur die Möglichkeit, ihr Wissen über das Schreiben eines Research Proposals zu erweitern und zu vertiefen, sondern das Erlernte auf ihr persönliches Forschungsvorhaben anzuwenden.

Das Programm des 29. Oktobers bestand aus einer abwechslungsreichen Mischung von Inputs zu verschiedenen Themen, Arbeit in Kleingruppen und sowie Präsentation und Diskussion der Ergebnisse.
Ergänzend informierte der DAAD über Deutschland als Forschungsland, die Spezifika einer Promotion in Deutschland sowie Stipendienmöglichkeiten.
Die Zeit zwischen den beiden Trainingseinheiten sollen die Teilnehmer dazu nutzen, um an ihrem persönlichen Research Proposal zu arbeiten.
In der zweiten Trainingseinheit soll anhand der Proposal der Teilnehmer weiter an den Spezifika einzelner Teile eine des Forschungsplans gearbeitet werden, insbesondere auch an den Forschungsmethoden.

To be continued on 26 November!

Deutschland ist in China als Zielland für Forschungsaufenthalte von Doktoranden sehr beliebt. In den vom China Scholarship Council (CSC) angebotenen Regierungsstipendienprogrammen entschieden sich im Jahr 2015/16 insgesamt 877 chinesische Doktoranden für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland.

pm_proposal_writing_geist-soz-2016-bild_3221 hiervon entfielen auf Doktoranden einer chinesischen Universität, die als Visiting Scholar für bis zu zwei Jahre Forschungen für ihre Dissertation an einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung in Deutschland durchführen. Die restlichen 656 kamen nach Deutschland, um hier in der Regel innerhalb von vier Jahren, einen deutschen Doktorgrad zu erwerben.

In der Gesamtstatistik des CSC belegt Deutschland mit diesen Zahlen hinter den USA einen beeindruckenden zweiten Rang, Für CSC-Stipendiaten, die für eine Vollpromotion ins Ausland gehen, ist Deutschland sogar mit deutlichem Vorsprung das am häufigsten gewählte Zielland.

Die Fachgebiete der CSC-Stipendiaten umfassen mehrheitlich Natur- und Ingenieurwissenschaften. Aber auch die Sozial- und Geisteswissenschaften haben ihren festen Platz und zeugen von den attraktiven Forschungsmöglichkeiten und der großen Tradition, die deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen zu bieten haben.

Dr. Thomas Schmidt-Dörr