Jahrestagung 2016 des Anleitungskomitees für die Germanistik in China

DAAD kündigt Entwicklung von Modulen für die Ausbildung chinesischer Deutschlehrer an.

Prof. Jia Wenjian, Vizepräsident der Beijing Foreign Studies University und Vorsitzender des Anleitungskomitees für Hochschulgermanistik. Im Vordergrund Prof. Pan Yaling von der gastgebenden Deutschabteilung der UIBE.

Prof. Jia Wenjian, Vizepräsident der Beijing Foreign Studies University und Vorsitzender des Anleitungskomitees für Hochschulgermanistik. Im Vordergrund Prof. Pan Yaling von der gastgebenden Deutschabteilung der UIBE. © DAAD

Die diesjährige Tagung des Anleitungskomitees für die Germanistik an chinesischen Hochschulen wurde vom 17.-18. September von der University of International Business and Economics (UIBE) in Peking organisiert. Sie war Teil des zeitgleich von der UIBE ausgerichteten Beijing Humboldt-Forums.

Passend zur aktuellen Politik der chinesischen Regierung ging es bei der diesjährigen Tagung um den Beitrag der Germanistik zur Kultivierung der für die weitere Entwicklung Chinas dringend benötigten Talente.

Zur Eröffnungssitzung konnte der Vorsitzende des vom chinesischen Bildungsministerium eingesetzten Komitees, Professor Jia Wenjian, rund 90 Teilnehmer von 72 Deutschabteilungen in ganz China begrüßen. Die vom Anleitungskomitee organisierten Tagungen sind die größte und wichtigste Plattform für den Austausch zwischen den Hochschullehrern der Germanistik in China.

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© UIBE

Der DAAD war bei der Tagung gleich doppelt vertreten, durch den Leiter der Außenstelle Peking, Dr. Thomas Schmidt-Dörr und den gerade in Peking eingetroffenen Dr. Sven Hänke, der an der Außenstelle den Bereich der deutschen Sprache in China vertritt.
Thomas Schmidt-Dörr nahm sein Grußwort zum Anlass, dem Anleitungskomitee für die langjährige Zusammenarbeit zu danken und die regelmäßige Gelegenheit, an den Jahrestreffen teilzunehmen. So nehmen z.B. DAAD-Lektoren regelmäßig als Referenten oder Trainer an den vom Anleitungskomitee veranstalteten Fortbildungen für chinesische Hochschullehrer teil.

Die Jahrestagungen erlauben dem DAAD besser zu verstehen, was die chinesischen Germanisten umtriebt, wie sich das Studienfach an den Hochschulen weiter entwickelt, welche Dinge in der Diskussion sind und welchen Herausforderungen sich die Germanistikabteilungen an ihren Hochschulen gegenüber sehen. Das alles sind wichtige Dinge, die für die Arbeit des DAAD in China sind.

Thomas Schmidt-Dörr nutzte die Gelegenheit, ein noch stärkeres Engagement des DAAD im Bereich der universitären Ausbildung von Deutschlehrern anzukündigen. Der DAAD lässt gegenwärtig DaF-Studienmodule zur Förderung der akademischen Ausbildung von Deutschdozenten und Deutschlehrern für den weltweiten Einsatz entwickeln. Die Module sollen im Sommer 2017 vorgestellt werden. Es wird sich um eine ganze Reihe von Modulen zu unterschiedlichen Themen und Schwerpunkten auf Masterniveau handeln. Die Module einschließlich umfangreicher Begleitmaterialien werden vom DAAD kostenlos für die Integration in bestehende Deutsch- und Germanistikstudiengänge zur Verfügung gestellt.

Thematisch werden die Module in drei Bereichen angesiedelt sein:
–    Fach- und Berufskommunikation,
–    studienbegleitender DaF-Unterricht sowie
–    Methodik und Didaktik des Deutschunterrichts.

Wichtig ist, dass den Studienmodulen ein offenes Konzept zugrunde liegt. Als Themenmodule sind sie in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander eingesetzt werden; bei Bedarf können sie aber auch miteinander kombiniert werden. Ein offenes Konzept bedeutet auch, dass die Module variiert und erweitert werden können. So möchte der DAAD sicherstellen, dass sie z.B. auf die spezifischen Bedürfnisse in China angepasst werden können.

Auch wenn die Module natürlich keine Patentlösung für die Ausbildung künftiger Deutschlehrer darstellen, so Schmidt-Dörr, könnte sie doch ein interessanter Mosaikstein sein, um die gemeinsamen Bemühungen des Anleitungskomitees und des DAAD zur Verbesserung der Deutschlehrerausbildung in China wieder ein Stück voran zu bringen.

Thomas Schmidt-Dörr