Deutsche Hochschulen zu Gast in Tianjin – Erster Deutschlandtag am 5. November an der Nankai Universität

Im Rahmen der diesjährigen China Education Expo (CEE), der größten internationalen Bildungsmesse Chinas, hat die DAAD-Außenstelle Peking am 5. November erstmals einen Deutschland-Tag in Tianjin veranstaltet. 20 deutsche Hochschulen und Institutionen nutzten das Angebot, sich auf dem Campus der Nankai Universität in Tianjin präsentieren zu können und vor Ort über ein Studium in Deutschland zu informieren. Organisiert wurde der erste Deutschlandtag in Kooperation mit der Nankai Universität und der Tianjin Municipal Education Commission.

Die Besucherzahlen sprechen für sich: Mehr als 900 Studierende, Schüler von PASCH-Schulen sowie Eltern waren erschienen, um sich von DAAD, APS und den deutschen Hochschulen in themenspezifischen Vorträgen sowie am Stand ausführlich informieren zu lassen. Zusätzlich erwartete sie der „Hier kommt Deutsch“-Bus, der als Beitrag des Goethe-Instituts zum Deutsch-Chinesischen Sprachenjahr Interessenten die deutsche Sprache auf spielerische Weise näherbringt.

 

Doch zunächst wurde der Deutschlandtag durch einen feierlichen Abendempfang am 4. November eröffnet. Hochrangige Gäste aus Kultur-und Bildungssektor, Leiter der International Offices aller Hochschulen in Tianjin, Deutschland-Alumni, interessierte Hochschullehrer, deutsche Unternehmensvertreter und natürlich die deutschen Hochschulvertreter waren eingeladen worden, um ein Forum für den Austausch zwischen Vertretern der Hochschulen in Tianjin und der deutschen Delegation zu schaffen.

Nach einem VIP-Vorgespräch zu zukünftigen Perspektiven der chinesisch-deutschen Bildungszusammenarbeit begrüßten die Ehrengäste die Anwesenden. Den Anfang machte Vizedirektor Sun Zhiliang, der im Namen der Tianjin Municipal Education Commission allen Beteiligten zum Deutschlandtag in Tianjin gratulierte und gutes Gelingen wünschte. Sun stellte neben der wirtschaftlichen Bedeutung Tianjins dessen Vorreiterrolle im Rahmen der Reform der berufsqualifizierenden Bildung in China heraus.
Anschließend betonte Dr. Hardy Boeckle, Gesandter und Leiter des Kulturreferats der deutschen Botschaft in Peking, dass im Zuge des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas auch die bildungspolitische Zusammenarbeit mit Deutschland immer mehr an Bedeutung zunehme. „Deutschland hat als exportorientierte Wirtschaft und strategischer Partner Chinas erhebliches Interesse daran, dass die Hochschulen beider Länder kooperieren.“ Die Ausbildung von vielen jungen talentierten Chinesen sei der Bundesrepublik daher ein besonderes Anliegen.

Die Vizepräsidentin der Nankai Universität Dr. Yang Kexin hieß alle angereisten deutschen Hochschulvertreter herzlich willkommen. In ihrem Grußwort verdeutlichte sie zudem die enge Verbindung der Nankai Universität zu Deutschland: So haben der Uni-Präsident Gong Ke sowie seine Vizepräsidentin Guan Naijia in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Ausland studiert und sprechen fließend Deutsch. Selbst die Hymne der Universität ist der Melodie eines deutschen Volkslieds entlehnt. Des Weiteren unterhält die Nankai Universität Kooperationen mit namhaften deutschen Universitäten vor allem auch im Forschungsbereich.

Als Vertreter des DAAD betonte Herr Dr. Thomas Schmidt-Dörr, Leiter der Außenstelle Peking, die einzigartige Möglichkeit des Deutschlandtages, zu dem so viele Vertreter deutscher Hochschulen nach Tianjin gekommen waren, um vor Ort für ein Studium in Deutschland zu werben.

Bei einem gemeinsamen Abendessen war ausreichend Zeit, um sich etwas besser kennenzulernen und mögliche Kooperationen zu besprechen. Viele der anwesenden Hochschulvertreter begleiteten am Tag darauf ihre Studierenden persönlich zur Veranstaltung auf den Campus der Nankai – ein Zeichen für die breite Unterstützung des Deutschlandtags von Seiten der Hochschulen in Tianjin.
Die DAAD-Außenstelle bedankt sich herzlich bei der Nankai Universität und der Tianjin Municipal Education Commission für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung.

Hintergrund – Hochschulen in Tianjin:
Die Nankai Universität und die Tianjin Universität werden als Teil des 985-Projektes von der chinesischen Regierung gefördert und unterstehen direkt dem Bildungsministerium. Die Nankai Universität als Volluniversität ist eine der angesehensten Hochschulen in China. Bei der 1895 gegründeten und technisch ausgerichteten Tianjin Universität wiederum handelt es sich um die älteste Universität Chinas. An beiden Universitäten studieren jeweils über 20.000 Studierende, beide kooperieren – auch im Forschungsbereich – erfolgreich mit deutschen Universitäten. Unter den nahezu 20 Hochschulen Tianjins findet sich weiterhin mit der Tianjin Foreign Studies University eine der acht ersten Fremdsprachenuniversitäten in China mit fast 10.000 Studierenden. Seit 1975 verfügt sie über eine eigene Deutschabteilung mit Bachelor- und Master-Ausbildung, 1982 wurde ein DAAD-Lektorat eingerichtet. In Tianjin befinden sich außerdem ein Goethe-Sprachlernzentrum sowie eine Vertretung der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK).