Innovation Lab Shanghai: Great Minds – 3 Minutes – 1 Day

© DAAD

© DAAD

Unter diesem Motto fand am 28. September das erste Innovation Lab Chinas an der Jiaotong Universität statt. Organisiert wurde es vom DAAD IC-Büro Shanghai. Das Innovation Lab Shanghai war ein Ableger der aus Berlin stammenden Falling Walls Labs, die seit über sechs Jahren weltweit stattfinden. Ziel des Labs ist es, Innovation zu fördern, sowie den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Der Name „Falling Walls Lab“ klingt in deutschen Ohren durchaus attraktiv. Er erinnert an den Fall der Berliner Mauer und das Ende der deutschen Teilung. Susanne Günther, Leitern des IC-Büros Shanghai, fürchtete jedoch, dass „Falling Walls Lab“ in chinesischen Ohren einen ganz anderen Beiklang haben und an Barbarenhorden erinnern könnte, die gegen die Große Mauer anstürmen. Daher entschied Frau Günther zusammen mit ihren chinesischen Mitarbeiterinnen, ihr Shanghaier „Falling Walls Lab“, das erste in China, nicht „Falling Walls Lab“, sondern „Innovation Lab“ zu nennen.

Junge Wissenschaftler und Berufseinstiger aus ganz China erhielten die Möglichkeit, innerhalb von drei Minuten eine zündende Idee, einen Businessplan oder ein Forschungsarbeit vor einer hochkarätigen Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft vorzustellen. Eine Einschränkung der thematischen Bandbreite gab es nicht. Mediziner, Ingenieure, Informatiker und Geisteswissenschaftler waren gleichermaßen eingeladen, mitzumachen.

tn-gruppe

© DAAD

In diesem Jahr gab es in insgesamt 31 Ländern Labs, unter anderem in den USA, in England, Österreich und Ungarn; in der Türkei, in Indien und Mexiko; in Ghana und Kamerun und eben auch zum ersten Mal in China.

In jedem Land darf immer nur ein einziges Lab stattfinden. Die Gewinner oder die Gewinnerinnen werden dann am 8. November als Vertreter ihres Landes zu einem internationalen Lab-Finale in Berlin eingeladen. Außerdem dürfen sie als zuhörende Gäste an der renommierten Falling Walls Conference am 9. Novembers, dem Tag des deutschen Mauerfalls, teilnehmen, bei der jedes Jahr 20 Top-Forscher aus der ganzen Welt über die neusten wissenschaftlichen Durchbrüche diskutieren. Der Gewinner des Lab-Finales erhält zudem die Gelegenheit, diesen Top-Forschern seine eigene Idee zu präsentieren und so wertvolle Kontakte zu knüpfen.

An dem Shanghaier Lab nahmen 17 junge Forscherinnen und Forscher teil. Einige waren aus anderen Provinzen angereist. Die meisten kamen aber aus dem Raum Shanghai. Schon gegen Mittag kamen sie im Altai-College der Jiaotong Universität an und konnten sich bei Sandwiches, Obst, Tee- und Kaffeegetränken gegenseitig kennen lernen, während sie noch einmal auf die drei-Minuten-Regel eingeschworen wurden. So lief während jeden Vortrags eine Uhr auf einem kleinen Bildschirm neben der eigentlichen Powerpoint Präsentation mit und eine DAAD-Mitarbeiterin hielt immer nach 2:30 Minuten eine rote Karte hoch. Tatsächlich hielten alle Teilnehmer das Zeit-Limit, oft auf die Sekunde genau, ein.

© DAAD

© DAAD

Nach den Teilnehmer kamen langsam die ersten Zuschauer und auch die Jury-Mitglieder, für die es einen gesonderten Raum gab, in dem Susanne Günther sie noch einmal über den genauen Ablauf der Veranstaltung und über die Kriterien, nach denen sie später die Ideen bewerten sollten, informierte. Hier wurden sie auch von Prof. ZHU Jian, dem Vize-Parteisekretär der Jiaotong begrüßt, der leider nach dem Gruppenfoto schon wieder gehen musste.

Peter Rothen, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai und Clas Neumann, Senior Vice President SAP und Hauptsponsor, erklärten sich bereit, den Jury-Vorsitz zu übernehmen und die späteren Beratungen zu leiten. Außer ihnen waren als Wirtschaftsvertreter (und teilweise auch als Sponsoren) noch Jens Hirschgänger, CEO von der deutschen Maschinenbau Firma Trumpf, Calvin HUANG, General Manager vom chinesischen Start-up Inkubator TechCode, sowie Manager von BASF und Springer Nature gekommen. Als Vertreter der Wissenschaft waren zwei Professoren von der Jiaotong Universität und Prof. HAN Zheng von der Tongji gekommen, sowie ein Vertreter von Euraxess, einer europäischen Organisation, die den akademischen Austausch zwischen Europa und der Welt fördert.

Gegen 14:00 Uhr begann das eigentliche Lab. Zusätzlich zu den Teilnehmern und der Jury hatten sich noch fast 80 Zuschauer eingefunden, die meisten von ihnen Partner des DAAD, Deutschland-Alumni und Studierende verschiedener Universitäten.

Michael Mäder, Vorstandmitglied der AHK, moderierte die Veranstaltung. Er überraschte alle damit, dass er direkt nach der Begrüßung dazu aufrief, sich zu erheben und einige das Gehirn anregende sportliche Übungen zu machen. Das sorgte gleich zu Beginn für gute Stimmung. Susanne Günther begrüßte dann als Organisatorin alle Gäste und bedankte sich besonders bei ihrem Team aus dem IC-Büro, das solche Veranstaltungen „nebenbei“ organisiert, denn eigentlich wirbt das IC-Büro für den Studienstandort Deutschland und berät Studierende. Veranstaltungen wie das Innovation Lab machen Spaß, erfordern aber viel Einsatz, Überstunden und Wochenend-Arbeit. Danach begrüßte Frau Prof. ZHAO Xu die Gäste im Namen der Jiaotong Universität. Das letzte Grußwort hielt Peter Rothen, deutscher Generalkonsul in Shanghai.

Danach folgten die Ideen der jungen Forscherinnen und Forscher. Ihre Themen reichten von Infektionskrankheiten und Nuklearmedizin über das Recyceln von Superkonduktoren bis zu Big Data und künstlichen Gehirn-Modellen. Es war ein abwechslungsreiches Programm, das nur von einer Kaffeepause unterbrochen wurde, in der sich die Teilnehmerinnen mit den Jurymitgliedern und den Zuschauern intensiv weiter austauschen konnten. Nach der letzten präsentierten Idee zog sich die Jury zurück, während Gäste und Teilnehmer eine zweite Kaffeepause genossen.

Hauptkriterien der Beurteilung durch die Jury waren die Relevanz und der Breakthrough-Faktor einer Idee, sowie deren zu erhoffender Impact. Der Gewinner stand schnell fest. QIAN Peng, ein Master-Studenten der Computerwissenschaft von der Fudan Universität. Probleme machten die Plätze 2 bis 4. Die Jury konnte sich zwar ebenso schnell auf die jungen Forscher einigen, die diese Plätze einnehmen sollten, aber nicht auf ihre Reihenfolge. Die Lösung fand Clas Neumann. Er multiplizierte kurzentschlossen den 2. Preis, ein von TechCode gesponsertes Iphone 6S, so dass schließlich drei iphones vergeben wurden, eins direkt vor Ort und zwei am nächsten Tag per Kurier. Außer diesen Plätzen wurden noch Sonder-Preise verliehen: Jeweils ein Praktikums-Platz bei SAP, Trumpf und TechCode, sowie eine Reise nach Peking zu einer Veranstaltung von Euraxess.

gewinner

Der Gewinner Qian Peng mit Generalkonsul Rothen, Clas Neumann und Calvin Huang             © DAAD

Die Preise wurden feierlich von dem deutschen Generalkonsul und den Sponsoren überreicht. Der Abend endete mit einem gemeinsamen Abendessen im Gästehaus der Jiaotong Universität, bei dem schon Pläne gemacht wurden zum Innovation Lab Shanghai 2017. Erst einmal wünschen wir aber QIAN Peng viel Erfolg beim Finale am 8. November in Berlin!

 

 

Innovation Lab Shanghai 2016 Highlights

Innovation Lab Shanghai 2016 DAAD-Version